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„Golden Planet“ an den RT EE verliehen

Am 11. Novem­ber wur­de einer von neun Unter­neh­mer-Awards „The Gol­den Pla­net“ an den Run­den Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien ver­lie­hen. Gewür­digt hat die Jury des­sen Kind „SolAHRtal-Initia­ti­ve“.

Preisverleihung "Golden Planet"
V.l.n.r.: Robin Jassoy (Parents for Future), Prof. Dr. Eberhard Waffenschmidt (RT EE), Rainer Doemen (RT EE), Beatrice Bednarz (Scientists for Future), ???, Stefan Gsänger (Parents for Future), Janine O’Keefe (Fridays for Future)
V.l., nur erkenn­ba­re Per­so­nen: Robin Jas­soy (Par­ents for Future), Prof. Dr. Eber­hard Waf­fen­schmidt (Vor­sit­zen­der des Solar­ener­gie-För­der­ver­ein Deutsch­land e. V.), Rai­ner Doe­men (RT EE), Bea­tri­ce Bednarz (Sci­en­tists for Future), Dr. Bert Dros­te-Fran­ke (IQIB, For­schungs­pro­jekt EnAHR­gie), Ste­fan Gsän­ger (Initia­tor World­Re­new­Day), Jani­ne O’Keefe (Fri­days for Future)

Zum ers­ten Mal ver­lieh die Erfolgs­ko­ope­ra­ti­on The Radio Group, Radio Frank­furt, die Voice-Aid Asso­cia­ti­on und die D.I.P.E.S.H.  den Unter­neh­mer-Award: „The Gol­den Pla­net“ für geleb­te Nach­hal­tig­keit. Die Ver­lei­hung fand am 11. Novem­ber 2022 in den Sky­line Stu­di­os von Radio Frank­furt im City-Gate Tower in Frank­furt am Main statt.

Der Award wur­de an neun aus­ge­wähl­te Unter­neh­men und Per­so­nen ver­lie­hen, die in der Ver­gan­gen­heit ein unglaub­li­ches Enga­ge­ment für unse­ren Pla­ne­ten und des­sen Erhalt zeig­ten. Die Aus­wahl­kri­te­ri­en für den Award sind die Ein­zig­ar­tig­keit, der gesell­schaft­li­che Mehr­wert, ver­bun­den mit dem Ein­fluss für die Allgemeinheit.

Auch der Run­de Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien (RT EE) zählt zu den Preis­trä­gern, und zwar für sein Kind „SolAHRtal-Initia­ti­ve“. Gemein­sam beschlos­sen Mit­glie­der des RT EE und der SolAHRtal-Initia­ti­ve, dass Rai­ner Doe­men den Preis ent­ge­gen­neh­men soll­te.
Damit wür­dig­ten die Grup­pen sein uner­müd­li­ches inno­va­ti­ves, pro­jekt- und ziel­ori­en­tier­tes Vorgehen.

Neben Rai­ner Doe­men nah­men zahl­rei­che wei­te­re Mit­ar­bei­ten­de vom Run­den Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien an der Ver­an­stal­tung teil.

Der Golden Planet

Rai­ner Doe­men erkann­te nach der ver­hee­ren­den Flut­ka­ta­stro­phe im Ahrtal die ein­ma­li­ge Chan­ce, den Wie­der­auf­bau des zer­stör­ten Gebie­tes nur mit Erneu­er­ba­ren Ener­gien zu gestal­ten. Er initi­ier­te inno­va­tiv und krea­tiv mit wei­te­ren (Mit)Initiatoren des RT EE die pro­jekt­ähn­li­che Arbeits­wei­se der „SolAHRtal-Initia­ti­ve“. Schnell fan­den über 40 Expert*innen unter­schied­li­cher Fach­rich­tun­gen zusam­men. Sie erar­bei­te­ten in spe­zi­ell zuge­schnit­te­nen Pro­jekt­ar­beits­grup­pen ehren­amt­lich das kom­mu­nal­po­li­tisch gefor­der­te PROJEKT „Nach­hal­ti­ger Wie­der­auf­bau und Nut­zung rege­ne­ra­ti­ver Ener­gien im Kreis Ahr­wei­ler“.

Weitere Impressionen der Preisverleihung

Golden Planet Award
Quer­schnitt „Run­der Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien“, erwei­tert um Akteu­re der „SolAHRtal-Initia­ti­ve“
V.l.: Jür­gen Eiselt (Euro­päi­sche Ener­gie­wen­de Com­mu­ni­ty e.V.), Prof. Dr. Eber­hard Waf­fen­schmidt (Vor­sit­zen­der des Solar­ener­gie-För­der­ver­ein Deutsch­land e. V.), Ste­fan Gsän­ger (Initia­tor World­Re­new­Day), Dr. Bert Dros­te-Fran­ke (IQIB, For­schungs­pro­jekt EnAHR­gie), Robin Jas­soy (Par­ents for Future), Bea­tri­ce Bednarz (Sci­en­tists for Future), Petra Wil­den­hain (Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de der Pro­kon eG (Pro­jekt­grup­pe Windkraft))Janine O’Keefe (Fri­days for Future), Ger­hard Her­get (Auf­sichts­rats­mit­glied Bünd­nis Bür­ger­en­er­gie e.V.), Rai­ner Doe­men (RT EE)
Quer­schnitt „Run­der Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien“
V.l.: Jani­ne O’Keefe (Fri­days for Future), Rai­ner Doe­men (RT EE), Prof. Dr. Eber­hard Waf­fen­schmidt (RT EE), Jür­gen Eiselt (1. Vor­sit­zen­der Euro­päi­sche Ener­gie­wen­de Com­mu­ni­ty e.V.), Jür­gen Vos­kuhl (Euro­päi­sche Ener­gie­wen­de Com­mu­ni­ty e.V.), Astrid Are­ns (D.I.P.E.S.H. / Voice Aid Asso­cia­ti­on), Ger­hard Her­get (Auf­sichts­rats­mit­glied Bünd­nis Bür­ger­en­er­gie e.V.), Ste­fan Gsän­ger (Par­ents for Future)
Alle Preis­trä­ger (bzw. Stell­ver­tre­ter)
Hin­te­re Rei­he v.l.: Caro­li­ne Mun­te (Die Koope­ra­ti­ve), Chris­toph Graul (Die Koope­ra­ti­ve), Andre­as Herr­mann,
Neil Azz­am, Rai­ner Doe­men (RT EE), Eddy Karim
Vor­de­re Rei­he v.l.: Ste­phan Schwenk (The Radio Group), Astrid Are­ns, Bernd Rol­ler (Radio Holi­day), Jani­ne O’Keeffe (Fri­days for Future)

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Ver­an­stal­tung von D.I.P.E.S.H.

Bildnachweis

Alle Bil­der © Fabi­an Otto.

Ahrtal? Solahrtal! Der Projektvorschlag der SolAHRtal-Initiative

Aus dem Ahrtal soll auch ein Solar­tal wer­den. Wie das gehen kann, ist in die­sem Pro­jekt­vor­schlag der SolAHRtal-Initia­ti­ve beschrieben.
Wie ist der aktu­el­le Stand?

Referentenentwurf zum Osterpaket

Der Run­de Tisch EE hat eine ers­te Ein­schät­zung zum Refe­ren­ten­ent­wurf des Oster­pa­kets vor­ge­legt. Die vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men gehen in die rich­ti­ge Rich­tung, grei­fen aller­dings noch viel zu kurz.

Die Sprink­ler­alarm­knöp­fe zei­gen an, wor­um es geht: Unse­re Erde wird zu heiß, wenn wir so wei­ter­ma­chen, wie bis­her. Lang­sam ergreift die­se Erkennt­nis auch Ver­ant­wor­tung tra­gen­de Poli­ti­ker. Doch noch zu sehr sind sie gefan­gen in den alten Vor­schrifts­wer­ken, die eher dazu ange­tan sind, gro­ße Schrit­te in Rich­tung Kli­ma­neu­tra­li­tät zu ver­hin­dern. Der Ent­wurf des Oster­pa­kets ist nicht der gro­ße Wurf. Es muss aber einer wer­den, wol­len wir das klei­ne Zeit­fens­ter unse­rer Ände­rungs­mög­lich­kei­ten nicht ver­pas­sen, wie uns der Report des IPCC nahelegt.

So haben sich Mit­glie­der des Redak­ti­ons­krei­ses ers­te Gedan­ken zu den Grund­aus­sa­gen des Refe­ren­ten­ent­wurfs gemacht, die Sie in der Pres­se­mel­dung lesen können.

Stellungnahme des Runden Tisches zum Osterpaket

Der Run­de Tisch hat in einem Schrei­ben an die Bun­des­re­gie­rung sei­ne wich­tigs­ten Punk­te in Bezug auf die Erneu­er­ba­re Ener­gie­er­zeu­gung dargelegt.

Das Schrei­ben benennt zehn Punk­te, die für einen Umstieg auf Erneu­er­ba­re Ener­gien bis 2030 unum­gän­lich sind. 

Dar­un­ter befin­den sich zum Bei­spiel der Büro­kra­tie­ab­bau, die Besei­ti­gung von Aus­bau­de­ckeln und ande­ren Restrik­tio­nen, eine gewinn­brin­gen­de Ein­spei­se­ver­gü­tung für alle EE-Arten und die För­de­rung von Speichern.

Als Schlüs­sel­punk­te für das Gelin­gen der Ener­gie­wen­de wer­den die Ent­fes­se­lung der Bür­ger­en­er­gie und die soge­nann­te Kom­bi­kraft­werks­ver­gü­tung gesehen.

Die gan­ze Stel­lung­nah­me kön­nen Sie in unse­rer Pres­se­mel­dung lesen.

Stoppt Atom und Gas

In der EU gibt es Bestre­bun­gen, die Ener­gie­er­zeu­gung aus Atom und Erd­gas noch lan­ge fort­zu­set­zen. So sol­len bei­de Ener­gie­for­men in der EU-Taxo­no­mie als nach­hal­tig und damit för­de­rungs­wür­dig ein­ge­stuft wer­den. Die Ent­sche­dung dar­über ist am 22. Dezem­ber 2021 auf das kom­men­de Jahr ver­scho­ben worden.

Wie wir schon in unse­rer Pres­se­mel­dung vom 9. Dezem­ber erwähnt haben, ist die­ser Vor­stoß „eine Kampf­an­sa­ge der alten Ener­gie­mäch­te an die Adres­se der rege­ne­ra­ti­ven Indus­trien“. Jeder Euro, der für Atom und Gas aus­ge­ge­ben wird, fehlt der schnel­len Ent­wick­lung der Erneu­er­ba­ren Ener­gie­er­zeu­gung.
Da nun die Ent­schei­dung ver­scho­ben wor­den ist, besteht noch wei­ter die Gele­gen­heit, sich der Peti­ti­on von Sven Gie­gold anzu­schlie­ßen, die das Green­wa­shing stop­pen will.

In die­sem Zusam­men­hang erscheint auch die Suche nach einem End­la­ger für ato­ma­ren Müll in Deutsch­land in einem neu­en düs­te­ren Licht. Lesen Sie dazu den Bei­trag unse­res RT-Mit­glieds Christ­fried Lenz im Online-Maga­zin „pv-maga­zi­ne“.

Klimaschutz — zu teuer?

Immer wie­der ist davon die Rede, dass Kli­ma­schutz nicht bezahl­bar sei. Fri­days for Future räumt mit die­sem Miss­ver­ständ­nis auf und zei­gen, dass kein Kli­ma­schutz noch viel teu­rer ist.

Lesen Sie die Stel­lung­nah­me, um zu erfah­ren, dass
- die Erzäh­lung vom zu teu­ren Kli­ma­schutz ein Mär­chen ist,
- vor­han­de­ne Gel­der nicht den fos­si­len Ener­gien, son­dern den Erneu­er­ba­ren zugu­te kom­men müs­sen,
- Inves­ti­tio­nen in Erneu­er­ba­re auch Arbeits­plät­ze schaffen.

Zukunft — schaffen wir heute

Am ver­gan­ge­nen Mon­tag, dem 9. August 2021, hat das IPCC den 1. Teil sei­nes 6. Sach­stands­be­richt ver­öf­fent­licht. Die­ser Teil trägt den Titel „Cli­ma­te Chan­ge 2021: The Phy­si­cal Sci­ence Basis“. Es geht also dar­in um die phy­si­ka­li­schen Grund­la­gen zum Klimawandel.

Lesen Sie hier unse­re Stel­lung­nah­me dazu.

Bild/Quelle: Solar­ener­gie­för­der­ver­ein Deutsch­land e. V.

Die dra­ma­ti­schen Wet­ter­ex­tre­me mit Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phen in Deutsch­land, Chi­na, Indi­en, Afri­ka und Rekord-Brän­den im Mit­tel­meer­raum, in Kana­da und im Wes­ten der USA zei­gen, dass wir auf Kräf­te set­zen müs­sen, die ver­stan­den haben und zukunfts­fä­hig umsteu­ern wol­len!
Wis­sen­schaft­lich klar for­mu­lier­te Fak­ten – wie im kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten IPCC-Bericht — sind zu beach­ten und viel­fäl­ti­ge Emp­feh­lun­gen, um die Arten- & Kli­ma­ka­ta­stro­phe noch abzu­mil­dern, müs­sen schnellst­mög­lich in poli­ti­sche Rah­men­set­zun­gen mün­den und von uns allen gemein­sam umge­setzt wer­den (wol­len).

Klartext im aktuellen IPCC-Bericht/AR6 WGI Report

  • Die Wis­sen­schaft ist sich siche­rer denn je: Der Ein­fluss des Men­schen ist ein­deu­tig für die Erwär­mung von Atmo­sphä­re, Oze­an und Land­flä­chen ver­ant­wort­lich. Wir Men­schen ver­set­zen den Pla­ne­ten in einen dau­er­haft ver­än­der­ten Zustand.
  • Die Wis­sen­schaft­ler sind sich einig, dass in naher Zukunft zusätz­lich zum CO₂-Aus­stoß auch der Aus­stoß wei­te­rer Treib­haus­ga­se gesenkt wer­den muss, ins­be­son­de­re des extrem kli­ma­schäd­li­chen Methans.
  • Im Hier und Jetzt aktiv zu wer­den ist bil­li­ger, als spä­ter die Kos­ten der Untä­tig­keit beim Kli­ma­schutz zu bezah­len. Die Bun­des­re­gie­rung und Regie­run­gen welt­weit müs­sen auf­ge­for­dert wer­den — wir brau­chen trans­pa­ren­te Klimaschutzpläne!
  • Jedes Zehn­tel­grad Erwär­mung ist ein Risi­ko für uns und unse­re Erde. Jede Maß­nah­me zur Begren­zung der Emis­sio­nen bringt uns dage­gen einen Schritt näher an eine siche­re und lebens­wer­te Zukunft.
  • Schnel­le Ver­än­de­run­gen sind nötig, damit die welt­wei­ten Emis­sio­nen bis 2030 hal­biert wer­den kön­nen. War­ten ist kei­ne Option. 

Text Kernaussagen/Quelle: Kli­ma-Alli­anz Deutschland

100% EE bis 2030

Auch wir am bun­des­wei­ten „Run­den Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien“ (RT-EE) wis­sen seit Jah­ren, dass der Umbau der Ener­gie­wirt­schaft auf Erneu­er­ba­re Ener­gien „alter­na­tiv­los“ ist und schnellst­mög­lich erfol­gen muss. Des­halb unter­füt­ter­ten wir unse­ren dort am 8. Mai 2020 ein­stim­mig ver­ab­schie­de­ten Leit­satz: „100% EE bis spä­tes­tens 2030“ mit kur­zen Arbeits­pa­pie­ren zur Energie‑, Wär­me- und Ver­kehrs­wen­de. Unse­re Emp­feh­lun­gen — von über 25 dort regel­mä­ßig bera­ten­den Initiativen/NGOs — an die Gesetz­ge­ben­den sind zeit­nah umsetz­bar. Die­se unter­stüt­zen das gemein­sa­me Ziel, die Arten- Kli­ma­kri­se prio­ri­tär auf die poli­ti­sche Agen­da zu set­zen und deren Abmil­de­rung tat­kräf­tig mit umzu­set­zen, um das Aus­maß von Kli­ma-Kata­stro­phen (aktu­ell: z. B. die Flut­ka­ta­stro­phe im Land­kreis Bad Neu­en­ahr-Ahr­wei­ler mit weit über 150 Todes­op­fern) abzu­schwä­chen, bezie­hungs­wei­se auf wei­te­re Kli­ma­ka­ta­stro­phen best­mög­lich vor­be­rei­tet zu sein.

Wiederaufbau nur erneuerbar und gemeinsam

Dies und der Wie­der­auf­bau gehen nur erneu­er­bar und gemein­sam. Auf dazu aktu­ell erfolg­te Akti­vi­tä­ten der am RT-EE enga­gier­ten Initiativen/NGOs neh­men wir Bezug. Dabei sind die über Jahr­zehn­te gewach­se­ne Exper­ti­se und Netz­wer­ke eben­so unver­zicht­bar… wie die Umset­zung wich­ti­ger gesetz­li­cher Rah­men auch zu nut­zen und schnellst­mög­lich umzusetzen.

Klimaschutz machen statt „weiter so“

Längst schon zei­gen NGOs Alter­na­ti­ven auf – eini­ge Bei­spie­le, von denen es vie­le mehr gibt:

Flutkatastrophe: Wiederaufbau ja — und zwar erneuerbar!

Zer­stö­rung und Ver­lus­te, die die Flut­ka­ta­stro­phe in Deutsch­land, Bel­gi­en, Luxem­burg und den Nie­der­lan­den ver­ur­sacht hat, sind ver­hee­rend. Die Schä­den zei­gen uns, dass die Kli­ma­kri­se viel näher ist, als wir uns das bis­her vor­stel­len konn­ten.
Was muss sich an der Ener­gie­ver­sor­gung und dem Ener­gie­sys­tem ändern? Wie kön­nen wir alle dazu beitragen?

Wir als Nicht­be­trof­fe­ne kön­nen nur ahnen, was Men­schen emp­fin­den, deren Freun­de oder Bekann­te plötz­lich aus dem Leben geris­sen wur­den oder sogar bis­lang ver­misst sind. Ganz Vie­le haben ihr Zuhau­se und ihr kom­plet­tes Hab und Gut ver­lo­ren. Auch Haus­tie­re sind ertrun­ken. Es ist schreck­lich und furcht­bar trau­rig.
Wir spre­chen ins­be­son­de­re den trau­ern­den Fami­li­en unser Mit­ge­fühl aus.

Hoff­nungs­schim­mer bringt die Gemein­schafts­bil­dung, die in der Kata­stro­phe statt­ge­fun­den hat. Bevor Hilfs­kräf­te anrück­ten, teil­ten Nach­barn ihren letz­ten Kaf­fee mit­ein­an­der oder küm­mer­ten sich um die Roll­stuhl­fah­re­rin von nebenan.

Staat­li­che Ebe­nen sind ihrer Für­sor­ge­pflicht offen­bar nur man­gel­haft gerecht gewor­den. Da ist Luft nach oben. Ganz gro­ßer Dank und Respekt gebührt allen, die beim Ber­gen und Auf­räu­men tat­kräf­tig mit anpa­cken – ins­be­son­de­re den Hilfs­kräf­ten, die bis zur Erschöp­fung im Dau­er­ein­satz waren und sind und ihr eige­nes Leben ris­kier­ten, um Men­schen zu ret­ten. Dank auch allen Hel­fer, die spon­tan aus dem gan­zen Land anreis­ten, um zu hel­fen, mit anzu­pa­cken und zu spenden.

Ist „alles so wie früher“ wirklich sinnvoll?

Mit ein wenig zeit­li­chem Abstand zur Kata­stro­phe rückt der Wie­der­auf­bau in den Fokus.

Nicht nur die Wis­sen­schaft, son­dern auch die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft sagt ganz klar, dass die Häu­fig­keit und Inten­si­tät der­ar­ti­ger Unwet­ter in Deutsch­land bereits zuge­nom­men hat und eine wei­te­re Zunah­me zu erwar­ten ist.
Also: eine der­ar­ti­ge Flut­ka­ta­stro­phe kann sich jeder­zeit wie­der­ho­len und auch noch schlim­me­re Aus­wir­kun­gen haben. Wenn in den Medi­en von einem „Jahr­hun­dert­hoch­was­ser“ gespro­chen wird, kann die­ses „Jahr­hun­dert“ schon mor­gen vor­bei sein!

Bei Repa­ra­tu­ren und Neu­auf­bau ist die­se Zukunfts­aus­sicht unbe­dingt zu berücksichtigen!

Das konventionelle Energiesystem hat in zweifacher Hinsicht versagt

  • 80% der Treib­haus­ga­se stam­men aus der fos­si­len Ener­gie­er­zeu­gung. Sie ist also haupt­ver­ant­wort­lich für die Kli­ma­er­hit­zung und damit Grund­ver­ur­sa­cher der aktu­el­len Katastrophe.
  • Die kon­ven­tio­nel­le Ener­gie­ver­sor­gung ist zen­tra­lis­tisch struk­tu­riert, das Sys­tem wur­de bei der Flut­ka­ta­stro­phe schwer beschä­digt. Die­sel­ge­ne­ra­to­ren sind auch nur ein Not­be­helf.
    Tau­sen­de von Kun­den war­ten also nun hilf­los auf die Wie­der­her­stel­lung der Ener­gie­ver­sor­gung, ohne zu wis­sen, wie lan­ge dies dau­ern wird. 

Erneuerbare Energien haben erhebliche Vorteile

  • Erneu­er­ba­re Ener­gien erzeu­gen kei­ne Treib­haus­ga­se.
  • Das auf erneu­er­ba­re Ener­gien basie­ren­de neu­en Ener­gie­sys­tem besitzt eine dezen­tra­le Struk­tur.
    Das Haus, das eine PV-Anla­ge auf dem Dach und Bat­te­rien mit Lade­reg­ler und Wech­sel­rich­ter auf dem Dach­bo­den hat, ist unab­hän­gig: Solan­ge nicht das gan­ze Gebäu­de zusam­men­bricht, ist die Strom­ver­sor­gung gewährleistet.
  • Erneu­er­ba­re Ener­gien sind resi­li­en­ter: Selbst der extre­me Regen hat PV-Anla­gen nicht beschädigt. 

Was jetzt zu tun ist

Aus dem Gesag­ten erge­ben sich unse­re nach­fol­gen­den Emp­feh­lun­gen für die betrof­fe­nen Men­schen vor Ort.
Nicht­be­trof­fe­ne bit­ten wir, unse­re For­de­run­gen zu unterstützen:

  • Haus­be­sit­zer kön­nen eigen­ak­tiv wer­den und sich unab­hän­gig machen, statt auf die Wie­der­her­stel­lung der zen­tra­lis­ti­schen Ver­sor­gung zu war­ten – im Inter­es­se des Kli­mas und der eige­nen Sicher­heit!
    Die soli­da­ri­sche Zusam­men­ar­beit in der schlimms­ten Not und jetzt beim Auf­räu­men kann sich ver­ste­ti­gen durch gemein­sa­me nach­bar­schaft­li­che Strom­ver­sor­gung durch erneu­er­ba­re Ener­gien.
    Eine Peti­ti­on im Inter­net for­dert genau das. Unter­stüt­zen Sie die Peti­ti­on!
  • Eben­so wie das kon­ven­tio­nel­le zen­tra­lis­ti­sche Strom­sys­tem hat sich der Staat als zuver­läs­si­ger Kata­stro­phen­schüt­zer dis­qua­li­fi­ziert. Offen­bar ist – in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels – auf die bis­he­ri­gen Struk­tu­ren kein Ver­lass mehr. Eigen­in­itia­ti­ve und Nach­bar­schafts­hil­fe wer­den umso wichtiger!
  • Die Men­schen in den Kata­stro­phen­ge­bie­ten müs­sen jetzt fach­lich bera­ten wer­den, wie die dezen­tra­le Ver­sor­gung mit erneu­er­ba­rem Strom, und mit Wär­me durch Wär­me­pum­pen und Solar­ther­mie prak­tisch auf­zu­bau­en ist. Hier­für sind die Ener­gie­agen­tu­ren der bei­den am schwers­ten betrof­fe­nen Län­der prä­de­sti­niert, also die Ener­gie­agen­tur Rhein­land-Pfalz und zur­zeit auch noch die EnergieAgentur.NRW.
    Die Lan­des­re­gie­rung in NRW hat beschlos­sen, die EnergieAgentur.NRW zum 31.12.2021 auf­zu­lö­sen. Gera­de jetzt, nach der ver­hee­ren­den Flut­ka­ta­stro­phe (die sich jeder­zeit wie­der­ho­len kann!), sehen wir ganz deut­lich, wie wich­tig die­se Orga­ni­sa­ti­on ist. Denn die Men­schen, die Kom­mu­nal-Ver­wal­tun­gen und die Wirt­schaft in den Kata­stro­phen­ge­bie­ten brau­chen drin­gend eine kom­pe­ten­te Energieberatung.

 

100% EE bis 2030 ganz praktisch

Die am Run­den Tisch akti­ven EE-NGOs haben ein Papier erar­bei­tet, in dem sie bereits erfolg­rei­che Pra­xis­bei­spie­le zusam­men­stel­len, die ihrer­seits zei­gen, was heu­te schon mach­bar ist: dass 100% Ener­gie aus Erneu­er­ba­ren Quel­len (EE) bis 2030 rea­lis­tisch sind.

Zwi­schen „100% EE bis 2030“ und den Kli­ma­zie­len der Poli­tik klafft ein Abgrund.

Aber auch Tei­le der Kli­ma­schutz­be­we­gung betrach­ten die Zahl 2030 als unrea­lis­tisch und nen­nen spä­te­re Zeit­punk­te, um nicht als Illu­sio­nis­ten zu gel­ten. So sei es ein­fach schon von den ver­füg­ba­ren Arbeits­kräf­ten her unmög­lich, den Aus­bau der Erneu­er­ba­ren der­art vor­an­zu­trei­ben, dass bis 2030 die 100% erreicht werden. 

Der RT ist der Auf­fas­sung, dass das vom Kli­ma­schutz her erfor­der­li­che Ziel auf jeden Fall gesetzt wer­den muss. Auch kön­nen in der Zukunft Din­ge gesche­hen, die heu­te noch unvor­stell­bar sind. — Wer hät­te die mit „Coro­na“ begrün­de­ten Ver­än­de­run­gen je für mög­lich gehal­ten? In einem Papier stel­len die Autorin­nen Gru­now-Eysell, Peter­sen und Lenz rea­li­sier­te Pro­jek­te vor. Eine Zusam­men­fas­sung fin­den Sie auch hier.

Bei­spiel­haft sei hier der Rhein-Huns­rück-Kreis genannt, der seit 1999 an der Ener­gie­au­to­no­mie arbei­tet. In die­ser Prä­sen­ta­ti­on ist die Ent­wick­lung dar­ge­stellt, unter­füt­tert mit wei­ter­füh­ren­den Links.

Studien zu den Möglichkeiten, bis 2030 zu 100% Erneuerbaren Energien zu kommen

In die­sem Arti­kel möch­ten wir Sie mit Stu­di­en bekannt machen, die die Mög­lich­keit unter­su­chen, so früh­zei­tig wie mög­lich zu einer 100%igen Ver­sor­gung mit erneu­er­ba­ren Ener­gien zu kom­men. Sie haben nicht alle das Jahr 2030 zum Ziel. Wenn sich die Poli­ti­ker aber auf die Erkennt­nis­se und Emp­feh­lun­gen in die­sen Stu­di­en ver­stän­di­gen könn­ten, dann wäre schon viel auf dem Weg bis 2030 gewonnen.

Saubere Revolution 2030

2014 erschien von Tony Seba in den USA das Buch „Clean Dis­rup­ti­on of Ener­gy and Trans­por­ta­ti­on“. Dar­in beschreibt er in 10 Kapi­teln, „wie das Sili­con Val­ley mit dis­rup­ti­ven Tech­no­lo­gien und Geschäfts­mo­del­len Koh­le, Uran, Erd­öl, Erd­gas tra­di­tio­nel­le Ener­gie­ver­sor­ger und kon­ven­tio­nel­le Autos ver­drängt.“ Er sagt vor­her, dass der Umbruch bis 2030 im Wesent­li­chen pas­siert sein wird.

Die Über­set­zung des Buchs hat rund 250 Sei­ten, wur­de 2017 von Metro­pol­So­lar unter dem Titel „Sau­be­re Revo­lu­ti­on 2030“ ver­öf­fent­licht und ist bei Metro­pol­So­lar auch zu bezie­hen. Die „Sau­be­re Revo­lu­ti­on 2030“ gibt eine Ori­en­tie­rung für alle, die wis­sen wol­len, wie denn der Umbau unse­res Ener­gie- und Ver­kehrs­sys­tems in so kur­zer Zeit funk­tio­nie­ren soll. Tony Seba nimmt die Lese­rin mit hin­ein in die Geschich­te der Dis­rup­tio­nen, z, B. wie die Digi­tal­ka­me­ra den Foto­ap­pa­rat mit dem Zel­lu­loid­stei­fen abge­löst hat und erklärt, war­um der Durch­bruch der erneu­er­ba­ren Ener­gien ähn­lich gründ­lich und schnell pas­sie­ren wird. „Wer ver­ste­hen will, wie Solar­ener­gie, auto­nom fah­ren­de Elek­tro­au­tos und ande­re expo­ne­ti­ell wach­sen­de Tech­no­lo­gien in ein Zeit­al­ter sau­be­rer, dezen­tra­ler und par­ti­zi­pa­ti­ver Ener­gie und Mobi­li­tät füh­ren, muss die­ses Buch lesen.“

SolarStrategie

Metro­pol­So­lar hat im Febru­ar 2020 außer­dem eine Kurz-Stu­die mit dem Titel „Solar­Stra­te­gie“ ver­öf­fent­licht, die zeigt, war­um in der Nut­zung des Solar­po­ten­ti­als der Schlüs­sel zur Ener­gie­au­to­no­mie liegt und dar­in wie­der­um der wich­tigs­te Hebel für eine schnel­le Ener­gie­wen­de über­haupt. Denn es sind die Flä­chen dafür vor­han­den, die Prei­se für die Modu­le sin­ken stän­dig, und die Men­schen kön­nen ihre Ener­gie­ver­sor­gung zum aller­größ­ten Teil selbst in die Hand neh­men. Der Haupt­teil der Ver­öf­fent­li­chung ist nur vier Sei­ten lang. Es lohnt sich auch die umfang­rei­chen Fuß­no­ten gründ­lich zu lesen — eine Fund­gru­be mit dicht gepack­ten Infor­ma­tio­nen. Die Stu­die kann bei Metro­pol­So­lar bezo­gen werden.

Die Kombikraftwerksvergütung

Im April 2020 brach­ten Hans-Josef Fell und Thu­re Tra­ber von der Ener­gy­Watch­Group „Eck­punk­te für eine Geset­zes­in­itia­ti­ve zur Sys­tem­in­te­gra­ti­on Erneu­er­ba­rer Ener­gien“ her­aus. In ihrem Kern beinhal­ten die Eck­punk­te einen „Geset­zes­vor­schlag für die Ein­füh­rung einer soge­nann­ten Kom­bi­kraft­werks­ver­gü­tung“. Sie zei­gen, wie eine sys­tem­dienli­che Voll­ver­sor­gung mit 100% Erneu­er­ba­ren Ener­gien für die Net­ze heu­te schon mög­lich ist. Das Schreck­ge­spenst der „Dun­kel­flau­te“ kommt dar­in nicht vor.

Studie des DIW und der TU Berlin

Die Stu­die vom Mai 2021 heißt 100% erneu­er­ba­re Ener­gie für Deutsch­land unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung von Dezen­tra­li­tät und räum­li­cher Ver­brauchs­nä­he – Poten­zia­le, Sze­na­ri­en und Aus­wir­kun­gen auf Netz­in­fra­struk­tu­ren. Sie zeigt auf 60 Sei­ten, wie 100% erneu­er­ba­re Ener­gie in Det­sch­land auch ohne einen auf­wän­di­gen und teu­ren Netz­aus­bau erreicht wer­den kann. In einem Video wird die Stu­die von den Autoren vor­ge­stellt und verteidigt.