Alles, was Einzelpersonen oder Organisdationen selbst tun können, also z. B. Balkonkraftwerk installieren, neues Quartierskonzept, Bürgergenossenschaften für Ladesäulen, usw.

Dunkelflauten überbrücken: Warum wir jetzt ein Marktanreizprogramm für Langzeitspeicher brauchen

Deutschland steht vor einer historischen Weichenstellung: Wie sichern wir unsere Stromversorgung, wenn Wind und Sonne über Tage oder sogar Wochen ausbleiben? Ein breites Bündnis von Energieexperten schlägt ein kluges Marktanreizprogramm für Langzeitspeicher vor – doch ohne politischen Willen und öffentlichen Druck wird es nicht gelingen. Warum dieser Plan alternativlos ist und wie Sie ihn unterstützen können.

Die Energiewende ist in eine kritische Phase eingetreten. Während der Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken voranschreitet, fehlt eine entscheidende Komponente: Langzeitspeicher, die Dunkelflauten von bis zu drei Wochen überbrücken können. Doch der Markt allein wird dieses Problem nicht lösen – zu unattraktiv sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Investoren. Ein breites Bündnis von Energieexperten um Eberhard Waffenschmidt, Rainer Doemen und Aribert Peters legt nun einen detaillierten Vorschlag für ein Marktanreizprogramm für Langzeitspeicher vor. Ihr Plan ist pragmatisch, technologieoffen und könnte den Durchbruch für eine vollständig erneuerbare Stromversorgung bedeuten. Doch er braucht jetzt Unterstützung – von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Warum der Markt versagt

Kurzzeitspeicher wie Batterien boomen, weil sie durch häufige Ladezyklen wirtschaftlich sind. Langzeitspeicher hingegen werden nur selten abgerufen – ihre Investitionskosten pro Megawattstunde müssten daher um ein Vielfaches niedriger sein, um rentabel zu sein. Doch genau hier fehlen die Anreize. Zudem scheuen Kreditgeber das Risiko, in Technologien zu investieren, die nur alle paar Jahre zum Einsatz kommen. Ohne gezielte Förderung wird es keine Markteinführung geben – und damit auch keine Kostensenkung durch Skaleneffekte.

Der Plan: Ein Markt mit klaren Regeln

Das vorgeschlagene Programm setzt auf zwei Säulen:

  1. Bereitstellungspreis: Eine Vergütung für die reine Verfügbarkeit von Speicherkapazität, die Investitionen absichert.
  2. Arbeitspreis: Eine zusätzliche Vergütung für tatsächlich gelieferte Energie, die Anreize schafft, im Ernstfall lieferbereit zu sein.

Die Aktivierung der Speicherreserve erfolgt automatisch, sobald der Börsenstrompreis eine festgelegte Schwelle überschreitet – ein transparentes, marktgetriebenes Signal.
Besonders clever: Die Speicher dürfen auch am Tagesgeschäft teilnehmen, um ihre Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Nur im Ernstfall müssen sie ihre volle Leistung für die Dunkelflaute reservieren.

Klimaneutralität und Technologieoffenheit

Ein zentraler Punkt des Vorschlags ist die klimaneutrale Ausrichtung. Nur Speicher, die nachweislich mit erneuerbaren Energien betrieben werden, kommen infrage. Das schließt Batterien, Biogas oder grünen Wasserstoff ein – und fördert gezielt Technologien, die mindestens drei Tage kontinuierlich Strom liefern können. Kurzzeitspeicher haben hier keine Chance, was die Entwicklung echter Langzeitlösungen beschleunigt.

Warum wir jetzt handeln müssen

Die Experten schlagen jährliche Auktionen vor, bei denen die Bereitstellungspreise für bis zu 15 Jahre festgelegt werden. Das gibt Investoren Planungssicherheit und ermöglicht einen schrittweisen Ausbau der Speicherkapazitäten. Doch der Plan steht und fällt mit der politischen Umsetzung. Die ersten Ausschreibungen sollen klein beginnen, um Erfahrungen zu sammeln – doch ohne öffentlichen Druck wird die Politik zögern.

Ihre Stimme zählt

Dieser Vorschlag ist eine Chance, die Energiewende endlich zu vollenden. Doch er braucht breite Unterstützung – von Kommunen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern. Unterstützen Sie den Aufruf zur Einführung eines Marktanreizprogramms für Langzeitspeicher! Mit Ihrer Unterschrift fordern Sie die Politik auf, jetzt die Weichen für eine sichere, erneuerbare Stromversorgung zu stellen.

Also: Mitzeichnen und teilen!
Wählen Sie zunächst, ob Sie als Privatperson mitzeichnen wollen oder für eine Organisation (Unternehmen, Verein, Verband, …):

Quellen:

Aus Ahrtal wird SolAHRtal: Fünf Jahre nach der Flut – eine Zwischenbilanz

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe zeichnet sich ein zwiespältiges Bild: Bei den Nahwärmenetzen ist das Ahrtal auf dem Weg zur Modellregion weiter als viele erwartet haben. Doch ein öffentliches Gesamtmonitoring, das den Fortschritt des nachhaltigen Wiederaufbaus transparent und nachprüfbar macht, fehlt bis heute. Damit droht das politische Versprechen einer „Modellregion Ahrtal” zur unverbindlichen Leerformel zu werden – während die SolAHRtal-Initiative bereits seit 2022 einen fachlichen Maßstab für die Bewertung liefert.

Der Projektvorschlag als Referenzrahmen

Im Mai 2022, weniger als ein Jahr nach der Katastrophe, legte die SolAHRtal-Initiative den Projektvorschlag „Nachhaltiger Wiederaufbau und Nutzung regenerativer Energien im Kreis Ahrweiler” vor. Mehr als 45 ehrenamtlich engagierte Fachleute aus Wissenschaft, Ingenieurwesen, Energieberatung, Handwerk und Zivilgesellschaft entwickelten darin ein fachübergreifendes Gesamtkonzept für den klimaneutralen Umbau des Energiesystems im Ahrtal – mit konkreten Handlungsempfehlungen für die Bereiche Strom, Wärme, Mobilität und Flächenplanung.

Was ursprünglich als Vision für den Wiederaufbau entstand, hat im Laufe der Jahre eine zweite Bedeutung gewonnen: Der Projektvorschlag dient heute zunehmend als fachlicher Orientierungsrahmen, um bereits erreichte Fortschritte und weiterhin bestehende Defizite systematisch einordnen zu können. Die nachfolgende Bilanz beschreibt deshalb nicht nur die einzelnen Maßnahmen des Wiederaufbaus, sondern bewertet sie zugleich danach, in welchem Umfang sich die damals formulierten Ziele inzwischen in der Praxis wiederfinden.

Was wurde erreicht? – Nahwärmenetze als Erfolgsgeschichte

Unmittelbar nach der Flut schien die Vorstellung unrealistisch, ganze Ortslagen künftig über erneuerbare Nahwärmenetze zu versorgen. Fünf Jahre später zeigt sich ein differenziertes Bild: Aus ersten Visionen sind mehrere konkrete Projekte entstanden, die inzwischen bundesweit Beachtung finden.

Bereits Ende 2022 entstand in Marienthal das erste dauerhaft betriebene Bürger-Nahwärmenetz des Ahrtals, betrieben von der eegon – Eifel Energiegenossenschaft eG, das Biomasse mit Solarthermie kombiniert.

Einen Meilenstein markierte das Jahr 2023 in Rech. Dort entstand mit dem kalten Nahwärmenetz ein quartiersbezogenes Versorgungssystem auf Basis oberflächennaher Geothermie. Anders als klassische Fernwärme transportiert dieses Netz kein heißes Wasser, sondern stellt den Gebäuden ein niedrig temperiertes Wärmenetz zur Verfügung, aus dem die einzelnen Wärmepumpen ihre Umweltwärme beziehen. Die erste Ausbaustufe versorgt inzwischen zahlreiche Haushalte; langfristig soll das Netz weiterwachsen. Parallel richtete die Ortsgemeinde einen kommunalen Arbeitskreis zur Energieentwicklung ein, der Stromerzeugung, Wärmewende und Eigenversorgung erstmals systematisch gemeinsam betrachtete.

Nahwärmeprojekte im Ahrtal (Stand: Juli 2026)

ProjektträgerProjektOrtStand
eegon – Eifel Energiegenossenschaft eGBürger-NahwärmenetzMarienthalSeit November 2022 in Betrieb
Ortsgemeinde RechKaltes NahwärmenetzRechIn Betrieb
Energie Dernau GmbHNahwärmenetzDernauUmsetzung
Energie Mayschoß GmbHNahwärmenetzMayschoßUmsetzung
Zukunft Mittelahr AöRKoordination der WärmeprojekteDernau – Rech – MayschoßLaufend
Projekt „Kalte Dorfwärme Altenahr”Kaltes WärmenetzAltenahrProjekt
Projekt „Kalte Dorfwärme Hönningen”Kaltes WärmenetzHönningenProjekt
Projekt „Kalte Dorfwärme Altenburg”Kaltes WärmenetzOrtsgemeinde AltenahrProjekt

Gemeinsam zeigen diese Projekte, welches Potenzial bürgerschaftliches Engagement für eine klimafreundliche Energieversorgung besitzt. Was unmittelbar nach der Flut vielfach noch als Vision galt, ging innerhalb weniger Jahre in die praktische Umsetzung über. Die Erfahrungen aus dem Ahrtal stoßen inzwischen bundesweit auf Interesse: Rech und Marienthal haben sich zu Referenzprojekten für den klimafreundlichen Wiederaufbau entwickelt, das Kompetenzzentrum Nahwärme der Energieagentur Rheinland-Pfalz koordiniert den überregionalen Wissenstransfer.

Von der Projektinsel zur Gesamtstrategie – Kommunale Wärmeplanung

Mit dem Inkrafttreten des Wärmeplanungsgesetzes zum 1. Januar 2024 gewinnen kommunale Wärmepläne auch im Kreis Ahrweiler zunehmend an Bedeutung. Während nach der Flut zunächst einzelne Pilotprojekte im Mittelpunkt standen, rückt nun die Frage in den Vordergrund, wie ganze Gemeinden künftig mit erneuerbarer Wärme versorgt werden können.

Die Nahwärmeprojekte liefern dafür wichtige praktische Erfahrungen. Sie verbinden Gebäude, Energiequellen, Stromnetze und kommunale Entwicklung zu einer langfristigen Gesamtstrategie. Die Entwicklung bestätigt damit einen zentralen Gedanken des SolAHRtal-Projektvorschlags: Die Energiewende gelingt besonders dort, wo Stromversorgung, Wärmeversorgung, Netzinfrastruktur und kommunale Entwicklung gemeinsam geplant werden.

Gleichzeitig machen die Erfahrungen deutlich, dass gemeinschaftliche Wärmenetze hohe planerische, organisatorische und finanzielle Anforderungen stellen und eine langfristige Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordern. Die Berichterstattung von SWR und anderen Medien zeigt, dass sich die Entwicklung in den einzelnen Gemeinden unterschiedlich schnell vollzieht und der Aufbau einer flächendeckenden Wärmeversorgung weiterhin einen langen Atem erfordert.

Wo es hakt – Infrastruktur, Digitalisierung und das fehlende Monitoring

Stromnetz und Digitalisierung

Mit jeder neu installierten Photovoltaikanlage, jeder Wärmepumpe und jedem Batteriespeicher steigen die Anforderungen an die Stromnetze. Der Erfolg der Energiewende hängt nicht allein vom Ausbau erneuerbarer Energien ab – ebenso entscheidend ist die Leistungsfähigkeit der Verteilnetze, der Ausbau von Ortsnetzstationen und Transformatoren sowie die Digitalisierung der Netzinfrastruktur.

Hier zeigt sich ein strukturelles Spannungsfeld: Während Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen vielerorts zum neuen Standard beim Wiederaufbau werden, entwickelt sich die Digitalisierung der Energieversorgung – insbesondere der Rollout intelligenter Messsysteme (Smart Meter) – deutlich langsamer. Dabei gelten Smart Meter als wichtige Voraussetzung für flexible Stromtarife, netzdienliches Laden von Elektrofahrzeugen, den wirtschaftlichen Betrieb von Batteriespeichern und den Aufbau virtueller Kraftwerke. Die technische Entwicklung der Gebäude schreitet schneller voran als die Digitalisierung der Netzinfrastruktur.

Zwei Geschwindigkeiten im Wiederaufbau

Bereits 2023 zeichnete sich ein Entwicklungsmuster ab, das den Wiederaufbau bis heute prägt: Während Wohngebäude, Straßen, Brücken und öffentliche Einrichtungen vielerorts zügig wiederhergestellt werden, entwickelt sich der Umbau der Energieinfrastruktur deutlich langsamer. Der bauliche Wiederaufbau ist vielerorts sichtbar abgeschlossen oder weit fortgeschritten. Der Umbau hin zu einem klimaresilienten und treibhausgasneutralen Energiesystem benötigt dagegen mehr Zeit, weil technische Infrastruktur, Genehmigungsverfahren und kommunale Planungen langfristig aufeinander abgestimmt werden müssen.

Das zentrale Defizit: Kein Gesamtmonitoring

Fakten / Einschätzung: Die farbig markierten Textpassagen enthalten Einschätzungen unseres Redaktionsteams. Alle nicht markierten Inhalte beruhen auf überprüfbaren Tatsachen.

Die größte Schwachstelle bleibt jedoch eine andere: Nach unserem Kenntnisstand liegt bis heute keine kreisweite, öffentlich zugängliche Auswertung darüber vor, wie sich die Energieversorgung des gesamten Ahrtals seit der Flutkatastrophe verändert hat. Dadurch lässt sich weder belastbar beurteilen, welcher Anteil der zerstörten fossilen Heizsysteme inzwischen durch erneuerbare Wärmeversorgung ersetzt wurde, noch in welchem Umfang das politisch formulierte Ziel einer „Modellregion Ahrtal” tatsächlich erreicht worden ist.

Die Klimaschutz- und Energiewendeberichte des Kreises Ahrweiler sowie weitere wissenschaftliche Quellen ermöglichen lediglich eine eingeschränkte Einschätzung.

Die echte Umsetzung der ausgerufenen „Modellregion Ahrtal” wird nie das Ergebnis eines politischen Versprechens sein. Sie braucht klar definierte Ziele, transparente Erfolgskriterien und regelmäßig veröffentlichte Fortschrittsberichte. Genau daran fehlt es bislang, um den Weg zur Modellregion oder zum klimaneutralen Umbau der Energieversorgung objektiv bewerten zu können.

Ausblick

Die größte Chance der kommenden Jahre besteht unseres Erachtens darin, dass Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgerschaft ein gemeinsames Leitbild mit messbaren Zielen und regelmäßig veröffentlichten Fortschrittsberichten etablieren. Die Arbeitsweise unseres Runden Tisches zeigt, wie komplexe Zukunftsaufgaben gemeinsam entwickelt werden können.

Die inzwischen entstandenen Nahwärmeprojekte belegen, dass der Projektvorschlag der SolAHRtal-Initiative kein theoretisches Konstrukt geblieben ist, sondern in zentralen Teilen seine praktische Tauglichkeit bewiesen hat. Was nun fehlt, ist der politische Wille, die längst überfällige Transparenz zu schaffen – durch ein öffentliches Gesamtmonitoring, das den Fortschritt des nachhaltigen Wiederaufbaus für alle nachvollziehbar macht.

Werden die aufgezeigten Chancen ergriffen, kann das Ahrtal über die Landesgrenzen hinaus vorzeigen, wie aus einer Naturkatastrophe eine international beachtete Modellregion für Klimaanpassung, Energiewende und bürgerschaftliches Engagement entstehen kann.

Ausführliche Hintergründe und Bewertungen

Wer die Hintergründe, Quellen und Bewertungen im Detail nachvollziehen möchte, findet hier unsere wissenschaftlich fundierte Dokumentation. Sie dokumentiert den bisherigen Weg vom Ahrtal zum SolAHRtal, benennt erreichte Fortschritte ebenso wie bestehende Defizite und versteht sich als fachlicher Referenzrahmen für Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

Frühere Veröffentlichungen zum Thema

Bereits 2024 hat die SolAHRtal-Initiative eine erste Zwischenbilanz zum Stand des nachhaltigen Wiederaufbaus im Ahrtal vorgelegt: „Aus Ahrtal wird SolAHRtal – eine erste Zwischenbilanz“. Der Beitrag beleuchtet die Entwicklung der ersten drei Jahre nach der Flutkatastrophe.

Quellen

Zeit zum Handeln – Bildungskongress „Klimaneutrale Schulen“

Katholische Akademie Stapelfeld, Cloppenburg | 30. Juni 2026

Der Bildungskongress „Klimaneutrale Schulen“ hat deutlich gemacht: Die Herausforderungen des Klimawandels, die Zukunftsfähigkeit unseres Bildungssystems und die Entwicklung demokratischer Handlungskompetenz gehören untrennbar zusammen. Klimaneutrale Schulen sind weit mehr als ein Beitrag zum Klimaschutz. Sie können Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche Verantwortung übernehmen, Selbstwirksamkeit erfahren und gemeinsam Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln.

Die Beiträge aus Wissenschaft, Bildungsforschung, kommunaler Praxis und Schule zeigten eindrucksvoll, dass die notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnisse, pädagogischen Konzepte und technischen Möglichkeiten bereits vorhanden sind. Entscheidend ist nun, diese Erkenntnisse konsequent in die Breite zu tragen und den begonnenen Transformationsprozess gemeinsam weiterzuentwickeln.

Kliamneutrale Schulen

Klimaneutrale Schulen als Orte gelebter Verantwortung

Ein zentrales Leitmotiv des Kongresses formulierte Margret Rasfeld mit den Worten: „Man muss Schülerinnen und Schülern etwas zutrauen.“ Dieser Satz beschreibt den notwendigen Kulturwandel in unserem Bildungssystem. Junge Menschen dürfen nicht nur über Zukunftsthemen lernen – sie müssen die Möglichkeit erhalten, ihre Schule und ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten.

Dabei beginnt Veränderung oft mit kleinen, konkreten Schritten. An vielen Schulen übernehmen Energie-Detektivinnen und -Detektive bereits Verantwortung für einen bewussten Umgang mit Energie. Sie zeigen, dass einfache Maßnahmen beim Heizen, Lüften und Ausschalten unnötiger Beleuchtung erhebliche Einsparungen ermöglichen. Die eingesparten Mittel schaffen finanzielle Spielräume für weitere nachhaltige Investitionen. Dazu zählen beispielsweise Photovoltaikanlagen, auch als Überdachungen gepflasterter oder asphaltierter Schulhofflächen. Das Beispiel aus Schaumburg hat eindrucksvoll gezeigt, dass auf diese Weise selbst finanzschwächere Kommunen neue Investitionsmöglichkeiten schaffen können. So wird sichtbar: Wer Schülerinnen und Schülern Verantwortung überträgt, stärkt ihre Selbstwirksamkeit und erzielt zugleich messbare Fortschritte auf dem Weg zur klimaneutralen Schule.

Die große Resonanz des Kongresses unterstreicht die gewachsene Bedeutung des Themas. Vertreterinnen und Vertreter aus Schulen, Wissenschaft, Kommunen, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung kamen beim Kongress zusammen. Sie tauschten Erfahrungen aus, knüpften neue Netzwerke und entwickelten konkrete Handlungsmöglichkeiten. Der vielfach geäußerte Wunsch nach einer Fortsetzung des Austauschs und einer bundesweiten Vernetzung unterstreicht den Bedarf, die begonnenen Initiativen weiterzuführen.

Der Kongress versteht sich deshalb als Ausgangspunkt eines gemeinsamen Prozesses. Ziel ist es, eine neue, ganzheitlich orientierte Arbeits- und Lösungsweise zu etablieren. Bildung, Klimaschutz, Gesundheit, Demokratiebildung sowie kommunale und gesellschaftliche Entwicklung sollen dabei als gemeinsame Zukunftsaufgabe verstanden werden.

Schulen brauchen politische Priorität

Als Fazit des Bildungskongresses ergibt sich ein klarer Handlungsauftrag an Politik, Verwaltung und Gesellschaft:

Die Entwicklung klimaneutraler Schulen muss auf sämtlichen staatlichen Ebenen – Bund, Länder, Kreise, Städte und Gemeinden – sowie in allen demokratisch legitimierten Parteien und Wählervereinigungen zu einer politischen Priorität werden. Die erforderlichen Konzepte liegen vor, erfolgreiche Praxisbeispiele existieren, engagierte Schulen und Kommunen weisen den Weg. Was jetzt gebraucht wird, sind politische Entschlossenheit, verlässliche Rahmenbedingungen und der Wille, erfolgreiche Ansätze flächendeckend zu ermöglichen.

Klimaneutrale Schulen sind kein Zusatzprogramm. Sie verbinden Bildung, Klimaschutz, Gesundheit, Demokratiebildung und regionale Entwicklung zu einer gemeinsamen Zukunftsstrategie. Sie stärken junge Menschen darin, Verantwortung zu übernehmen, Herausforderungen zu bewältigen und gesellschaftlichen Wandel aktiv mitzugestalten.

Aus den Erkenntnissen und Erfahrungen des Kongresses entsteht ein gemeinsamer Appell an alle Verantwortlichen. Sie sollen die politischen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für klimaneutrale Schulen schaffen.

Die Transformation unseres Bildungssystems gelingt nur durch gemeinsame Anstrengungen. Dafür müssen Bund, Länder, Kreise, Städte, Gemeinden, Politik, Verwaltung, Schulträger, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Schulen eng zusammenarbeiten.

Man muss Schülerinnen und Schülern etwas zutrauen.“ Dieser Satz von Margret Rasfeld bringt die zentrale Botschaft des Kongresses auf den Punkt. Ob als Energie-Detektivinnen und -Detektive, in Klima-AGs, Schülergenossenschaften oder im FREI DAY – überall dort, wo jungen Menschen Verantwortung übertragen wird, entstehen Selbstwirksamkeit, Innovationskraft und konkrete Lösungen. Darin liegt die Chance klimaneutraler Schulen – und zugleich ein Auftrag an Politik und Gesellschaft, die notwendigen Freiräume und Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.

Die Zeit des Erkenntnisgewinns ist weit fortgeschritten – jetzt ist die Zeit zum Handeln.

Den ausführlichen Kongressbericht mit den Vorträgen, Workshops und Ergebnissen finden Sie hier.

Drei zentrale Vorträge des Bildungskongresses stehen als Videoaufzeichnungen zur Verfügung:

Prof. Dr. Eicke R. Weber
Solarforscher
Vortrag auf YouTube ansehen – ca. 45 Minuten

Margret Rasfeld
Mitbegründerin und Geschäftsführerin von Schule im Aufbruch
Vortrag auf YouTube ansehen – ca. 45 Minuten

Dr. Christoph Stein
Gründer der Initiative „Klimaneutrale Schulen“
Vortrag auf YouTube ansehen – ca. 30 Minuten

Klimaneutrale Schulen 2035: Solare Bildung an Schulen

Wie können Schulen zu Schlüsseln der (Bürger-)Energiewende werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der bundesweite Kongress „Klimaneutrale Schulen 2035“, der am 30. Juni 2026 an der Akademie Stapelfeld im Landkreis Cloppenburg stattfindet.

Der Kongress nimmt damit auch das Konzept der Klimaschulen in den Blick: Schulen, die Klimaschutz nicht nur lehren, sondern im Schulalltag, in Projekten und in regionalen Netzwerken praktisch umsetzen.

Ziel des Kongresses ist es, Schulen in ganz Deutschland bis 2035 klimaneutral zu gestalten. Dafür braucht es nicht nur technische Lösungen, sondern auch engagierte Schulgemeinschaften, neue Lernformate, kommunale Unterstützung und starke regionale Netzwerke. Der Kongress bringt Akteurinnen und Akteure aus Bildung, Wissenschaft, Politik, Kommunen und Zivilgesellschaft zusammen und zeigt konkrete Wege für die Umsetzung auf.

Zu den Keynote-Speakern gehören der Energieforscher Prof. Dr. Eicke R. Weber, die Bildungsexpertin Margret Rasfeld sowie Dr. Christoph Stein.

Workshop für klimaneutrale Schulen.

Klimaneutrale Schulen mit dem Workshop „Solare Bildung an Schulen“

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den praxisorientierten Workshops. Einer davon ist der Workshop „Solare Bildung an Schulen – Praxisorientierte Energiewende-Bildung als Modell für Deutschland“ mit Katharina Blau (Solarcamp for Future) und Rainer Doemen (Redaktionsteam Runder Tisch Erneuerbare Energien).

Der Workshop greift auf Erfahrungen und Erkenntnisse mit dem Pilotprojekt „Solarcamp macht Schule als Projektwoche“ zurück, das im Landkreis Ahrweiler erfolgreich durchgeführt wurde. Schülerinnen und Schüler lernen dabei erneuerbare Energien nicht nur im Unterricht kennen, sondern setzen konkrete Projekte praktisch um – von Messungen und Experimenten mit Photovoltaik bis hin zur Planung und Umsetzung eigener Energiewende-Projekte.

Die Zusammenarbeit zwischen Rainer Doemen und dem Team von Solarcamp for Future ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie durch Vernetzung neue Lösungen entstehen können. Der Kontakt wurde über den Runden Tisch Erneuerbare Energien (RT-EE) hergestellt. Daraus entstand die gemeinsame Idee, die jeweiligen Stärken und Erfahrungen zusammenzuführen und Synergien zu heben.

Während Solarcamp for Future umfangreiche Erfahrungen in der Organisation von Solarcamps und praxisnaher Energiewende-Bildung einbringt, verfügt Rainer Doemen über ein gewachsenes Netzwerk zu Schulen, Kommunen, Handwerksbetrieben und weiteren regionalen Akteuren. Aus dieser Verbindung entstand das Modell „Solarcamp macht Schule“, das zeigt, wie Klimabildung, Berufsorientierung und Fachkräftegewinnung für die Energiewende erfolgreich miteinander verknüpft werden können.

Das Pilotprojekt im Kreis Ahrweiler hat gezeigt, wie junge Menschen durch praktische Erfahrungen Selbstwirksamkeit erleben und zugleich wichtige Zukunftskompetenzen erwerben. Genau solche Ansätze sollen auf dem Kongress vorgestellt, diskutiert und bundesweit weiterentwickelt werden.

Der Kongress versteht sich als Impulsgeber für eine deutschlandweite Bewegung. Denn die Energiewende ist nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch eine Bildungsaufgabe. Die Fachkräfte, die unsere Energieversorgung von morgen gestalten werden, sitzen heute in unseren Klassenzimmern.

Weitere Informationen zum Programm und zur Veranstaltung gibt es auf der Veranstaltungsseite im Niedersächsischen LernCenter (NLC).

Runder Tisch Erneuerbare Energien würdigt Auszeichnung von Rainer Doemen mit dem KING’S AWARD 2025

Still, verbindlich und visionär – internationale Anerkennung für zivilgesellschaftliches Engagement im Bereich Erneuerbare Energien.

V.l.n.r.: Dr. Suela Papagelis, CEO Sky Consultations Ltd. Faculty, Boston University U.S – Rainer Doemen – Dr. Fatima Zaman, CEO Serenity U.K. Care Ltd.

Remagen / London, 7. August 2025 – Rainer Doemen, Mitgründer, Impulsgeber und langjähriger Koordinator des Runden Tisch Erneuerbare Energien, wurde am 23. Juli 2025 in der Westminster Abbey in London mit dem renommierten KING’S AWARD 2025 in der Kategorie Green Economy ausgezeichnet.

Der Preis wird jährlich vom britischen Königshaus gemeinsam mit dem Oxford Club verliehen und ehrt Persönlichkeiten, die durch Integrität, Systemdenken und nachhaltige Führung neue Wege eröffnen. Doemen wurde aus über 200 internationalen Bewerbern als einziger Preisträger in seiner Kategorie ausgewählt – eine besondere Auszeichnung für sein jahrzehntelanges Engagement für Bürgerenergie, Partizipation und echten Klimaschutz.

Die Jury würdigte Doemen als „stillen Strategen des Wandels“, dessen Wirken weit über die Grenzen Deutschlands hinaus ausstrahlt und modellhaft sei für eine demokratisch getragene und generationengerechte Transformation unseres Energiesystems.

Rainer Doemen bei seinem Vortrag im Rahmen der Veranstaltung

Zusätzlich zur Preisverleihung wurde Rainer Doemen vom Royal Club zum Royal Ambassador für Deutschland und Europa ernannt. In dieser neuen Rolle wird er künftig vom “The Royal Club” (Link) zu Veranstaltungen und Foren einbezogen– insbesondere im Themenfeld ökologische Nachhaltigkeit, Klimaengagement und zivilgesellschaftliche Innovationen.

Der Runde Tisch Erneuerbare Energien sieht in der Auszeichnung einen starken Impuls für die gesamte Bürgerenergiebewegung: „Rainer Doemen steht für einen Führungsstil, der nicht überredet, sondern einlädt; der nicht auf Macht setzt, sondern auf gemeinsame Verantwortung“, so die Mitwirkenden im Redaktionsteam. Seit Anfang 2017 prägt Doemen die fachlichen und strategischen Diskussionen des Runden Tisches entscheidend mit – speziell an den Schnittstellen zwischen Energierecht, Bürgerengagement und systemischer Transformation.

Auch die Freie Bürgerliste Remagen (FBL), der Doemen seit vielen Jahren angehört, zeigt sich stolz: „Diese internationale Ehrung ist eine Würdigung seiner jahrzehntelangen Arbeit als Brückenbauer zwischen Politik, Zivilgesellschaft und lokaler Energiewende“, so die FBL in einer eigenen Erklärung.

Mit dem Leitsatz „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele GEMEINSAM“ steht Rainer Doemen beispielhaft für das Selbstverständnis des Runden Tisches: Zusammenarbeit auf Augenhöhe, mit klarem Ziel – eine zukunftsfähige, gerechte und vollständig erneuerbare Energieversorgung.

Video: Impressionen von der Veranstaltung

Dank der großzügigen Erlaubnis des Royal Clubs dürfen wir das nachfolgende Video auf unserer Website teilen, um einem breiten Publikum einen lebendigen Eindruck von der Veranstaltung zu vermitteln.

Pressestimmen

Mehrere lokale Medien berichteten ebenfalls über die Auszeichnung, unter anderem Ahr.de und die Remagener Nachrichten.

Solarcamp macht Schule: Ein Leuchtturmprojekt, das bundesweit Nachahmer verdient

Was passiert, wenn man engagierte Schüler, tatkräftige Handwerksbetriebe und eine visionäre Idee zusammenbringt? Im Kreis Ahrweiler entstand daraus ein echtes Leuchtturmprojekt: In nur einer Woche bauten Jugendliche einen Solarcarport und erhielten so nicht nur Einblicke in klimafreundliche Technologien, sondern auch in ihre eigene berufliche Zukunft. Ein Erfolgsmodell, das zeigt, wie die Energiewende praktisch und begeisternd in den Schulalltag integriert werden kann.

Premiere in Ahrweiler: Von der Theorie zur Praxis in nur einer Woche

Die Energiewende braucht Hände, die anpacken, und Köpfe, die für nachhaltige Technologien brennen. Genau hier setzt die Initiative „Solarcamp macht Schule“ an, die kürzlich als deutschlandweite Premiere am Gymnasium und der Realschule Calvarienberg eine erfolgreiche Projektwoche durchführte. Weit mehr als nur theoretischer Unterricht stand auf dem Programm: Über 20 Schülerinnen und Schüler planten, schraubten und installierten unter fachkundiger Anleitung und bauten mit eigenen Händen einen voll funktionsfähigen Solarcarport für E-Bikes.

Eine praktische Antwort auf den Fachkräftemangel

Das Projekt ist eine direkte Antwort auf eine der größten Herausforderungen der Energiewende: den Fachkräftemangel. Die Initiative „Solarcamp macht Schule“ geht dieses Problem an der Wurzel an. Statt auf klassische Camps zu warten, kommt das Solarcamp direkt in die Schulen. Ziel ist es, junge Menschen frühzeitig für Berufe in der Energiewende zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass das Handwerk spannend, sinnstiftend und zukunftsrelevant ist. Die Erfahrung gibt den Initiatoren recht und zeigt, dass solche praxisnahen Einblicke wirken.

Starke Partner für ein starkes Projekt

Was dieses Projekt im Kreis Ahrweiler zu einem echten Vorzeigeprojekt macht, ist die nahtlose Verbindung von Theorie und Praxis sowie die beispielhafte Zusammenarbeit. Engagierte Lehrkräfte, die Schulleitungen, die Kreisverwaltung Ahrweiler, der Runde Tisch Erneuerbare Energien, die Initiative Solarcamp 4 Future und regionale Partner wie die beiden Handwerksbetriebe Hanisch Holzbau-Bedachung GmbH & Co. KG und EnergieGewinn GmbH sowie die Sparkassenstiftung „Zukunft Kreis Ahrweiler“ zogen an einem Strang.
Die Schülerinnen und Schüler erlebten nicht nur, wie eine PV-Anlage entsteht, sondern auch, wie durch Kooperation und gemeinsames Engagement Großes bewirkt werden kann.

Ein Modell, das Schule machen sollte

Das Konzept ist bewusst modular aufgebaut und kann flexibel eingesetzt werden – von kurzen Workshops bis zu einwöchigen Projekten wie diesem. Die Premiere in Ahrweiler hat eindrucksvoll bewiesen, dass dieses Modell funktioniert. Es verbindet Klimaschutzbildung mit handfester Berufsorientierung und gibt jungen Menschen eine greifbare Perspektive in Zukunftsbranchen. „Solarcamp macht Schule“ ist somit mehr als nur ein gelungenes Einzelprojekt. Es ist eine Blaupause, die bundesweit Schule machen sollte, um die nächste Generation für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft zu gewinnen und die Energiewende mit der nötigen Tatkraft zu beschleunigen.

Breite Allianz für Klimaschutz: Appelle an die künftige Regierung

Kurs halten bei Klima und Demokratie: Das fordern über 150 Stiftungen und 12.000 Wissenschaftler:innen von der künftigen Regierung. Erfahren Sie mehr über die gemeinsamen Forderungen nach Einhaltung von Klimagesetzen, sozialer Gerechtigkeit und faktenbasierter Politik.

Alarmstufe Klima: Stiftungen und Wissenschaft fordern Kurswechsel von der Politik!

Deutschland steht am Scheideweg – und zwei gewichtige Stimmen erheben sich mit einer unmissverständlichen Botschaft an die künftige Bundesregierung: Schluss mit Zögern beim Klimaschutz! Sowohl über 150 einflussreiche Stiftungen als auch ein Heer von über 12.000 Wissenschaftler:innen schlagen in separaten, aber inhaltlich verblüffend ähnlichen Appellen Alarm.

Ihre gemeinsame, dringende Forderung: Hände weg von bestehenden Klimaschutzgesetzen und dem Pariser Abkommen! Jeder Versuch, diese aufzuweichen, sei eine Gefahr für unsere Zukunft. Doch es geht um mehr als nur CO2-Ziele: Beide Gruppen betonen eindringlich, dass eine starke Demokratie das Fundament für jeden wirksamen Klima- und Umweltschutz ist. Ohne sie? Keine Chance!

Die Zeit drängt. Deutschland und die EU müssen jetzt ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen und die Klimakrise entschlossen, fair und bezahlbar angehen.

Wollen Sie wissen, was genau dahintersteckt?

  • Der Appell „Kurs halten!“ der Stiftungen: Welche fünf unverhandelbaren Grundpfeiler sehen über 150 Stiftungen als Fundament für Deutschlands Zukunft? Warum ist jetzt der entscheidende Moment zum Handeln und wie verbinden sie Klimaschutz mit sozialer Gerechtigkeit?
  • Der Appell der Wissenschaft an die Politik: Welche wissenschaftlich fundierten Schritte fordern über 12.000 Expert:innen? Warum duldet die Klimakrise absolut keinen Aufschub mehr und wie sieht ihre Roadmap für den Ausstieg aus fossilen Energien und eine nachhaltige Wirtschaft aus?

„Klima auf die Agenda setzen“ – Offener Brief zum Wahlkampfjournalismus

Der vorliegende offene Brief des Netzwerk Klimajournalismus richtet sich an Medienschaffende und Journalisten im Kontext der bevorstehenden Bundestagswahl. Die Verfasser betonen, dass die Klimakrise als zentrales Thema in der Wahlkampfberichterstattung behandelt werden muss, besonders angesichts des Rekordjahres 2024 als wärmstes Jahr seit Beginn der Klimaaufzeichnungen.

Open brown envelope with blank white card on a desk beside a green plant and a laptop, ready for correspondence or invitation.

Der Brief formuliert fünf konkrete Kernforderungen an die journalistische Arbeit:

  • Systematische Integration der Klimathematik in alle Berichterstattungsformate
  • Aktives Entgegentreten bei Falschinformationen zur Klimakrise
  • Vermeidung von Sensationsjournalismus
  • Solidarität mit angegriffenen Klimawissenschaftlern
  • Aufdeckung von Verzögerungstaktiken und Lobbyismus

Grundlage der Forderungen sind Deutschlands rechtliche Verpflichtungen zum Klimaschutz durch das Pariser Abkommen, das Grundgesetz (Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen für die künftigen Generationen) und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts.

Der vollständige Brief ist hier verfügbar und bietet detaillierte Ausführungen zu den einzelnen Forderungen sowie deren Begründungen.
Der RT EE unterstützt die Forderungen des Netzwerk Klimajournalismus vollumfänglich.

Es bleibt dabei: „100% Erneuerbare Energien bis spätestens 2030!“

Die Zielsetzung des Runden Tisches Erneuerbare Energien (RT-EE) bleibt weiterhin klar und kompromisslos: „100% Erneuerbare Energien bis spätestens 2030!“.
Diese Forderung an unsere nationalen Verfassungsorgane bleibt solange ein Fundament am RT-EE, bis die am Tisch versammelte Expertise im Lichte klimawissenschaftlicher Erkenntnisse einen ambitionierteren Leitsatz einvernehmlich beschließt.

100% Erneuerbare Energien bis spätestens 2030!


In den letzten Jahren hat der RT-EE vermehrt auf die dringende Notwendigkeit eines tiefgreifenden Paradigmenwechsels in der Energiepolitik hingewiesen. Dieser umfasst nicht nur die technologische Transformation hin zu Erneuerbaren Energien, sondern auch die Schaffung angemessener rechtlicher und politischer Rahmenbedingungen, die bisher unzureichend sind, um die nationalen Klimaziele zu erreichen.

Rechtswege als Hebel für Klimagerechtigkeit: Klimaklagen und ihre Wirkung

Die Bedeutung juristischer Schritte im Klimaschutz, wie etwa Klimaklagen gegen die Bundesregierung, ist unübersehbar. Diese rechtlichen Auseinandersetzungen haben die politische Diskussion entscheidend geprägt, indem sie die Verpflichtung zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens betonten und von der Bundesregierung wirksamere Maßnahmen einforderten.
Eine Schlüsselrolle spielten dabei die gemeinsame Klage des Solarenergie-Förderverein Deutschland e. V. (SFV) mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die bereits 2018 als Vorreiter gegen die unzureichenden Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung vorgingen. Alle vier Klimaschutzklagen machten die Diskrepanz zwischen den nationalen Maßnahmen und den internationalen Verpflichtungen unmissverständlich deutlich und lenkten die öffentliche Aufmerksamkeit auf die mangelnde politische Entschlossenheit, den Klimawandel wirksam zu bekämpfen.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts: Ein Meilenstein

Ein weiterer Wendepunkt war die historische Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) im Jahr 2021. Das Gericht stellte fest, dass die Klimapolitik der Bundesregierung in Teilen verfassungswidrig ist, da sie die Rechte junger und zukünftiger Generationen auf eine lebenswerte Umwelt verletzt. Es forderte eine generationengerechte Verteilung des verbleibenden Treibhausgasbudgets und betonte die verfassungsrechtliche Verpflichtung, den globalen Temperaturanstieg auf ein Minimum zu begrenzen.
Dieses Urteil setzte einen neuen Standard für die politische Verantwortlichkeit und verschärfte den Druck auf die Bundesregierung, ambitioniertere Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen.

EuGH-Urteil: Klimaschutz ist Menschenrecht

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), das Klimaschutz als Menschenrecht anerkennt, unterstreicht die Dringlichkeit und die rechtliche Verpflichtung, wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen. Dieses Urteil stärkt die Position der Bürger und Umweltorganisationen, die für eine ambitionierte Klimapolitik kämpfen, und erhöht den Druck auf die Regierungen, ihre Klimaziele zu erfüllen.

Deutschland am Limit: Das aufgebrauchte Treibhausgasbudget

Die wissenschaftlichen Analysen des Sachverständigenrats für Umweltfragen verdeutlichen, dass Deutschlands Treibhausgasbudget fast vollständig aufgebraucht ist. Dies bedeutet, dass künftige Generationen bereits jetzt durch das Handeln der Gegenwart stark belastet werden. Die Kosten des Klimawandels, einschließlich Schäden durch Extremwetterereignisse, Gesundheitskrisen und wirtschaftliche Verluste, wachsen exponentiell – und mit jeder Verzögerung steigen die finanziellen und gesellschaftlichen Belastungen weiter an.

Die zentrale Rolle des RT-EE in der Energiewende

Angesichts dieser dramatischen Entwicklungen bleibt die Forderung des Runden Tisches Erneuerbare Energien nach einer 100%igen Versorgung mit Erneuerbaren Energien bis spätestens 2030 aktueller denn je. Sie ist nicht nur eine technologische und wirtschaftliche Herausforderung, sondern vor allem eine rechtliche, ethische und gesellschaftliche Notwendigkeit, um die planetaren Grenzen einzuhalten und die Lebensgrundlagen künftiger Generationen zu sichern.
Der Runde Tisch betont, dass der Erfolg dieser Mission von entschlossenen Maßnahmen abhängt: radikale Emissionsreduktionen, massiver Ausbau Erneuerbarer Energien, Dekarbonisierung des Verkehrssektors und Energieeffizienzsteigerungen in allen Bereichen. Gleichzeitig fordert er die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen, die den zügigen Übergang zu einer kohlenstofffreien Energiewirtschaft ermöglichen.

Ausblick: Handeln statt Verzögern!

Die bisherigen Fortschritte und Herausforderungen unterstreichen die enorme Verantwortung, die auf politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene liegt. Der Runde Tisch Erneuerbare Energien wird weiterhin eine Plattform für wissenschaftlich fundierten Dialog und kollektives Handeln bieten. Nur durch mutige Entscheidungen und sofortige Umsetzung können die Kosten des Nichthandelns minimiert und die Grundlagen für eine nachhaltige Zukunft geschaffen werden.

SFV-Karikaturenkalender 2025: Lachen gegen den Klimakampf

Gerhard Mesters Karikaturen begleiten Sie durch das Jahr und helfen, den reale Irrsinn um uns herum mit Humor zu ertragen.

SFV-Kalender 2025

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) präsentiert den SFV-Karikaturenkalender 2025. Mit Karikaturen von Gerhard Mester wird der Klimakampf humorvoll beleuchtet.

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Einzelbestellungen sind Spenden, ab vier Kalendern erfolgt die Abrechnung per Rechnung.