Peti­tio­nen, Demons­tra­tio­nen, Unter­schrif­ten­samm­lun­gen usw., die sich an die Zivil­ge­sell­schaft wenden

Zeit zum Handeln – Bildungskongress „Klimaneutrale Schulen“

Katho­li­sche Aka­de­mie Sta­pel­feld, Clop­pen­burg | 30. Juni 2026

Der Bil­dungs­kon­gress „Kli­ma­neu­tra­le Schu­len“ hat deut­lich gemacht: Die Her­aus­for­de­run­gen des Kli­ma­wan­dels, die Zukunfts­fä­hig­keit unse­res Bil­dungs­sys­tems und die Ent­wick­lung demo­kra­ti­scher Hand­lungs­kom­pe­tenz gehö­ren untrenn­bar zusam­men. Kli­ma­neu­tra­le Schu­len sind weit mehr als ein Bei­trag zum Kli­ma­schutz. Sie kön­nen Orte sein, an denen Kin­der und Jugend­li­che Ver­ant­wor­tung über­neh­men, Selbst­wirk­sam­keit erfah­ren und gemein­sam Lösun­gen für gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen entwickeln.

Die Bei­trä­ge aus Wis­sen­schaft, Bil­dungs­for­schung, kom­mu­na­ler Pra­xis und Schu­le zeig­ten ein­drucks­voll, dass die not­wen­di­gen wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se, päd­ago­gi­schen Kon­zep­te und tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten bereits vor­han­den sind. Ent­schei­dend ist nun, die­se Erkennt­nis­se kon­se­quent in die Brei­te zu tra­gen und den begon­ne­nen Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess gemein­sam weiterzuentwickeln.

Kliamneutrale Schulen

Klimaneutrale Schulen als Orte gelebter Verantwortung

Ein zen­tra­les Leit­mo­tiv des Kon­gres­ses for­mu­lier­te Mar­gret Ras­feld mit den Wor­ten: „Man muss Schü­le­rin­nen und Schü­lern etwas zutrau­en.“ Die­ser Satz beschreibt den not­wen­di­gen Kul­tur­wan­del in unse­rem Bil­dungs­sys­tem. Jun­ge Men­schen dür­fen nicht nur über Zukunfts­the­men ler­nen – sie müs­sen die Mög­lich­keit erhal­ten, ihre Schu­le und ihr Lebens­um­feld aktiv mitzugestalten.

Dabei beginnt Ver­än­de­rung oft mit klei­nen, kon­kre­ten Schrit­ten. An vie­len Schu­len über­neh­men Ener­gie-Detek­ti­vin­nen und ‑Detek­ti­ve bereits Ver­ant­wor­tung für einen bewuss­ten Umgang mit Ener­gie. Sie zei­gen, dass ein­fa­che Maß­nah­men beim Hei­zen, Lüf­ten und Aus­schal­ten unnö­ti­ger Beleuch­tung erheb­li­che Ein­spa­run­gen ermög­li­chen. Die ein­ge­spar­ten Mit­tel schaf­fen finan­zi­el­le Spiel­räu­me für wei­te­re nach­hal­ti­ge Inves­ti­tio­nen. Dazu zäh­len bei­spiels­wei­se Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen, auch als Über­da­chun­gen gepflas­ter­ter oder asphal­tier­ter Schul­hof­flä­chen. Das Bei­spiel aus Schaum­burg hat ein­drucks­voll gezeigt, dass auf die­se Wei­se selbst finanz­schwä­che­re Kom­mu­nen neue Inves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten schaf­fen kön­nen. So wird sicht­bar: Wer Schü­le­rin­nen und Schü­lern Ver­ant­wor­tung über­trägt, stärkt ihre Selbst­wirk­sam­keit und erzielt zugleich mess­ba­re Fort­schrit­te auf dem Weg zur kli­ma­neu­tra­len Schule.

Die gro­ße Reso­nanz des Kon­gres­ses unter­streicht die gewach­se­ne Bedeu­tung des The­mas. Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus Schu­len, Wis­sen­schaft, Kom­mu­nen, Zivil­ge­sell­schaft, Poli­tik und Ver­wal­tung kamen beim Kon­gress zusam­men. Sie tausch­ten Erfah­run­gen aus, knüpf­ten neue Netz­wer­ke und ent­wi­ckel­ten kon­kre­te Hand­lungs­mög­lich­kei­ten. Der viel­fach geäu­ßer­te Wunsch nach einer Fort­set­zung des Aus­tauschs und einer bun­des­wei­ten Ver­net­zung unter­streicht den Bedarf, die begon­ne­nen Initia­ti­ven weiterzuführen.

Der Kon­gress ver­steht sich des­halb als Aus­gangs­punkt eines gemein­sa­men Pro­zes­ses. Ziel ist es, eine neue, ganz­heit­lich ori­en­tier­te Arbeits- und Lösungs­wei­se zu eta­blie­ren. Bil­dung, Kli­ma­schutz, Gesund­heit, Demo­kra­tie­bil­dung sowie kom­mu­na­le und gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung sol­len dabei als gemein­sa­me Zukunfts­auf­ga­be ver­stan­den werden.

Schulen brauchen politische Priorität

Als Fazit des Bil­dungs­kon­gres­ses ergibt sich ein kla­rer Hand­lungs­auf­trag an Poli­tik, Ver­wal­tung und Gesellschaft:

Die Ent­wick­lung kli­ma­neu­tra­ler Schu­len muss auf sämt­li­chen staat­li­chen Ebe­nen – Bund, Län­der, Krei­se, Städ­te und Gemein­den – sowie in allen demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Par­tei­en und Wäh­ler­ver­ei­ni­gun­gen zu einer poli­ti­schen Prio­ri­tät wer­den. Die erfor­der­li­chen Kon­zep­te lie­gen vor, erfolg­rei­che Pra­xis­bei­spie­le exis­tie­ren, enga­gier­te Schu­len und Kom­mu­nen wei­sen den Weg. Was jetzt gebraucht wird, sind poli­ti­sche Ent­schlos­sen­heit, ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen und der Wil­le, erfolg­rei­che Ansät­ze flä­chen­de­ckend zu ermöglichen.

Kli­ma­neu­tra­le Schu­len sind kein Zusatz­pro­gramm. Sie ver­bin­den Bil­dung, Kli­ma­schutz, Gesund­heit, Demo­kra­tie­bil­dung und regio­na­le Ent­wick­lung zu einer gemein­sa­men Zukunfts­stra­te­gie. Sie stär­ken jun­ge Men­schen dar­in, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, Her­aus­for­de­run­gen zu bewäl­ti­gen und gesell­schaft­li­chen Wan­del aktiv mitzugestalten.

Aus den Erkennt­nis­sen und Erfah­run­gen des Kon­gres­ses ent­steht ein gemein­sa­mer Appell an alle Ver­ant­wort­li­chen. Sie sol­len die poli­ti­schen, orga­ni­sa­to­ri­schen und finan­zi­el­len Vor­aus­set­zun­gen für kli­ma­neu­tra­le Schu­len schaffen.

Die Trans­for­ma­ti­on unse­res Bil­dungs­sys­tems gelingt nur durch gemein­sa­me Anstren­gun­gen. Dafür müs­sen Bund, Län­der, Krei­se, Städ­te, Gemein­den, Poli­tik, Ver­wal­tung, Schul­trä­ger, Wis­sen­schaft, Wirt­schaft, Zivil­ge­sell­schaft und Schu­len eng zusammenarbeiten.

Man muss Schü­le­rin­nen und Schü­lern etwas zutrau­en.“ Die­ser Satz von Mar­gret Ras­feld bringt die zen­tra­le Bot­schaft des Kon­gres­ses auf den Punkt. Ob als Ener­gie-Detek­ti­vin­nen und ‑Detek­ti­ve, in Kli­ma-AGs, Schü­ler­ge­nos­sen­schaf­ten oder im FREI DAY – über­all dort, wo jun­gen Men­schen Ver­ant­wor­tung über­tra­gen wird, ent­ste­hen Selbst­wirk­sam­keit, Inno­va­ti­ons­kraft und kon­kre­te Lösun­gen. Dar­in liegt die Chan­ce kli­ma­neu­tra­ler Schu­len – und zugleich ein Auf­trag an Poli­tik und Gesell­schaft, die not­wen­di­gen Frei­räu­me und Rah­men­be­din­gun­gen dafür zu schaffen.

Die Zeit des Erkennt­nis­ge­winns ist weit fort­ge­schrit­ten – jetzt ist die Zeit zum Handeln.

Den aus­führ­li­chen Kon­gress­be­richt mit den Vor­trä­gen, Work­shops und Ergeb­nis­sen fin­den Sie hier.

Drei zen­tra­le Vor­trä­ge des Bil­dungs­kon­gres­ses ste­hen als Video­auf­zeich­nun­gen zur Verfügung:

Prof. Dr. Eicke R. Weber
Solar­for­scher
Vor­trag auf You­Tube anse­hen – ca. 45 Minuten

Mar­gret Ras­feld
Mit­be­grün­de­rin und Geschäfts­füh­re­rin von Schu­le im Auf­bruch
Vor­trag auf You­Tube anse­hen – ca. 45 Minuten

Dr. Chris­toph Stein
Grün­der der Initia­ti­ve „Kli­ma­neu­tra­le Schu­len“
Vor­trag auf You­Tube anse­hen – ca. 30 Minuten

Klimaneutrale Schulen 2035: Solare Bildung an Schulen

Wie kön­nen Schu­len zu Schlüs­seln der (Bürger-)Energiewende wer­den? Mit die­ser Fra­ge beschäf­tigt sich der bun­des­wei­te Kon­gress „Kli­ma­neu­tra­le Schu­len 2035“, der am 30. Juni 2026 an der Aka­de­mie Sta­pel­feld im Land­kreis Clop­pen­burg stattfindet.

Der Kon­gress nimmt damit auch das Kon­zept der Kli­ma­schu­len in den Blick: Schu­len, die Kli­ma­schutz nicht nur leh­ren, son­dern im Schul­all­tag, in Pro­jek­ten und in regio­na­len Netz­wer­ken prak­tisch umsetzen.

Ziel des Kon­gres­ses ist es, Schu­len in ganz Deutsch­land bis 2035 kli­ma­neu­tral zu gestal­ten. Dafür braucht es nicht nur tech­ni­sche Lösun­gen, son­dern auch enga­gier­te Schul­ge­mein­schaf­ten, neue Lern­for­ma­te, kom­mu­na­le Unter­stüt­zung und star­ke regio­na­le Netz­wer­ke. Der Kon­gress bringt Akteu­rin­nen und Akteu­re aus Bil­dung, Wis­sen­schaft, Poli­tik, Kom­mu­nen und Zivil­ge­sell­schaft zusam­men und zeigt kon­kre­te Wege für die Umset­zung auf.

Zu den Key­note-Spea­k­ern gehö­ren der Ener­gie­for­scher Prof. Dr. Eicke R. Weber, die Bil­dungs­exper­tin Mar­gret Ras­feld sowie Dr. Chris­toph Stein.

Workshop für klimaneutrale Schulen.

Klimaneutrale Schulen mit dem Workshop „Solare Bildung an Schulen“

Ein beson­de­rer Schwer­punkt liegt auf den pra­xis­ori­en­tier­ten Work­shops. Einer davon ist der Work­shop „Sola­re Bil­dung an Schu­len – Pra­xis­ori­en­tier­te Ener­gie­wen­de-Bil­dung als Modell für Deutsch­land“ mit Katha­ri­na Blau (Sol­ar­camp for Future) und Rai­ner Doe­men (Redak­ti­ons­team Run­der Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien).

Der Work­shop greift auf Erfah­run­gen und Erkennt­nis­se mit dem Pilot­pro­jekt „Sol­ar­camp macht Schu­le als Pro­jekt­wo­che“ zurück, das im Land­kreis Ahr­wei­ler erfolg­reich durch­ge­führt wur­de. Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen dabei erneu­er­ba­re Ener­gien nicht nur im Unter­richt ken­nen, son­dern set­zen kon­kre­te Pro­jek­te prak­tisch um – von Mes­sun­gen und Expe­ri­men­ten mit Pho­to­vol­ta­ik bis hin zur Pla­nung und Umset­zung eige­ner Energiewende-Projekte.

Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Rai­ner Doe­men und dem Team von Sol­ar­camp for Future ist ein gelun­ge­nes Bei­spiel dafür, wie durch Ver­net­zung neue Lösun­gen ent­ste­hen kön­nen. Der Kon­takt wur­de über den Run­den Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien (RT-EE) her­ge­stellt. Dar­aus ent­stand die gemein­sa­me Idee, die jewei­li­gen Stär­ken und Erfah­run­gen zusam­men­zu­füh­ren und Syn­er­gien zu heben.

Wäh­rend Sol­ar­camp for Future umfang­rei­che Erfah­run­gen in der Orga­ni­sa­ti­on von Sol­ar­camps und pra­xis­na­her Ener­gie­wen­de-Bil­dung ein­bringt, ver­fügt Rai­ner Doe­men über ein gewach­se­nes Netz­werk zu Schu­len, Kom­mu­nen, Hand­werks­be­trie­ben und wei­te­ren regio­na­len Akteu­ren. Aus die­ser Ver­bin­dung ent­stand das Modell „Sol­ar­camp macht Schu­le“, das zeigt, wie Kli­ma­bil­dung, Berufs­ori­en­tie­rung und Fach­kräf­te­ge­win­nung für die Ener­gie­wen­de erfolg­reich mit­ein­an­der ver­knüpft wer­den können.

Das Pilot­pro­jekt im Kreis Ahr­wei­ler hat gezeigt, wie jun­ge Men­schen durch prak­ti­sche Erfah­run­gen Selbst­wirk­sam­keit erle­ben und zugleich wich­ti­ge Zukunfts­kom­pe­ten­zen erwer­ben. Genau sol­che Ansät­ze sol­len auf dem Kon­gress vor­ge­stellt, dis­ku­tiert und bun­des­weit wei­ter­ent­wi­ckelt werden.

Der Kon­gress ver­steht sich als Impuls­ge­ber für eine deutsch­land­wei­te Bewe­gung. Denn die Ener­gie­wen­de ist nicht nur ein tech­ni­sches Pro­jekt, son­dern auch eine Bil­dungs­auf­ga­be. Die Fach­kräf­te, die unse­re Ener­gie­ver­sor­gung von mor­gen gestal­ten wer­den, sit­zen heu­te in unse­ren Klassenzimmern.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm und zur Ver­an­stal­tung gibt es auf der Ver­an­stal­tungs­sei­te im Nie­der­säch­si­schen Lern­Cen­ter (NLC).

🌍 Klimaschutzprogramm 2026: Warum die Pläne der Bundesregierung jetzt auf dem Prüfstand stehen

Die Bun­des­re­gie­rung hat ihr neu­es Kli­ma­schutz­pro­gramm vor­ge­legt – doch schon hagelt es Kri­tik. Umwelt­ver­bän­de wie die Deut­sche Umwelt­hil­fe hal­ten es für rechts­wid­rig, wäh­rend ande­re Orga­ni­sa­tio­nen vor den Fol­gen für die dezen­tra­le Ener­gie­wen­de war­nen. Was steckt dahin­ter? Und war­um ist schnel­les Han­deln jetzt so wichtig? 🔍

Das Klimaschutzprogramm 2026: Ein Schritt vorwärts – oder ein Rückschlag?

Die Bun­des­re­gie­rung hat ihr Kli­ma­schutz­pro­gramm für 2026 beschlos­sen, das Maß­nah­men zur Redu­zie­rung von Treib­haus­ga­sen fest­legt. Doch kaum war es ver­öf­fent­licht, kam mas­si­ve Kri­tik auf: Die Deut­sche Umwelt­hil­fe (DUH) wirft der Regie­rung vor, mit dem Pro­gramm gegen gel­ten­des Recht zu ver­sto­ßen. Sie kün­dig­te bereits an, die Umset­zung gericht­lich anfech­ten zu wollen.

Doch das ist nicht der ein­zi­ge Streit­punkt. Schon im Vor­feld hat­ten Mit­grün­der-Orga­ni­sa­tio­nen unse­res Run­den Tischs Erneu­er­ba­re Ener­gien — dar­un­ter Bünd­nis Bür­ger­en­er­gie (BBEn), Solar­ener­gie-För­der­ver­ein Deutsch­land und die Deut­sche Gesell­schaft für Son­nen­en­er­gie — in einem gemein­sa­men Appell vor den brem­sen­den Aus­wir­kun­gen des geplan­ten Netz­pa­kets auf die dezen­tra­le Ener­gie­wen­de gewarnt. Statt klei­ner, loka­ler Lösun­gen dro­he eine Zen­tra­li­sie­rung der Ener­gie­ver­sor­gung – mit fata­len Fol­gen für die Klimaziele.

Warum die dezentrale Energiewende so wichtig ist

Die Ener­gie­wen­de gelingt nur, wenn Bürger:innen, Kom­mu­nen und Unter­neh­men selbst zu Akteur:innen wer­den. Dezen­tra­le Lösun­gen wie Solar­an­la­gen auf Dächern, Wind­rä­der in Bür­ger­hand oder loka­le Spei­cher­lö­sun­gen machen uns unab­hän­gi­ger von fos­si­len Ener­gien und beschleu­ni­gen den Aus­bau erneu­er­ba­rer Energien.

Doch genau das steht auf dem Spiel: Wenn das Netz­pa­ket die Hür­den für klei­ne Erzeuger:innen erhöht, könn­te der Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien gebremst wer­den – und damit auch die Errei­chung der Kli­ma­zie­le. Dabei bleibt uns kei­ne Zeit: Die nächs­ten Jah­re sind ent­schei­dend, um die Erd­er­wär­mung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Was jetzt passieren muss

Die Kri­tik zeigt: Das Kli­ma­schutz­pro­gramm 2026 ist kein Selbst­läu­fer. Es braucht:
Rechts­si­cher­heit – damit Kli­ma­schutz nicht an Kla­gen schei­tert.
Mehr Unter­stüt­zung für dezen­tra­le Ener­gie­lö­sun­gen – statt neu­er Büro­kra­tie.
Schnel­le Kor­rek­tu­ren – denn die Uhr tickt.

Die Bun­des­re­gie­rung steht in der Pflicht, nach­zu­bes­sern. Doch auch wir alle kön­nen etwas bewe­gen, indem wir uns in Ener­gie­ge­nos­sen­schaf­ten enga­gie­ren, auf Öko­strom set­zen und die Kom­mu­nen auf­for­dern, mehr für die Ener­gie­wen­de zu tun. Jede Kilo­watt­stun­de zählt!

CCS: Klimaschutz Fehlanzeige — Kosten gewaltig

Am 15.10.2025 stand die von der Bun­des­re­gie­rung geplan­te Novel­lie­rung des CCS-Geset­zes – mit dem Ziel eines groß­flä­chi­gen Ein­sat­zes von CO2-Abschei­dung und ‑Spei­che­rung – im Mit­tel­punkt einer nicht öffent­li­chen Sit­zung des Umwelt­aus­schus­ses des Bun­des­tags. Aus die­sem Anlass pro­tes­tier­te das „Bünd­nis gegen CCS“ in Ber­lin: Vor dem Reichs­tags­ge­bäu­de über­gab es dem Aus­schuss­vor­sit­zen­den Lorenz Gös­ta Beu­tin (Die Lin­ke) einen von über hun­dert Orga­ni­sa­tio­nen unter­zeich­ne­ten Offe­nen Brief mit dem Titel „CCS-Gesetz stop­pen! Gemein­sam gegen den fos­si­len Irr­weg! Ech­te Kli­ma­schutz­lö­sun­gen jetzt!“. Dar­in wird die CCS-Tech­no­lo­gie als Irr­weg kritisiert.

Pro­test des „Bünd­nis gegen CCS“ vor dem Reichs­tag in Ber­lin, Bild: © Jen­ni­fer Marke

Breites Bündnis protestiert in Berlin

Mit dabei waren die Bür­ger­initia­ti­ve gegen CO₂-End­la­ger (Schles­wig-Hol­stein), die Bür­ger­initia­ti­ve „Sau­be­re Umwelt & Ener­gie Alt­mark“, BUND, Deut­sche Umwelt­hil­fe (DUH), Forum Umwelt und Ent­wick­lung, Green­peace, Power­shift und Urge­wald.
Mit Trans­pa­ren­ten und unter­stützt vom Tromm­ler „Mojo“ aus der Alt­mark setz­ten die Teil­neh­men­den ein leben­di­ges Zei­chen gegen CCS – und für ech­ten Kli­ma­schutz durch den schnellst­mög­li­chen, voll­stän­di­gen Umstieg auf erneu­er­ba­re Energien.

Teuer, riskant, ineffektiv: Kritik an CCS

Übergabe der gesammelten Unterschriften an den Bundestagsabgeordneten Lorenz Gösta-Beutin
Über­ga­be des offe­nen Briefs an den Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Lorenz Gös­ta-Beu­tin, Bild: © Jen­ni­fer Marke

Laut einer Ana­ly­se des Insti­tu­te for Ener­gy Eco­no­mics and Finan­cial Ana­ly­sis (IEEFA) könn­ten sich die Sub­ven­tio­nen für CCS in Groß­bri­tan­ni­en bis 2050 auf rund 450 Mil­li­ar­den Euro sum­mie­ren (Quel­le). Für die in Deutsch­land geplan­ten Vor­ha­ben sei mit deut­lich höhe­ren Beträ­gen zu rech­nen. Unter­neh­men haben bereits signa­li­siert, dass sie staat­li­che Unter­stüt­zung benö­ti­gen.
Wäh­rend für CCS – wie zuvor für LNG – ein „über­ra­gen­des öffent­li­ches Inter­es­se“ fest­ge­schrie­ben wer­den soll, feh­len sol­che Prio­ri­tä­ten für natür­li­che CO₂-Sen­ken: etwa die Wie­der­vernäs­sung von Moo­ren, humus­för­dern­de Land­wirt­schaft oder eine nach­hal­ti­ge Waldentwicklung.

CCS schützt fossile Geschäftsmodelle – nicht das Klima

Kri­ti­ke­rin­nen und Kri­ti­ker bezeich­nen CCS als geschei­ter­te Schein­lö­sung, die vor allem der fos­si­len Indus­trie zugu­te­kom­me. Aktu­ell ste­he die Tech­nik zudem im Kon­text der von Minis­te­rin Rei­che geplan­ten neu­en Gas­kraft­wer­ke mit 20 GW Leis­tung.
Der Bun­des­rat hat sich dage­gen aus­ge­spro­chen, Gas­kraft­wer­ke an CCS anzu­schlie­ßen, da mit erneu­er­ba­ren Ener­gien eine CO₂-freie Alter­na­ti­ve bereit­steht.
Auch in der öffent­li­chen Anhö­rung am 13.10.2025 zeig­te sich eine Mehr­heit der Sach­ver­stän­di­gen einig: Gas­kraft­wer­ke soll­ten – ent­ge­gen der Regie­rungs­plä­ne – von der Novel­le des Koh­len­di­oxid-Spei­che­rungs­ge­set­zes aus­ge­nom­men wer­den (Quel­le).

Echte Lösungen statt fossiler Umwege

Eine kom­pak­te Dar­stel­lung der wich­tigs­ten Argu­men­te gegen CCS lie­fert der Arti­kel von Christ­fried Lenz „CCS-Gesetz­ge­bung: Umkreist die Son­ne die Erde doch?“, erschie­nen am 13.10.2025 im pv maga­zi­ne. Die zen­tra­le Bot­schaft des Bündnisses:

Statt Mil­li­ar­den in ris­kan­te und teu­re CCS-Pro­jek­te zu len­ken, braucht es kla­re Prio­ri­tät für wirk­sa­men Kli­ma­schutz – durch kon­se­quen­ten Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien, Stär­kung natür­li­cher Sen­ken und eine schnel­le Trans­for­ma­ti­on unse­res Energiesystems.

Gesellschaftliche Verknotungen überwinden

„Der Kno­ten“ – Monu­men­ta­les Kunst­werk als Mah­nung an die Mensch­heit!
Das Kunst­werk ist ein welt­weit rei­chen­des Sym­bol für die Ver­bun­den­heit von Kunst, Schöp­fungs­ver­ant­wor­tung und glo­ba­ler Nach­hal­tig­keit
Bonn, 26. August 2025 – Mit der Skulp­tur „Der Kno­ten“ ist in Bonn ein Kunst­werk ent­stan­den, das die drän­gends­ten Fra­gen unse­rer Zeit unüber­seh­bar macht. Das 4,2 Meter hohe Werk des Künst­lers Omar Howeis­han, ent­hüllt im Pfarr­gar­ten von St. Lau­ren­ti­us, zeigt ein über­di­men­sio­na­les Seil, das sich zu einem Kno­ten ver­engt.
Es ist ein Sinn­bild für die dra­ma­ti­sche Ent­wick­lung der Mensch­heit: Ein Seil, bekannt als nütz­lich und lebens­dien­lich, wird durch unser Ver­hal­ten immer enger zusam­men­ge­zo­gen – bis es uns die Luft zum Atmen nimmt. „Ein klei­ner Spalt lässt den Blick in den Him­mel frei – als Zei­chen, dass wir die Chan­ce haben, den Kno­ten zu lösen“, erklär­te der Künstler.

Zivi­li­sa­to­ri­sche Sack­gas­se: Maxi­mal­ren­di­te con­tra fried­vol­le, Gene­ra­tio­nen gerech­te Zukunft
Das Werk sym­bo­li­siert über die Kli­ma­kri­se hin­aus die Fehl­ent­wick­lung unse­rer Zivi­li­sa­ti­on. Anstatt mit Ver­stand, Inter­es­se und Neu­gier erd­ver­träg­lich kom­mu­ni­ka­tiv, par­ti­zi­pa­tiv und ganz­heit­lich zu han­deln, setzt die Mensch­heit all­zu oft auf kurz­fris­ti­ge Maxi­mal­ren­di­ten. Ein Han­deln, das kurz­fris­ti­gen Gewinn über Ver­ant­wor­tung für Mensch und Erde stellt, zer­stört die Grund­la­gen einer lebens­wer­ten Zukunft – und zieht den Kno­ten immer enger zu.
Papst Fran­zis­kus hat in sei­ner Enzy­kli­ka „Lau­da­to Si“ deut­lich gemacht, dass die Schöp­fung kein Kon­sum­gut, son­dern ein gemein­sa­mes Haus ist, das wir bewah­ren müs­sen. Auch die­se Bot­schaft spie­gelt die Skulp­tur im Pfarr­gar­ten wider: Sie ruft dazu auf, öko­no­mi­sches Han­deln an den 17 Sus­tainable Deve­lo­p­ment Goals (SDGs) der Ver­ein­ten Natio­nen aus­zu­rich­ten und eine glo­ba­le Kreis­lauf­wirt­schaft aufzubauen.

Hoff­nung durch gemein­sa­mes Han­deln
Der not­wen­di­ge Wan­del hin zu einer zukunfts­fä­hi­gen Wirt­schafts- und Lebens­wei­se kann nicht durch indi­vi­du­el­les Kon­sum­ver­hal­ten gelin­gen, son­dern nur durch gemein­sa­mes, kom­mu­ni­ka­ti­ves und par­ti­zi­pa­ti­ves Han­deln vie­ler. Ein gelun­ge­nes Bei­spiel dafür ist die Bür­ger­en­er­gie: Sie zeigt, wel­che Kraft ent­steht, wenn Men­schen Ver­ant­wor­tung über­neh­men, gemein­sam in nach­hal­ti­ge Pro­jek­te inves­tie­ren und im Genos­sen­schafts­we­sen gerecht pro­fi­tie­ren.
„Ich bin über­zeugt, dass wir durch Bür­ger­en­ga­ge­ment und Bür­ger­in­ves­ti­tio­nen den ent­schei­den­den Bei­trag leis­ten kön­nen“, beton­te Rai­ner Doe­men, lang­jäh­ri­ger Mit­ge­stal­ter des Run­den Tisches Erneu­er­ba­re Ener­gien. „Bür­ger­en­er­gie macht sicht­bar, dass gemein­sa­mes Han­deln nicht nur mög­lich ist, son­dern auch eine enor­me Wir­kung ent­fal­ten kann – und genau die­se Hal­tung brau­chen wir, um Kli­ma­wan­del und Umwelt­zer­stö­rung wirk­sam aufzuhalten.“

Bonn sen­det Signal – Hoff­nung bleibt
„Möge uns die­ses Werk dar­an erin­nern, dass unser gemein­sa­mes Haus beschä­digt ist – und dass wir in der Ver­ant­wor­tung ste­hen, sei­nen Fort­be­stand zu sichern“, mahn­te Dia­kon Ralf Knob­lauch.
Auch Bonn ver­steht die Skulp­tur als Mah­nung und Auf­trag erklär­te Ober­bür­ger­meis­te­rin Kat­ja Dör­ner: „Das Kunst­werk ist ein ein­drucks­vol­les Sym­bol für die glo­ba­le Kli­ma­kri­se. Es ist zugleich Mahn­mal und Zei­chen der Hoff­nung. Und es erin­nert uns dar­an, dass wir gemein­sam die Her­aus­for­de­run­gen der Kli­ma­kri­se ange­hen müs­sen. Um Bonn bis 2035 kli­ma­neu­tral zu machen, sind gro­ße und gemein­sa­me Anstren­gun­gen nötig von der gesam­ten Stadt­ge­sell­schaft, von Poli­tik, Ver­wal­tung und Wirt­schaft. Der vom Rat beschlos­se­ne Bon­ner Kli­ma­plan ist unser Fahr­plan dafür.“
So wird der Pfarr­gar­ten von St. Lau­ren­ti­us zu einem Ort von glo­ba­ler Bedeu­tung: „Der Kno­ten“ ver­eint künst­le­ri­sche Kraft, spi­ri­tu­el­le Mah­nung und gesell­schaft­li­che Ermu­ti­gung – und macht deut­lich, dass die Mensch­heit noch die Wahl hat, ihre Zukunft zu retten.

Foto­graf: Jür­gen Häffner

Sie­he auch den Arti­kel „Kno­ten im Pfarr­gar­ten“ von Hel­mut Lorscheid 

im „Beue­ler-Ext­ra­dienst“ vom 3. Sep­tem­ber 2025 https://extradienst.net/2025/09/03/knoten-im-pfarrgarten/

Solarcamp macht Schule: Ein Leuchtturmprojekt, das bundesweit Nachahmer verdient

Was pas­siert, wenn man enga­gier­te Schü­ler, tat­kräf­ti­ge Hand­werks­be­trie­be und eine visio­nä­re Idee zusam­men­bringt? Im Kreis Ahr­wei­ler ent­stand dar­aus ein ech­tes Leucht­turm­pro­jekt: In nur einer Woche bau­ten Jugend­li­che einen Sol­ar­car­port und erhiel­ten so nicht nur Ein­bli­cke in kli­ma­freund­li­che Tech­no­lo­gien, son­dern auch in ihre eige­ne beruf­li­che Zukunft. Ein Erfolgs­mo­dell, das zeigt, wie die Ener­gie­wen­de prak­tisch und begeis­ternd in den Schul­all­tag inte­griert wer­den kann.

Premiere in Ahrweiler: Von der Theorie zur Praxis in nur einer Woche

Die Ener­gie­wen­de braucht Hän­de, die anpa­cken, und Köp­fe, die für nach­hal­ti­ge Tech­no­lo­gien bren­nen. Genau hier setzt die Initia­ti­ve „Sol­ar­camp macht Schu­le“ an, die kürz­lich als deutsch­land­wei­te Pre­mie­re am Gym­na­si­um und der Real­schu­le Cal­va­ri­en­berg eine erfolg­rei­che Pro­jekt­wo­che durch­führ­te. Weit mehr als nur theo­re­ti­scher Unter­richt stand auf dem Pro­gramm: Über 20 Schü­le­rin­nen und Schü­ler plan­ten, schraub­ten und instal­lier­ten unter fach­kun­di­ger Anlei­tung und bau­ten mit eige­nen Hän­den einen voll funk­ti­ons­fä­hi­gen Sol­ar­car­port für E‑Bikes.

Eine praktische Antwort auf den Fachkräftemangel

Das Pro­jekt ist eine direk­te Ant­wort auf eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen der Ener­gie­wen­de: den Fach­kräf­te­man­gel. Die Initia­ti­ve „Sol­ar­camp macht Schu­le“ geht die­ses Pro­blem an der Wur­zel an. Statt auf klas­si­sche Camps zu war­ten, kommt das Sol­ar­camp direkt in die Schu­len. Ziel ist es, jun­ge Men­schen früh­zei­tig für Beru­fe in der Ener­gie­wen­de zu begeis­tern und ihnen zu zei­gen, dass das Hand­werk span­nend, sinn­stif­tend und zukunfts­re­le­vant ist. Die Erfah­rung gibt den Initia­to­ren recht und zeigt, dass sol­che pra­xis­na­hen Ein­bli­cke wirken.

Starke Partner für ein starkes Projekt

Was die­ses Pro­jekt im Kreis Ahr­wei­ler zu einem ech­ten Vor­zei­ge­pro­jekt macht, ist die naht­lo­se Ver­bin­dung von Theo­rie und Pra­xis sowie die bei­spiel­haf­te Zusam­men­ar­beit. Enga­gier­te Lehr­kräf­te, die Schul­lei­tun­gen, die Kreis­ver­wal­tung Ahr­wei­ler, der Run­de Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien, die Initia­ti­ve Sol­ar­camp 4 Future und regio­na­le Part­ner wie die bei­den Hand­werks­be­trie­be Hanisch Holz­bau-Beda­chung GmbH & Co. KG und Ener­gie­Ge­winn GmbH sowie die Spar­kas­sen­stif­tung „Zukunft Kreis Ahr­wei­ler“ zogen an einem Strang.
Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler erleb­ten nicht nur, wie eine PV-Anla­ge ent­steht, son­dern auch, wie durch Koope­ra­ti­on und gemein­sa­mes Enga­ge­ment Gro­ßes bewirkt wer­den kann.

Ein Modell, das Schule machen sollte

Das Kon­zept ist bewusst modu­lar auf­ge­baut und kann fle­xi­bel ein­ge­setzt wer­den – von kur­zen Work­shops bis zu ein­wö­chi­gen Pro­jek­ten wie die­sem. Die Pre­mie­re in Ahr­wei­ler hat ein­drucks­voll bewie­sen, dass die­ses Modell funk­tio­niert. Es ver­bin­det Kli­ma­schutz­bil­dung mit hand­fes­ter Berufs­ori­en­tie­rung und gibt jun­gen Men­schen eine greif­ba­re Per­spek­ti­ve in Zukunfts­bran­chen. „Sol­ar­camp macht Schu­le“ ist somit mehr als nur ein gelun­ge­nes Ein­zel­pro­jekt. Es ist eine Blau­pau­se, die bun­des­weit Schu­le machen soll­te, um die nächs­te Gene­ra­ti­on für die Gestal­tung einer nach­hal­ti­gen Zukunft zu gewin­nen und die Ener­gie­wen­de mit der nöti­gen Tat­kraft zu beschleunigen.

CCS enttarnt: Warum CO₂-Speicherung keine Lösung ist – sondern ein Risiko

Koh­len­di­oxid ein­fan­gen, spei­chern oder gar als Roh­stoff nut­zen – Tech­no­lo­gien wie CCS und CCU wer­den zuneh­mend als Bau­stein im Kampf gegen die Kli­ma­kri­se dis­ku­tiert und von der Poli­tik geför­dert. Doch kön­nen sie die­ses Ver­spre­chen wirk­lich halten?

Webinar: "CCS enttarnt: Warum CO₂-Speicherung keine Lösung ist – sondern ein Risiko"

Koh­len­di­oxid-Emis­sio­nen sind haupt­ver­ant­wort­lich für die Kli­ma­kri­se. Wie schön wäre es, wenn wir sie ein­fach zum Ver­schwin­den brin­gen könn­ten! Die Erfül­lung die­ses Traums ver­spricht ein Kon­zept namens CCS. Koh­len­di­oxid soll aus der Atmo­sphä­re oder aus Abgas­strö­men her­aus­ge­fil­tert und dann in End­la­gern ver­wahrt wer­den. Oder, noch bes­ser: Es soll als Roh­stoff in der Che­mie­in­dus­trie Ver­wen­dung fin­den — in der­sel­ben Che­mie­in­dus­trie, die es bis­her noch in gro­ßen Men­gen als Abfall pro­du­ziert. Das nennt sich dann CCU.

Spä­tes­tens mit dem Koali­ti­ons­ver­trag ist klar, dass die neue Bun­des­re­gie­rung sich von die­sen Ideen viel ver­spricht. Gan­ze Indus­trie­zwei­ge sol­len mit Hil­fe von CCS und CCU “kli­ma­neu­tral” wer­den, also nicht mehr CO2 in die Luft ent­las­sen, als sie an ande­rer Stel­le wie­der ein­fan­gen. Kann das funk­tio­nie­ren? So viel wol­len wir an die­ser Stel­le spoi­lern: Nein.

Sei­en Sie dabei am Mon­tag, den 12. Mai 2025, um 18:00 Uhr, wenn unse­re Expert*innen Dr. Bern­hard Weß­ling und Kers­tin Mey­er ihre Ana­ly­sen zu Ther­mo­dy­na­mik, Nach­hal­tig­keit und poli­ti­scher Schön­rech­nung von CCS/CCU in dem von Power­Shift orga­ni­sier­ten Web­i­nar prä­sen­tie­ren und zur Dis­kus­si­on stellen.

Dr. Bern­hard Weß­ling hat sich die Sache ganz grund­sätz­lich ange­schaut, und zwar auf der Ebe­ne der Ther­mo­dy­na­mik. Was bedeu­tet es eigent­lich, wenn es heißt, CCS und CCU benö­ti­gen viel Ener­gie? Was geschieht, wenn Koh­len­di­oxid erst erzeugt und dann wie­der ein­ge­fan­gen wird? Kann es einen “nach­hal­ti­gen” tech­ni­schen Koh­len­stoff­kreis­lauf über­haupt geben? Und was bedeu­tet „Nach­hal­tig­keit“ eigent­lich genau, wie kön­nen wir sie objek­tiv beur­tei­len bzw. sogar mes­sen?
In die­sem Web­i­nar stellt er sei­ne Erkennt­nis­se vor und zur Dis­kus­si­on. Das Ergeb­nis sei­ner Ana­ly­se: CCS, DAC, CCU sind alles ande­re als nach­hal­tig, sie wer­den mas­si­ve Kol­la­te­ral­schä­den in der Umwelt verursachen.

Die gro­ße Fra­ge, die danach bleibt: Wie kann es sein, dass die­se Tech­nik den­noch als Opti­on für den Kli­ma­schutz gilt? Kers­tin Mey­er schaut mit uns in aktu­el­le und geplan­te Regel­wer­ke und erklärt, wie CCS (und CCU) auf dem Papier sys­te­ma­tisch schön­ge­rech­net wer­den und war­um auch hypo­the­ti­sches CCS gefähr­lich für den Kli­ma­schutz ist.

Zu den Referent*innen:

  • Dr. Bern­hard Weß­ling ist Che­mi­ker, Unter­neh­mer, Natur­for­scher und Autor (zuletzt erschie­nen: “Was für ein Zufall! Zum Ursprung von Unvor­her­seh­bar­keit, Kom­ple­xi­tät, Kri­sen und Zeit”, Sprin­ger­Na­tu­re 2025)
  • Kers­tin Mey­er ist die Lei­te­rin Wirt­schaft und Finan­zen beim BUND — Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land e.V.

Mode­ra­ti­on:

Neelke Wag­ner, Refe­ren­tin für Kli­ma- und Res­sour­cen­ge­rech­tig­keit bei Power­Shift — Ver­ein für eine öko­lo­gisch-soli­da­ri­sche Ener­gie- & Welt­wirt­schaft e.V.

Breite Allianz für Klimaschutz: Appelle an die künftige Regierung

Kurs hal­ten bei Kli­ma und Demo­kra­tie: Das for­dern über 150 Stif­tun­gen und 12.000 Wissenschaftler:innen von der künf­ti­gen Regie­rung. Erfah­ren Sie mehr über die gemein­sa­men For­de­run­gen nach Ein­hal­tung von Kli­ma­ge­set­zen, sozia­ler Gerech­tig­keit und fak­ten­ba­sier­ter Politik.

Alarmstufe Klima: Stiftungen und Wissenschaft fordern Kurswechsel von der Politik!

Deutsch­land steht am Schei­de­weg – und zwei gewich­ti­ge Stim­men erhe­ben sich mit einer unmiss­ver­ständ­li­chen Bot­schaft an die künf­ti­ge Bun­des­re­gie­rung: Schluss mit Zögern beim Kli­ma­schutz! Sowohl über 150 ein­fluss­rei­che Stif­tun­gen als auch ein Heer von über 12.000 Wissenschaftler:innen schla­gen in sepa­ra­ten, aber inhalt­lich ver­blüf­fend ähn­li­chen Appel­len Alarm.

Ihre gemein­sa­me, drin­gen­de For­de­rung: Hän­de weg von bestehen­den Kli­ma­schutz­ge­set­zen und dem Pari­ser Abkom­men! Jeder Ver­such, die­se auf­zu­wei­chen, sei eine Gefahr für unse­re Zukunft. Doch es geht um mehr als nur CO2-Zie­le: Bei­de Grup­pen beto­nen ein­dring­lich, dass eine star­ke Demo­kra­tie das Fun­da­ment für jeden wirk­sa­men Kli­ma- und Umwelt­schutz ist. Ohne sie? Kei­ne Chance!

Die Zeit drängt. Deutsch­land und die EU müs­sen jetzt ihre Hand­lungs­fä­hig­keit unter Beweis stel­len und die Kli­ma­kri­se ent­schlos­sen, fair und bezahl­bar angehen.

Wollen Sie wissen, was genau dahintersteckt?

  • Der Appell „Kurs hal­ten!“ der Stif­tun­gen: Wel­che fünf unver­han­del­ba­ren Grund­pfei­ler sehen über 150 Stif­tun­gen als Fun­da­ment für Deutsch­lands Zukunft? War­um ist jetzt der ent­schei­den­de Moment zum Han­deln und wie ver­bin­den sie Kli­ma­schutz mit sozia­ler Gerechtigkeit? 
  • Der Appell der Wis­sen­schaft an die Poli­tik: Wel­che wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten Schrit­te for­dern über 12.000 Expert:innen? War­um dul­det die Kli­ma­kri­se abso­lut kei­nen Auf­schub mehr und wie sieht ihre Road­map für den Aus­stieg aus fos­si­len Ener­gien und eine nach­hal­ti­ge Wirt­schaft aus? 

Appell anläßlich der Bundestagswahl 2025


Mil­li­ar­den Men­schen müs­sen gemein­sam den Ener­gie­sys­temum­bau antrei­ben – lasst uns bei der Bun­des­tags­wahl für mehr Kli­ma­schutz stim­men und eine nach­hal­ti­ge Zukunft sichern!

APPELL zur Bundestagswahl am 23. Februar 2025

Lie­be Mit­bür­ge­rin­nen und Mitbürger,

WARUM bedarf es uns als bewusst han­deln­de Energie-Bürger?

Unser Han­deln in unse­rem gewohn­ten zivi­li­sa­to­ri­schen Lebens­all­tag benö­tigt ENERGIE. Ener­gie muss also bedarfs­ge­recht für uns alle bereit­ste­hen. Ver­wen­den wir für unse­re zivi­li­sa­to­ri­sche Lebens­wei­se fos­si­le Brenn­stof­fe (Erd­öl, Erd­gas, Koh­le) als Ener­gie-Bereit­stel­lungs-Quel­len, pro­du­zie­ren wir damit Treibhausgasemissionen.

Doch vor allem in den Indus­trie­staa­ten – wie auch Deutsch­land – führt eine fort­lau­fen­de gigan­ti­sche Men­ge men­schen­ge­mach­ter CO₂-Emis­sio­nen zur glo­ba­len Erwär­mung unse­res Pla­ne­ten mit der Fol­ge anstei­gen­der ver­hee­ren­der Umwelt­ka­ta­stro­phen, so vor Kur­zem in Valen­cia (Spa­ni­en). Um unse­re zivi­li­sa­to­ri­sche Lebens­wei­se best­mög­lich fort­füh­ren zu kön­nen, mes­sen wir unser natio­na­les Treib­haus­gas-Bud­get. Schlimm ist: Wir haben unser natio­na­les Bud­get bereits auf­ge­braucht, bemes­sen an der Ein­hal­tung der 1,5°C‑Grenze Erd­er­wär­mung von Paris.

Eine Stu­die im Auf­trag des BMWK kommt zu dem Ergeb­nis, dass die Fol­ge­kos­ten des men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­dels unvor­stell­bar hoch aus­fal­len: Bis 2050 fal­len danach zwi­schen 280 und 900 Mrd. Euro an Kli­ma­wan­del beding­ten Fol­ge­kos­ten an. In die­se unvor­stell­bar hohe Geld­sum­me sind Wer­te NICHT ein­ge­rech­net für gesund­heit­li­che Beein­träch­ti­gun­gen, Todes­fäl­le durch Hit­ze und Über­flu­tun­gen, die Belas­tung von Öko­sys­te­men, den Ver­lust von Arten­viel­falt und eine schlech­te­re Lebensqualität.

Die­se erschre­ckend hohen Fol­ge­kos­ten müs­sen aus von uns erwirt­schaf­te­ten Steu­er­mit­teln begli­chen wer­den. Rele­van­te Steu­er­ein­nah­men für ande­re Auf­ga­ben staat­li­chen Han­delns feh­len uns dem­zu­fol­ge. Für vor­aus­schau­en­des, dem Kli­ma­wan­del ent­ge­gen­wir­ken­des Han­deln set­zen wir im Ver­gleich dazu viel zu nied­ri­ge Geld­be­trä­ge und Erfolg ver­spre­chen­de Umset­zungs­stra­te­gien ein.

Wir, Mil­li­ar­den Men­schen auf die­ser Erde, müs­sen den Umbau des Ener­gie­sys­tems von fos­sil-nukle­ar und zen­tral selbst mit­ein­an­der ange­hen. Weder Regie­ren­de noch Poli­ti­ker noch die Kon­zern gelenk­te Rohstoff‑, Chemie‑, Stahl- oder Zement­in­dus­trie noch die Plas­tik-Indus­trie haben mit ihrer Macht und ihrem welt­weit sehr hohen Ein­fluss ein Inter­es­se, das hohe Poten­ti­al von infor­mier­tem und wil­li­gem Bür­ger­en­ga­ge­ment am Macht­fak­tor Ener­gie teil­ha­ben zu lassen.

Lasst uns daher bit­te mit der star­ken Kraft unse­res Bür­ger-Enga­ge­ments die kom­men­de Bun­des­tags­wahl zu einer Kli­ma­schutz-Wahl machen! Jede dazu pas­send gesetz­te Wäh­ler­stim­me ist rich­tungs­wei­send, um eine nach­hal­ti­ge und lebens­wer­te Zukunft für uns und kom­men­de Gene­ra­tio­nen klar einzufordern.

SFV-Karikaturenkalender 2025: Lachen gegen den Klimakampf

Ger­hard Mes­ters Kari­ka­tu­ren beglei­ten Sie durch das Jahr und hel­fen, den rea­le Irr­sinn um uns her­um mit Humor zu ertragen.

SFV-Kalender 2025

Der Solar­ener­gie-För­der­ver­ein Deutsch­land (SFV) prä­sen­tiert den SFV-Kari­ka­tu­ren­ka­len­der 2025. Mit Kari­ka­tu­ren von Ger­hard Mes­ter wird der Kli­ma­kampf humor­voll beleuchtet.

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