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Bundestagswahl — Klimawahl

Der Run­de Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien sieht die dies­jäh­ri­ge Bun­des­tags­wahl als Kli­ma­wahl an. Wenn wir bis 2030 100% Erneu­er­ba­re Ener­gien in allen Sek­to­ren haben wol­len, dann brau­chen wir dafür einen Bun­des­tag und eine Regie­rung, die am Ende die­ses Jah­res für den Kli­ma­zug alle Signa­le auf Grün stel­len.
Wir möch­ten Ihnen hel­fen, die Wahl­pro­gram­me der Par­tei­en auf die­se Signa­le hin zu unter­su­chen und möch­ten Ihnen Argu­men­ta­ti­ons­hil­fen für Wahl­ver­an­stal­tun­gen vorstellen.

Wenn Sie wis­sen möch­ten, was die zur Wahl ste­hen­den Par­tei­en für die Ener­gie­wen­de tun wol­len, dann lesen Sie die kur­ze Zusam­men­fas­sung von Rüdi­ger Hau­de. Möch­ten Sie sich aus­führ­li­cher in die Wahl­pro­gram­me ver­tie­fen, kön­nen Sie jeweils auf die fol­gen­den Par­ten kli­cken (alpha­be­ti­sche Rei­hen­fol­ge):
AFD, CDU/CSU, FDP, GRÜNE, LINKE, SPD

Zum schnel­len Nach­schla­gen bei Dis­kus­sio­nen am Wahl­stand ist das Book­let im Hosen­ta­schen­for­mat zu empfehlen.

Wei­te­re Argu­men­ta­ti­ons­hil­fen bie­ten die Info­kar­ten zu allen rele­van­ten The­men der Energiewende.

Am bes­ten vor­be­rei­tet sind Sie natür­lich mit dem Werk­zeug­kas­ten vom Solar­ener­gie-För­der­ver­ein Deutsch­land e.V. (SFV) für die Bun­des­tags­wahl 2021 mit Bier­de­ckeln, Fahr­rad­fähn­chen, Info­kar­ten, Book­lets, Sti­ckern und Fens­ter­pla­ka­ten.
Unse­re Über­le­gung dabei: Dezen­tra­li­tät ist nicht nur eine Stär­ke im Strom­ver­sor­gungs­sys­tem der Zukunft; son­dern auch unse­re Stär­ke in der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung, und zwar aus ganz ähn­li­chen Grün­den. Nut­zen wir die­se Stärke!

Ahrtal? Solahrtal!

Aus dem Ahr­tal soll ein Solar­tal wer­den. War­um das sinn­voll ist, was dazu pas­sie­ren muss und wel­che Chan­cen sich dadurch bie­ten, erfah­ren Sie in die­sem Beitrag.

Pres­se­mit­tei­lung des Solar­ver­eins Gol­de­ne Mei­le e. V.,
ver­ant­wort­lich: Klaus Karps­tein, Mit­ar­beit Bea­tri­ce Bed­narz, S4F


Spä­tes­tens jetzt ist der Zeit­punkt gekom­men, an dem der Wie­der­auf­bau im Ahr­tal in grund­le­gend neu­er Wei­se erfol­gen soll­te. Spä­tes­tens jetzt muss die schon längst nöti­ge Umstel­lung der Ener­gie­ver­sor­gung aus sola­ren Quel­len kom­men. Fos­si­le Quel­len stö­ren das atmo­sphä­ri­sche Gefü­ge der­art, dass zuneh­mend lebens­be­droh­li­che Wet­ter­ge­scheh­nis­se ein­tre­ten werden.

Destabilisierung der Lufthülle mindern

Wir schla­gen vor, dass das Ahr­tal zum Solar­tal wird, damit wir einen Bei­trag dazu leis­ten, die Desta­bi­li­sie­rung der Luft­hül­le zu min­dern: Nied­ri­ge­re Tem­pe­ra­tu­ren bewir­ken gerin­ge­re Was­ser­auf­nah­me der Luft über den Mee­ren und damit aus­ge­gli­che­ne­re Nie­der­schlä­ge. So sagt uns das die Phy­sik. Daher muss der Wie­der­auf­bau nach der Flut­ka­ta­stro­phe dar­auf abzie­len, die fos­si­len Tech­no­lo­gien zu 100% durch rege­ne­ra­ti­ve zu ersetzen.

Nichtregierungsorganisationen fordern 100 % erneuerbaren Energien

Vertreter*innen von mehr als 25 am „Run­den Tisch — Erneu­er­ba­re Ener­gien“ regel­mä­ßig tagen­den Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen for­dern einen schnellst­mög­li­chen Auf­bau mit 100 % erneu­er­ba­ren Ener­gien. Die Flut­ka­ta­stro­phe im Juli hat erneut gezeigt: Wir sind mit­ten in der Kli­ma­kri­se, und es wäre mas­siv fahr­läs­sig, sie nicht ernst zu neh­men. Allein in Rhein­land-Pfalz und Nord­rhein-West­fa­len gab es über 180 Tote und Schä­den in Mil­li­ar­den­hö­he. Jetzt muss ein durch­dach­ter, nach­hal­ti­ger und zukunfts­ori­en­tier­ter Wie­der­auf­bau fol­gen, der den leid­ge­plag­ten Bürger*innen eine lebens­wer­te Zukunft gewährleistet.

Das Ahrtal kann zur Modellregion werden 

Bund und Län­der haben dafür am 10. August einen Wie­der­auf­bau­fond von 30 Mil­li­ar­den Euro beschlos­sen. Wich­tig ist, dass nicht nur der Hoch­was­ser­schutz berück­sich­tigt wird, son­dern dass die Gebäu­de und die Infra­struk­tur auf 100 % erneu­er­ba­re Ener­gien umge­rüs­tet wer­den. So kön­nen der Nord­rand der Eifel und das Ahr­tal zur Modell­re­gi­on für den Kli­ma­schutz wer­den und dazu bei­tra­gen, wei­te­ren Kli­ma­ka­ta­stro­phen best­mög­lich vorzubeugen.

Bild­nach­weis: Titel­bild von KurtRo­senow auf Pixabay

Zukunft — schaffen wir heute

Am ver­gan­ge­nen Mon­tag, dem 9. August 2021, hat das IPCC den 1. Teil sei­nes 6. Sach­stands­be­richt ver­öf­fent­licht. Die­ser Teil trägt den Titel „Cli­ma­te Chan­ge 2021: The Phy­si­cal Sci­ence Basis“. Es geht also dar­in um die phy­si­ka­li­schen Grund­la­gen zum Klimawandel.

Lesen Sie hier unse­re Stel­lung­nah­me dazu.

Bild/Quelle: Solar­ener­gie­för­der­ver­ein Deutsch­land e. V.

Die dra­ma­ti­schen Wet­ter­ex­tre­me mit Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phen in Deutsch­land, Chi­na, Indi­en, Afri­ka und Rekord-Brän­den im Mit­tel­meer­raum, in Kana­da und im Wes­ten der USA zei­gen, dass wir auf Kräf­te set­zen müs­sen, die ver­stan­den haben und zukunfts­fä­hig umsteu­ern wol­len!
Wis­sen­schaft­lich klar for­mu­lier­te Fak­ten – wie im kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten IPCC-Bericht — sind zu beach­ten und viel­fäl­ti­ge Emp­feh­lun­gen, um die Arten- & Kli­ma­ka­ta­stro­phe noch abzu­mil­dern, müs­sen schnellst­mög­lich in poli­ti­sche Rah­men­set­zun­gen mün­den und von uns allen gemein­sam umge­setzt wer­den (wol­len).

Klartext im aktuellen IPCC-Bericht/AR6 WGI Report

  • Die Wis­sen­schaft ist sich siche­rer denn je: Der Ein­fluss des Men­schen ist ein­deu­tig für die Erwär­mung von Atmo­sphä­re, Oze­an und Land­flä­chen ver­ant­wort­lich. Wir Men­schen ver­set­zen den Pla­ne­ten in einen dau­er­haft ver­än­der­ten Zustand.
  • Die Wis­sen­schaft­ler sind sich einig, dass in naher Zukunft zusätz­lich zum CO₂-Aus­stoß auch der Aus­stoß wei­te­rer Treib­haus­ga­se gesenkt wer­den muss, ins­be­son­de­re des extrem kli­ma­schäd­li­chen Methans.
  • Im Hier und Jetzt aktiv zu wer­den ist bil­li­ger, als spä­ter die Kos­ten der Untä­tig­keit beim Kli­ma­schutz zu bezah­len. Die Bun­des­re­gie­rung und Regie­run­gen welt­weit müs­sen auf­ge­for­dert wer­den — wir brau­chen trans­pa­ren­te Klimaschutzpläne!
  • Jedes Zehn­tel­grad Erwär­mung ist ein Risi­ko für uns und unse­re Erde. Jede Maß­nah­me zur Begren­zung der Emis­sio­nen bringt uns dage­gen einen Schritt näher an eine siche­re und lebens­wer­te Zukunft.
  • Schnel­le Ver­än­de­run­gen sind nötig, damit die welt­wei­ten Emis­sio­nen bis 2030 hal­biert wer­den kön­nen. War­ten ist kei­ne Option. 

Text Kernaussagen/Quelle: Kli­ma-Alli­anz Deutschland

100% EE bis 2030

Auch wir am bun­des­wei­ten „Run­den Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien“ (RT-EE) wis­sen seit Jah­ren, dass der Umbau der Ener­gie­wirt­schaft auf Erneu­er­ba­re Ener­gien „alter­na­tiv­los“ ist und schnellst­mög­lich erfol­gen muss. Des­halb unter­füt­ter­ten wir unse­ren dort am 8. Mai 2020 ein­stim­mig ver­ab­schie­de­ten Leit­satz: „100% EE bis spä­tes­tens 2030“ mit kur­zen Arbeits­pa­pie­ren zur Energie‑, Wär­me- und Ver­kehrs­wen­de. Unse­re Emp­feh­lun­gen — von über 25 dort regel­mä­ßig bera­ten­den Initiativen/NGOs — an die Gesetz­ge­ben­den sind zeit­nah umsetz­bar. Die­se unter­stüt­zen das gemein­sa­me Ziel, die Arten- Kli­ma­kri­se prio­ri­tär auf die poli­ti­sche Agen­da zu set­zen und deren Abmil­de­rung tat­kräf­tig mit umzu­set­zen, um das Aus­maß von Kli­ma-Kata­stro­phen (aktu­ell: z. B. die Flut­ka­ta­stro­phe im Land­kreis Bad Neuen­ahr-Ahr­wei­ler mit weit über 150 Todes­op­fern) abzu­schwä­chen, bezie­hungs­wei­se auf wei­te­re Kli­ma­ka­ta­stro­phen best­mög­lich vor­be­rei­tet zu sein.

Wiederaufbau nur erneuerbar und gemeinsam

Dies und der Wie­der­auf­bau gehen nur erneu­er­bar und gemein­sam. Auf dazu aktu­ell erfolg­te Akti­vi­tä­ten der am RT-EE enga­gier­ten Initiativen/NGOs neh­men wir Bezug. Dabei sind die über Jahr­zehn­te gewach­se­ne Exper­ti­se und Netz­wer­ke eben­so unver­zicht­bar… wie die Umset­zung wich­ti­ger gesetz­li­cher Rah­men auch zu nut­zen und schnellst­mög­lich umzusetzen.

Klimaschutz machen statt „weiter so“

Längst schon zei­gen NGOs Alter­na­ti­ven auf – eini­ge Bei­spie­le, von denen es vie­le mehr gibt:

Flutkatastrophe: Wiederaufbau ja — und zwar erneuerbar!

Zer­stö­rung und Ver­lus­te, die die Flut­ka­ta­stro­phe in Deutsch­land, Bel­gi­en, Luxem­burg und den Nie­der­lan­den ver­ur­sacht hat, sind ver­hee­rend. Die Schä­den zei­gen uns, dass die Kli­ma­kri­se viel näher ist, als wir uns das bis­her vor­stel­len konn­ten.
Was muss sich an der Ener­gie­ver­sor­gung und dem Ener­gie­sys­tem ändern? Wie kön­nen wir alle dazu beitragen?

Wir als Nicht­be­trof­fe­ne kön­nen nur ahnen, was Men­schen emp­fin­den, deren Freun­de oder Bekann­te plötz­lich aus dem Leben geris­sen wur­den oder sogar bis­lang ver­misst sind. Ganz Vie­le haben ihr Zuhau­se und ihr kom­plet­tes Hab und Gut ver­lo­ren. Auch Haus­tie­re sind ertrun­ken. Es ist schreck­lich und furcht­bar trau­rig.
Wir spre­chen ins­be­son­de­re den trau­ern­den Fami­li­en unser Mit­ge­fühl aus.

Hoff­nungs­schim­mer bringt die Gemein­schafts­bil­dung, die in der Kata­stro­phe statt­ge­fun­den hat. Bevor Hilfs­kräf­te anrück­ten, teil­ten Nach­barn ihren letz­ten Kaf­fee mit­ein­an­der oder küm­mer­ten sich um die Roll­stuhl­fah­re­rin von nebenan.

Staat­li­che Ebe­nen sind ihrer Für­sor­ge­pflicht offen­bar nur man­gel­haft gerecht gewor­den. Da ist Luft nach oben. Ganz gro­ßer Dank und Respekt gebührt allen, die beim Ber­gen und Auf­räu­men tat­kräf­tig mit anpa­cken – ins­be­son­de­re den Hilfs­kräf­ten, die bis zur Erschöp­fung im Dau­er­ein­satz waren und sind und ihr eige­nes Leben ris­kier­ten, um Men­schen zu ret­ten. Dank auch allen Hel­fer, die spon­tan aus dem gan­zen Land anreis­ten, um zu hel­fen, mit anzu­pa­cken und zu spenden.

Ist „alles so wie früher“ wirklich sinnvoll?

Mit ein wenig zeit­li­chem Abstand zur Kata­stro­phe rückt der Wie­der­auf­bau in den Fokus.

Nicht nur die Wis­sen­schaft, son­dern auch die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft sagt ganz klar, dass die Häu­fig­keit und Inten­si­tät der­ar­ti­ger Unwet­ter in Deutsch­land bereits zuge­nom­men hat und eine wei­te­re Zunah­me zu erwar­ten ist.
Also: eine der­ar­ti­ge Flut­ka­ta­stro­phe kann sich jeder­zeit wie­der­ho­len und auch noch schlim­me­re Aus­wir­kun­gen haben. Wenn in den Medi­en von einem „Jahr­hun­dert­hoch­was­ser“ gespro­chen wird, kann die­ses „Jahr­hun­dert“ schon mor­gen vor­bei sein!

Bei Repa­ra­tu­ren und Neu­auf­bau ist die­se Zukunfts­aus­sicht unbe­dingt zu berücksichtigen!

Das konventionelle Energiesystem hat in zweifacher Hinsicht versagt

  • 80% der Treib­haus­ga­se stam­men aus der fos­si­len Ener­gie­er­zeu­gung. Sie ist also haupt­ver­ant­wort­lich für die Kli­ma­er­hit­zung und damit Grund­ver­ur­sa­cher der aktu­el­len Katastrophe.
  • Die kon­ven­tio­nel­le Ener­gie­ver­sor­gung ist zen­tra­lis­tisch struk­tu­riert, das Sys­tem wur­de bei der Flut­ka­ta­stro­phe schwer beschä­digt. Die­sel­ge­ne­ra­to­ren sind auch nur ein Not­be­helf.
    Tau­sen­de von Kun­den war­ten also nun hilf­los auf die Wie­der­her­stel­lung der Ener­gie­ver­sor­gung, ohne zu wis­sen, wie lan­ge dies dau­ern wird. 

Erneuerbare Energien haben erhebliche Vorteile

  • Erneu­er­ba­re Ener­gien erzeu­gen kei­ne Treib­haus­ga­se.
  • Das auf erneu­er­ba­re Ener­gien basie­ren­de neu­en Ener­gie­sys­tem besitzt eine dezen­tra­le Struk­tur.
    Das Haus, das eine PV-Anla­ge auf dem Dach und Bat­te­rien mit Lade­reg­ler und Wech­sel­rich­ter auf dem Dach­bo­den hat, ist unab­hän­gig: Solan­ge nicht das gan­ze Gebäu­de zusam­men­bricht, ist die Strom­ver­sor­gung gewährleistet.
  • Erneu­er­ba­re Ener­gien sind resi­li­en­ter: Selbst der extre­me Regen hat PV-Anla­gen nicht beschädigt. 

Was jetzt zu tun ist

Aus dem Gesag­ten erge­ben sich unse­re nach­fol­gen­den Emp­feh­lun­gen für die betrof­fe­nen Men­schen vor Ort.
Nicht­be­trof­fe­ne bit­ten wir, unse­re For­de­run­gen zu unterstützen:

  • Haus­be­sit­zer kön­nen eigen­ak­tiv wer­den und sich unab­hän­gig machen, statt auf die Wie­der­her­stel­lung der zen­tra­lis­ti­schen Ver­sor­gung zu war­ten – im Inter­es­se des Kli­mas und der eige­nen Sicher­heit!
    Die soli­da­ri­sche Zusam­men­ar­beit in der schlimms­ten Not und jetzt beim Auf­räu­men kann sich ver­ste­ti­gen durch gemein­sa­me nach­bar­schaft­li­che Strom­ver­sor­gung durch erneu­er­ba­re Ener­gien.
    Eine Peti­ti­on im Inter­net for­dert genau das. Unter­stüt­zen Sie die Peti­ti­on!
  • Eben­so wie das kon­ven­tio­nel­le zen­tra­lis­ti­sche Strom­sys­tem hat sich der Staat als zuver­läs­si­ger Kata­stro­phen­schüt­zer dis­qua­li­fi­ziert. Offen­bar ist – in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels – auf die bis­he­ri­gen Struk­tu­ren kein Ver­lass mehr. Eigen­in­itia­ti­ve und Nach­bar­schafts­hil­fe wer­den umso wichtiger!
  • Die Men­schen in den Kata­stro­phen­ge­bie­ten müs­sen jetzt fach­lich bera­ten wer­den, wie die dezen­tra­le Ver­sor­gung mit erneu­er­ba­rem Strom, und mit Wär­me durch Wär­me­pum­pen und Solar­ther­mie prak­tisch auf­zu­bau­en ist. Hier­für sind die Ener­gie­agen­tu­ren der bei­den am schwers­ten betrof­fe­nen Län­der prä­de­sti­niert, also die Ener­gie­agen­tur Rhein­land-Pfalz und zur­zeit auch noch die EnergieAgentur.NRW.
    Die Lan­des­re­gie­rung in NRW hat beschlos­sen, die EnergieAgentur.NRW zum 31.12.2021 auf­zu­lö­sen. Gera­de jetzt, nach der ver­hee­ren­den Flut­ka­ta­stro­phe (die sich jeder­zeit wie­der­ho­len kann!), sehen wir ganz deut­lich, wie wich­tig die­se Orga­ni­sa­ti­on ist. Denn die Men­schen, die Kom­mu­nal-Ver­wal­tun­gen und die Wirt­schaft in den Kata­stro­phen­ge­bie­ten brau­chen drin­gend eine kom­pe­ten­te Energieberatung.

 

100% EE bis 2030 ganz praktisch

Die am Run­den Tisch akti­ven EE-NGOs haben ein Papier erar­bei­tet, in dem sie bereits erfolg­rei­che Pra­xis­bei­spie­le zusam­men­stel­len, die ihrer­seits zei­gen, was heu­te schon mach­bar ist: dass 100% Ener­gie aus Erneu­er­ba­ren Quel­len (EE) bis 2030 rea­lis­tisch sind.

Zwi­schen „100% EE bis 2030“ und den Kli­ma­zie­len der Poli­tik klafft ein Abgrund.

Aber auch Tei­le der Kli­ma­schutz­be­we­gung betrach­ten die Zahl 2030 als unrea­lis­tisch und nen­nen spä­te­re Zeit­punk­te, um nicht als Illu­sio­nis­ten zu gel­ten. So sei es ein­fach schon von den ver­füg­ba­ren Arbeits­kräf­ten her unmög­lich, den Aus­bau der Erneu­er­ba­ren der­art vor­an­zu­trei­ben, dass bis 2030 die 100% erreicht werden. 

Der RT ist der Auf­fas­sung, dass das vom Kli­ma­schutz her erfor­der­li­che Ziel auf jeden Fall gesetzt wer­den muss. Auch kön­nen in der Zukunft Din­ge gesche­hen, die heu­te noch unvor­stell­bar sind. — Wer hät­te die mit „Coro­na“ begrün­de­ten Ver­än­de­run­gen je für mög­lich gehal­ten? In einem Papier stel­len die Autorin­nen Gru­now-Eysell, Peter­sen und Lenz rea­li­sier­te Pro­jek­te vor. Eine Zusam­men­fas­sung fin­den Sie auch hier.

Bei­spiel­haft sei hier der Rhein-Huns­rück-Kreis genannt, der seit 1999 an der Ener­gie­au­to­no­mie arbei­tet. In die­ser Prä­sen­ta­ti­on ist die Ent­wick­lung dar­ge­stellt, unter­füt­tert mit wei­ter­füh­ren­den Links.

Studien zu den Möglichkeiten, bis 2030 zu 100% Erneuerbaren Energien zu kommen

In die­sem Arti­kel möch­ten wir Sie mit Stu­di­en bekannt machen, die die Mög­lich­keit unter­su­chen, so früh­zei­tig wie mög­lich zu einer 100%igen Ver­sor­gung mit erneu­er­ba­ren Ener­gien zu kom­men. Sie haben nicht alle das Jahr 2030 zum Ziel. Wenn sich die Poli­ti­ker aber auf die Erkennt­nis­se und Emp­feh­lun­gen in die­sen Stu­di­en ver­stän­di­gen könn­ten, dann wäre schon viel auf dem Weg bis 2030 gewonnen.

Saubere Revolution 2030

2014 erschien von Tony Seba in den USA das Buch „Clean Dis­rup­ti­on of Ener­gy and Trans­por­ta­ti­on“. Dar­in beschreibt er in 10 Kapi­teln, „wie das Sili­con Val­ley mit dis­rup­ti­ven Tech­no­lo­gien und Geschäfts­mo­del­len Koh­le, Uran, Erd­öl, Erd­gas tra­di­tio­nel­le Ener­gie­ver­sor­ger und kon­ven­tio­nel­le Autos ver­drängt.“ Er sagt vor­her, dass der Umbruch bis 2030 im Wesent­li­chen pas­siert sein wird.

Die Über­set­zung des Buchs hat rund 250 Sei­ten, wur­de 2017 von Metro­pol­So­lar unter dem Titel „Sau­be­re Revo­lu­ti­on 2030“ ver­öf­fent­licht und ist bei Metro­pol­So­lar auch zu bezie­hen. Die „Sau­be­re Revo­lu­ti­on 2030“ gibt eine Ori­en­tie­rung für alle, die wis­sen wol­len, wie denn der Umbau unse­res Ener­gie- und Ver­kehrs­sys­tems in so kur­zer Zeit funk­tio­nie­ren soll. Tony Seba nimmt die Lese­rin mit hin­ein in die Geschich­te der Dis­rup­tio­nen, z, B. wie die Digi­tal­ka­me­ra den Foto­ap­pa­rat mit dem Zel­lu­loid­stei­fen abge­löst hat und erklärt, war­um der Durch­bruch der erneu­er­ba­ren Ener­gien ähn­lich gründ­lich und schnell pas­sie­ren wird. „Wer ver­ste­hen will, wie Solar­ener­gie, auto­nom fah­ren­de Elek­tro­au­tos und ande­re expo­ne­ti­ell wach­sen­de Tech­no­lo­gien in ein Zeit­al­ter sau­be­rer, dezen­tra­ler und par­ti­zi­pa­ti­ver Ener­gie und Mobi­li­tät füh­ren, muss die­ses Buch lesen.“

SolarStrategie

Metro­pol­So­lar hat im Febru­ar 2020 außer­dem eine Kurz-Stu­die mit dem Titel „Solar­Stra­te­gie“ ver­öf­fent­licht, die zeigt, war­um in der Nut­zung des Solar­po­ten­ti­als der Schlüs­sel zur Ener­gie­au­to­no­mie liegt und dar­in wie­der­um der wich­tigs­te Hebel für eine schnel­le Ener­gie­wen­de über­haupt. Denn es sind die Flä­chen dafür vor­han­den, die Prei­se für die Modu­le sin­ken stän­dig, und die Men­schen kön­nen ihre Ener­gie­ver­sor­gung zum aller­größ­ten Teil selbst in die Hand neh­men. Der Haupt­teil der Ver­öf­fent­li­chung ist nur vier Sei­ten lang. Es lohnt sich auch die umfang­rei­chen Fuß­no­ten gründ­lich zu lesen — eine Fund­gru­be mit dicht gepack­ten Infor­ma­tio­nen. Die Stu­die kann bei Metro­pol­So­lar bezo­gen werden.

Die Kombikraftwerksvergütung

Im April 2020 brach­ten Hans-Josef Fell und Thu­re Tra­ber von der Ener­gy­Watch­Group „Eck­punk­te für eine Geset­zes­in­itia­ti­ve zur Sys­tem­in­te­gra­ti­on Erneu­er­ba­rer Ener­gien“ her­aus. In ihrem Kern beinhal­ten die Eck­punk­te einen „Geset­zes­vor­schlag für die Ein­füh­rung einer soge­nann­ten Kom­bi­kraft­werks­ver­gü­tung“. Sie zei­gen, wie eine sys­tem­dienli­che Voll­ver­sor­gung mit 100% Erneu­er­ba­ren Ener­gien für die Net­ze heu­te schon mög­lich ist. Das Schreck­ge­spenst der „Dun­kel­flau­te“ kommt dar­in nicht vor.

Studie des DIW und der TU Berlin

Die Stu­die vom Mai 2021 heißt 100% erneu­er­ba­re Ener­gie für Deutsch­land unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung von Dezen­tra­li­tät und räum­li­cher Ver­brauchs­nä­he – Poten­zia­le, Sze­na­ri­en und Aus­wir­kun­gen auf Netz­in­fra­struk­tu­ren. Sie zeigt auf 60 Sei­ten, wie 100% erneu­er­ba­re Ener­gie in Detsch­land auch ohne einen auf­wän­di­gen und teu­ren Netz­aus­bau erreicht wer­den kann. In einem Video wird die Stu­die von den Autoren vor­ge­stellt und verteidigt.

Gemeinsame Erklärung der Global 100%RE Strategy Group

„Eine Welt auf Basis 100% Erneu­er­ba­rer Ener­gien ist mög­lich und not­wen­dig“, so lau­tet die Über­schrift einer 10-Punk­te-Erklä­rung der sie­ben welt­weit füh­ren­den Köp­fe für 100% Erneu­er­ba­re Energien.

In der Pres­se­er­klä­rung heißt es dazu: „Die welt­weit füh­ren­den For­scher zur Ener­gie­wen­de, die zum Teil seit fast zwei Jahr­zehn­ten an der Rea­li­sie­rung einer kom­ple­xen und siche­ren Ener­gie­ver­sor­gung mit 100% EE for­schen, haben die wich­tigs­ten Erkennt­nis­se ihrer For­schung in die­ser 10-Punk­te-Erklä­rung zusam­men­ge­fasst. … Als Ziel für die Been­di­gung unse­rer CO2- und ande­rer Kli­ma­er­wär­mungs- und Luft­schad­stoff­emis­sio­nen wird für den Strom­sek­tor das Jahr 2030 und für ande­re Sek­to­ren bald danach, idea­ler­wei­se aber nicht spä­ter als 2035, vorgeschlagen.“

Die gemein­sa­me Erklä­rung kön­nen Sie hier sehen. 

Das Doku­ment der Glo­bal 100% Rene­wa­ble Ener­gy Stra­te­gy Group wur­de inzwi­schen von über 40 Ener­gie­sys­tem-For­schern unter­zeich­net, dar­un­ter aus Deutsch­land etwa Clau­dia Kem­fert vom DIW Ber­lin sowie Hans Joa­chim Schell­nhu­ber, Grün­der des Pots­dam-Insti­tuts für Kli­ma­fol­gen­for­schung (PIK) und Mit­glied des Welt­kli­ma­rats IPCC.

Zahl­rei­che bekann­te Per­sön­lich­kei­ten, wie zum Bei­spiel Leo­nar­do DiCa­prio unter­stüt­zen eben­falls die­se Forderung.

Auch Sie kön­nen jetzt etwas gegen die Kli­ma­kri­se tun: Unter­stüt­zen Sie eben­falls die For­de­rung der Glo­bal 100% Rene­wa­ble Ener­gy Stra­te­gy Group!

Kli­cken Sie dazu auf den fol­gen­den But­ton und
fül­len Sie das For­mu­lar (engl.) aus, wel­ches sich anschlie­ßend öffnet.

Das ist aber noch nicht alles: Inzwi­schen gibt es auf Open­Pe­ti­ti­on auch eine For­de­rung nach 100% Erneu­er­ba­ren Ener­gien für Deutsch­land. Wir freu­en uns sehr dar­über, wenn Sie auch die­se mitzeichnen!