EEG-Novelle und Netzanschlusspaket: Kritik wächst – auch in SPD und Union
Kritik an EEG-Novelle 2027 und Netzanschlusspaket: Umwelt- und Bürgerenergieverbände warnen – auch aus SPD und Union kommt Kritik. Die Kritik an der geplanten EEG-Novelle 2027 und am Netzanschlusspaket kommt nicht nur von Umwelt- und Bürgerenergieverbänden. Auch aus SPD und Union wird deutlicher Nachbesserungsbedarf angemeldet

EEG-Novelle 2027: Kritikpunkte aus der SPD
Dr. Nina Scheer, energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, kritisierte nach den Kabinettsbeschlüssen unter anderem den Redispatch-Vorbehalt, zusätzliche Vermarktungspflichten und Netzanschlusshemmnisse. In einer weiteren Stellungnahme vom 7. August widerspricht sie zudem grundsätzlich der Darstellung, erneuerbare Energien seien Ursache hoher Strompreise. „Die Erzählung vom teuren Strom wegen der Erneuerbaren ist Fakenews“, schreibt Scheer. Zugleich spricht sie sich dafür aus, den Ausbau der Stromnetze stärker öffentlich zu finanzieren, statt die Kosten über die Netzentgelte auf den Strompreis umzulegen.
Auch in der Union gibt es deutlichen Änderungsbedarf
Auch die KlimaUnion e.V. fordert Änderungen beim Redispatch-Vorbehalt sowie transparente und einheitliche Regeln für den Netzanschluss. Dass es innerhalb der Union zugleich eine breitere Debatte über den zukünftigen Kurs der Klimapolitik gibt, zeigt ein aktuelles Gespräch zwischen Dr. Wiebke Winter, stellvertretender Vorsitzender der KlimaUnion und Mitglied des CDU-Präsidiums, und der Klimaaktivistin Luisa Neubauer.
Auch Andreas Hein, energiepolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein, hatte bereits im Februar vor zusätzlichen finanziellen Belastungen für Anlagenbetreiber – etwa durch Baukostenzuschüsse oder einen zeitweiligen Verzicht auf Vergütung – gewarnt. Diese könnten Investitionen in erneuerbare Energien gefährden. Zugleich unterstrich er die Bedeutung von Bürgerwindparks, kommunaler Beteiligung und regionaler Wertschöpfung.
Bürgerenergie und Energy Sharing: Motor regionaler Wertschöpfung
Die Stellungnahmen setzen unterschiedliche Schwerpunkte, zeigen aber eine gemeinsame Sorge: Neue wirtschaftliche Risiken und zusätzliche Hürden könnten Investitionen in erneuerbare Energien erschweren. Für Bürgerenergie und Energy Sharing ist dies besonders relevant. Sie ermöglichen Bürgerinnen und Bürgern, selbst Teil der Energiewende zu werden, stärken regionale Wertschöpfung und tragen zur Akzeptanz vor Ort bei.
Vor diesem Hintergrund warnen das Bündnis Bürgerenergie (BBEn), die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) und der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) in einer gemeinsamen Pressemitteilung vor den Folgen der geplanten Regelungen für Bürgerenergie und Energy Sharing.
→ Zur gemeinsamen Pressemitteilung von BBEn, DGS und SFV vom 28. Juli 2026
Quellen
- SPD-Bundestagsfraktion: Dr. Nina Scheer, „Richtung stimmt noch nicht“, Statement vom 29. Juli 2026.
- Dr. Nina Scheer: „Niedrigere Strompreise über beschleunigten Umstieg auf Erneuerbare und öffentliche Finanzierung von Stromnetzen erreichbar“, 7. August 2026.
- KlimaUnion: Stellungnahme „Ausgestaltung des Netzanschlusspakets: Redispatch-Vorbehalt, Baukostenzuschüsse und Priorisierungskriterien für Netzanschlüsse“, veröffentlicht im Lobbyregister des Deutschen Bundestages am 30. Juli 2026.
- Atmo Magazin: „CDU meets FFF – die Debatte“ – Gespräch zwischen Dr. Wiebke Winter und Luisa Neubauer.
- Schleswig-Holsteinischer Landtag / CDU: Andreas Hein, „Schleswig-Holstein soll das Land der Energiewende bleiben – EEG verlässlich weiterentwickeln“, 27. Februar 2026.






