Studien zu den Möglichkeiten, bis 2030 zu 100% Erneuerbaren Energien zu kommen

In die­sem Arti­kel möch­ten wir Sie mit Stu­di­en bekannt machen, die die Mög­lich­keit unter­su­chen, so früh­zei­tig wie mög­lich zu einer 100%igen Ver­sor­gung mit erneu­er­ba­ren Ener­gien zu kom­men. Sie haben nicht alle das Jahr 2030 zum Ziel. Wenn sich die Poli­ti­ker aber auf die Erkennt­nis­se und Emp­feh­lun­gen in die­sen Stu­di­en ver­stän­di­gen könn­ten, dann wäre schon viel auf dem Weg bis 2030 gewonnen.

Saubere Revolution 2030

2014 erschien von Tony Seba in den USA das Buch „Clean Dis­rup­ti­on of Ener­gy and Trans­por­ta­ti­on“. Dar­in beschreibt er in 10 Kapi­teln, „wie das Sili­con Val­ley mit dis­rup­ti­ven Tech­no­lo­gien und Geschäfts­mo­del­len Koh­le, Uran, Erd­öl, Erd­gas tra­di­tio­nel­le Ener­gie­ver­sor­ger und kon­ven­tio­nel­le Autos ver­drängt.“ Er sagt vor­her, dass der Umbruch bis 2030 im Wesent­li­chen pas­siert sein wird.

Die Über­set­zung des Buchs hat rund 250 Sei­ten, wur­de 2017 von Metro­pol­So­lar unter dem Titel „Sau­be­re Revo­lu­ti­on 2030“ ver­öf­fent­licht und ist bei Metro­pol­So­lar auch zu bezie­hen. Die „Sau­be­re Revo­lu­ti­on 2030“ gibt eine Ori­en­tie­rung für alle, die wis­sen wol­len, wie denn der Umbau unse­res Ener­gie- und Ver­kehrs­sys­tems in so kur­zer Zeit funk­tio­nie­ren soll. Tony Seba nimmt die Lese­rin mit hin­ein in die Geschich­te der Dis­rup­tio­nen, z, B. wie die Digi­tal­ka­me­ra den Foto­ap­pa­rat mit dem Zel­lu­loid­stei­fen abge­löst hat und erklärt, war­um der Durch­bruch der erneu­er­ba­ren Ener­gien ähn­lich gründ­lich und schnell pas­sie­ren wird. „Wer ver­ste­hen will, wie Solar­ener­gie, auto­nom fah­ren­de Elek­tro­au­tos und ande­re expo­ne­ti­ell wach­sen­de Tech­no­lo­gien in ein Zeit­al­ter sau­be­rer, dezen­tra­ler und par­ti­zi­pa­ti­ver Ener­gie und Mobi­li­tät füh­ren, muss die­ses Buch lesen.“

SolarStrategie

Metro­pol­So­lar hat im Febru­ar 2020 außer­dem eine Kurz-Stu­die mit dem Titel „Solar­Stra­te­gie“ ver­öf­fent­licht, die zeigt, war­um in der Nut­zung des Solar­po­ten­ti­als der Schlüs­sel zur Ener­gie­au­to­no­mie liegt und dar­in wie­der­um der wich­tigs­te Hebel für eine schnel­le Ener­gie­wen­de über­haupt. Denn es sind die Flä­chen dafür vor­han­den, die Prei­se für die Modu­le sin­ken stän­dig, und die Men­schen kön­nen ihre Ener­gie­ver­sor­gung zum aller­größ­ten Teil selbst in die Hand neh­men. Der Haupt­teil der Ver­öf­fent­li­chung ist nur vier Sei­ten lang. Es lohnt sich auch die umfang­rei­chen Fuß­no­ten gründ­lich zu lesen — eine Fund­gru­be mit dicht gepack­ten Infor­ma­tio­nen. Die Stu­die kann bei Metro­pol­So­lar bezo­gen werden.

Die Kombikraftwerksvergütung

Im April 2020 brach­ten Hans-Josef Fell und Thu­re Tra­ber von der Ener­gy­Watch­Group „Eck­punk­te für eine Geset­zes­in­itia­ti­ve zur Sys­tem­in­te­gra­ti­on Erneu­er­ba­rer Ener­gien“ her­aus. In ihrem Kern beinhal­ten die Eck­punk­te einen „Geset­zes­vor­schlag für die Ein­füh­rung einer soge­nann­ten Kom­bi­kraft­werks­ver­gü­tung“. Sie zei­gen, wie eine sys­tem­dienli­che Voll­ver­sor­gung mit 100% Erneu­er­ba­ren Ener­gien für die Net­ze heu­te schon mög­lich ist. Das Schreck­ge­spenst der „Dun­kel­flau­te“ kommt dar­in nicht vor.

Gemeinsame Erklärung der Global 100%RE Strategy Group

„Eine Welt auf Basis 100% Erneu­er­ba­rer Ener­gien ist mög­lich und not­wen­dig“, so lau­tet die Über­schrift einer 10-Punk­te-Erklä­rung der sie­ben welt­weit füh­ren­den Köp­fe für 100% Erneu­er­ba­re Energien.

In der Pres­se­er­klä­rung heißt es dazu: „Die welt­weit füh­ren­den For­scher zur Ener­gie­wen­de, die zum Teil seit fast zwei Jahr­zehn­ten an der Rea­li­sie­rung einer kom­ple­xen und siche­ren Ener­gie­ver­sor­gung mit 100% EE for­schen, haben die wich­tigs­ten Erkennt­nis­se ihrer For­schung in die­ser 10-Punk­te-Erklä­rung zusam­men­ge­fasst. … Als Ziel für die Been­di­gung unse­rer CO2- und ande­rer Kli­ma­er­wär­mungs- und Luft­schad­stoff­emis­sio­nen wird für den Strom­sek­tor das Jahr 2030 und für ande­re Sek­to­ren bald danach, idea­ler­wei­se aber nicht spä­ter als 2035, vorgeschlagen.“

Die gemein­sa­me Erklä­rung kön­nen Sie hier sehen. 

Das Doku­ment der Glo­bal 100% Rene­wa­ble Ener­gy Stra­te­gy Group wur­de inzwi­schen von über 40 Ener­gie­sys­tem-For­schern unter­zeich­net, dar­un­ter aus Deutsch­land etwa Clau­dia Kem­fert vom DIW Ber­lin sowie Hans Joa­chim Schell­nhu­ber, Grün­der des Pots­dam-Insti­tuts für Kli­ma­fol­gen­for­schung (PIK) und Mit­glied des Welt­kli­ma­rats IPCC.

Zahl­rei­che bekann­te Per­sön­lich­kei­ten, wie zum Bei­spiel Leo­nar­do DiCa­prio unter­stüt­zen eben­falls die­se Forderung.

Auch Sie kön­nen jetzt etwas gegen die Kli­ma­kri­se tun: Unter­stüt­zen Sie eben­falls die For­de­rung der Glo­bal 100% Rene­wa­ble Ener­gy Stra­te­gy Group!

Kli­cken Sie dazu auf den fol­gen­den But­ton und
fül­len Sie das For­mu­lar (engl.) aus, wel­ches sich anschlie­ßend öffnet.

Das ist aber noch nicht alles: Inzwi­schen gibt es auf Open­Pe­ti­ti­on auch eine For­de­rung nach 100% Erneu­er­ba­ren Ener­gien für Deutsch­land. Wir freu­en uns sehr dar­über, wenn Sie auch die­se mitzeichnen!

Die Klimakrise: Grundlagen, Folgen und warum wir jetzt handeln müssen

War­um wan­delt sich das Kli­ma? War­um spricht man von einer Kri­se? Und inwie­fern ist die Mensch­heit dafür ver­ant­wort­lich? War­um braucht die Welt eigent­lich 100% Erneu­er­ba­re Ener­gien? Und war­um muss es schnell gehen?
Die­ser Bei­trag ent­hält Links und Erläu­te­run­gen zu den Grund­la­gen und Aus­wir­kun­gen der Kli­ma­kri­se. Er erklärt, war­um wir fos­si­le Ener­gie­trä­ger so schnell wie mög­lich eli­mi­nie­ren müs­sen und zeigt auf, dass die Bun­des­re­gie­rung zu wenig gegen die Kli­ma­kri­se unternimmt.


Die gan­ze Welt ist bemüht, auf fos­si­le Ener­gie­trä­ger zu ver­zich­ten. Aber war­um eigentlich?

Erderhitzung: Die Grundlagen der Klimakrise

Um dies zu ver­ste­hen, müs­sen wir beim Treib­haus­ef­fekt begin­nen. Durch die Ver­bren­nung fos­si­ler Ener­gie­trä­ger ver­blei­ben immer mehr Treib­haus­ga­se in der Erd­at­mo­sphä­re. Die Erde erhitzt sich zuneh­mend, ins­be­son­de­re die Ozea­ne!
Wer etwas tie­fer in die Mate­rie ein­stei­gen möch­te, dem sei die Sei­te klimafakten.de emp­foh­len. Die Sei­te wird von Wis­sen­schafts­jour­na­lis­ten betrie­ben, die von einem wis­sen­schaft­li­chen Bei­rat (bestehend aus Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Kli­ma­wis­sen­schaft­lern) bera­ten wer­den.
Gemein­sam mit füh­ren­den Wis­sen­schafts­in­sti­tu­ten in Deutsch­land (Deut­sches Kli­ma-Kon­sor­ti­um, Deut­sche Meteo­ro­lo­gi­sche Gesell­schaft, Deut­scher Wet­ter­dienst, Extrem­wet­ter­kon­gress Ham­burg, Helm­holtz-Kli­ma-Initia­ti­ve) hat das Team die Basis­fak­ten zum Kli­ma­wan­del, die in der Wis­sen­schaft unum­strit­ten sind zusammengestellt. 

In dem Bei­trag wer­den auch die welt­wei­ten Fol­gen der Erd­er­hit­zung beschrieben:

  • Eis­schmel­ze und Mee­res­spie­gel­an­stieg
    Was­ser dehnt sich bei Erwär­mung aus. Gleich­zei­tig schmel­zen infol­ge der Erd­er­wär­mung die pola­ren Eis­kap­pen und Gletscher.
  • Extre­me Wet­ter­ereig­nis­se, Ver­schie­bung der Nie­der­schlags­mus­ter
    Hef­ti­ge Regen­fäl­le und ande­re extre­me Wet­ter­ereig­nis­se wer­den immer häufiger. 
  • Extre­me Hit­ze­wel­len und Dür­ren
    In eini­gen Regio­nen kommt es häu­fi­ger zu Hit­ze­wel­len, Dür­ren und Waldbränden.

Der Abschnitt Kli­ma­wan­del in Deutsch­land geht dabei ins­be­son­de­re auf die Aus­wir­kun­gen ein, mit denen wir hier bei uns rech­nen müssen.

Die zahl­rei­chen Quer­ver­wei­se zu wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en und Ver­öf­fent­li­chun­gen des IPCC (Welt­kli­ma­rat) run­den den Bei­trag ab. 

Der Zustand des globalen Klimas heute

Wie steht es heu­te um unser Kli­ma? Die WMO (World Metero­lo­gi­cal Orga­niz­a­ti­on, Welt­or­ga­ni­sa­ti­on für Meteo­ro­lo­gie) bie­tet dazu jähr­lich einen glo­ba­len Kli­ma­zu­stands­be­richt (engl.) an. Neben der Web-gerech­ten Dar­stel­lung ste­hen die nack­ten Zah­len auch als PDF-Datei zum Down­load zur Verfügung.

Die Klimakrise und das Übereinkommen von Paris

Im Dezem­ber 2015 wur­de auf der Pari­ser Kli­ma­kon­fe­renz (COP21) das Über­ein­kom­men von Paris, die ers­te umfas­sen­de und rechts­ver­bind­li­che welt­wei­te Kli­ma­schutz­ver­ein­ba­rung geschlossen.

Im Über­ein­kom­men von Paris wird ein glo­ba­ler Rah­men fest­ge­legt, mit dem die Welt einem gefähr­li­chen Wan­del des Kli­mas ent­ge­gen­wir­ken kann. Dafür soll die Erd­er­wär­mung gegen­über dem vor­in­dus­tri­el­len Niveau deut­lich unter 2°C gehal­ten wer­den, und es sol­len wei­te­re Anstren­gun­gen unter­nom­men wer­den, um den Tem­pe­ra­tur­an­stieg auf 1,5°C zu begren­zen. Außer­dem soll die Fähig­keit der Län­der zur Anpas­sung an die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels gestärkt wer­den und die Län­der in ihren Bemü­hun­gen unter­stützt werden.

Unterm Strich geht es also dar­um, fos­si­le Ener­gie­trä­ger durch umwelt­freund­li­che, erneu­er­ba­re Ener­gien zu erset­zen. Aber wie schnell muss das passieren?

Zielvereinbarung: Restbudgets

Damit die in Paris ver­ein­bar­ten Gren­zen der Erwär­mung ein­ge­hal­ten wer­den, dür­fen nach Berech­nun­gen des Welt­kli­ma­rats IPCC (Son­der­be­richt „1,5 Grad glo­ba­le Erwär­mung“, 2018) welt­weit ab 2018 nur noch 580 Giga­ton­nen (Gt) CO₂ ins­ge­samt emit­tiert werden.

Der von der Bun­des­re­gie­rung ein­ge­setz­te Sach­ver­stän­di­gen­rat für Umwelt­fra­gen (SRU) hat in sei­nem im Mai 2020 ver­öf­fent­lich­ten Umwelt­gut­ach­ten errech­net, dass für Deutsch­land ab dem Jahr 2020 nur ein Rest­bud­get von 4,2 Gt CO₂ an Emis­sio­nen ver­bleibt, wenn man die welt­weit zuläs­si­gen Emis­sio­nen gleich­mä­ßig auf die Welt­be­völ­ke­rung ver­teilt. Wür­de man berück­sich­ti­gen, dass Deutsch­land in der Ver­gan­gen­heit schon weit mehr CO₂ als ande­re Staa­ten emit­tiert hat, dann stün­den Deutsch­land gar kei­ne Emis­sio­nen mehr zu.

Bei unver­än­der­ten CO₂-Emis­sio­nen von jähr­lich 0,7 Gt ist, so der SRU, das deut­sche Emis­si­ons­bud­get bereits im Jahr 2026 auf­ge­braucht.
Wer sel­ber ein wenig mit CO₂-Bud­gets her­um­spie­len möch­te, dem sei die Web­site #show­y­our­bud­gets emp­foh­len. Dort kann man die Pfa­de zu Net­to-Null-Emis­sio­nen für belie­bi­ge Regio­nen der Welt und ver­schie­de­nen CO₂-Bud­gets ermitteln.

showyourbudgets in der Klimakrise: Restbudget Deutschland

Emissionen in Deutschland

Das Bud­get ist also bekannt. Aber woher wis­sen wir, wie­viel wir davon aus­ge­ben? Also: wel­che Emis­sio­nen fal­len in Deutsch­land an und wo ent­ste­hen die­se? Das Umwelt­bun­des­amt ist in Sachen Treib­haus­gas­emis­sio­nen die offi­zi­el­le Anlauf­stel­le und wich­ti­ger Ansprech­part­ner in Deutsch­land. Auf ihrer Web­site stellt die Behör­de ent­spre­chen­de Daten bereit.

In der Gra­fik erkennt man auf Anhieb, das die Ener­gie­wirt­schaft der größ­te Ver­ur­sa­cher ist. Der Umwelt­rat emp­fiehlt der Bun­des­re­gie­rung dies­be­züg­lich fol­gen­de Maßnahmen:

  • Zügi­gen Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien, um aus den Fos­sil­ener­gien schnell genug aus­stei­gen zu können
  • Ver­brauchs­sen­kung und Effizienzerhöhung
  • Ver­zicht auf Atomenergie
  • Ver­zicht auf CO₂-Abschei­dung bei Kraft­wer­ken (CCS).

Die Bundesregierung tut zu wenig gegen die Klimakrise

Die Kli­ma­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung kommt bei den Umwelt­sach­ver­stän­di­gen schlecht weg: Die deut­schen Kli­ma­schutz­zie­le rei­chen nicht aus, um das Pari­ser Kli­ma­ab­kom­men zu erfül­len“: Einer­seits sind die Kli­ma­schutz­zie­le zu wenig ambi­tio­niert, um die Pari­ser Kli­ma­schutz­zie­le zu errei­chen („Ambi­ti­ons­lü­cke“). Und selbst die wenig ambi­tio­nier­ten Zie­le wer­den ver­fehlt („Umset­zungs­lü­cke“).

Klimakrise: Schematische Darstellung der Ambitions- und Umsetzungslücke in der Klimapolitik

Die Bun­des­re­gie­rung hat zu gerin­ge Zie­le für die Emis­si­ons­ver­min­de­rung (Ambi­ti­ons­lü­cke), die sie noch dazu nicht ein­hält (Umset­zungs­lü­cke), hier in sche­ma­ti­scher Dar­stel­lung der Sach­ver­stän­di­gen für Umweltfragen.

Klimakrise in Zahlen: Tatsächliche und projizierte Treibhausgasemissionen Deutschlands

Der SRU emp­fiehlt, die Kli­ma­po­li­tik künf­tig mit den Emis­si­ons­bud­gets zur Errei­chung der Pari­ser Kli­ma­zie­le zu ver­knüp­fen und auf­grund von jähr­li­chen Sek­tor­bud­gets regel­mä­ßig zu überprüfen.

Die Sach­ver­stän­di­gen emp­feh­len: „Die bestehen­de Umset­zungs­lü­cke zwi­schen bestehen­den Kli­ma­zie­len und Emis­si­ons­ent­wick­lung soll­ten zügig geschlos­sen wer­den. Und das Ambi­ti­ons­ni­veau der deut­schen Kli­ma­schutz­zie­le soll­te neu beur­teilt und erhöht wer­den, um es an die aus dem Pari­ser Kli­ma­schutz­ab­kom­men fol­gen­den Not­wen­dig­kei­ten anzu­pas­sen“.
Dar­in sind sich die Umwelt­sach­ver­stän­di­gen und die Kli­ma­ak­ti­vis­ten einig.

Wir haben nur noch 10 Jahre Zeit!

Der schwe­di­sche Resi­zi­li­enz­for­scher Johan Rock­ström erklärt in sei­nem beein­dru­cken­den und sehens­wer­ten TED-Vor­trag 10 Jah­re, um die Zukunft der Mensch­heit zu ver­än­dern – oder den Pla­ne­ten zu desta­bi­li­sie­ren (engl.) sehr anschau­lich, wie es um die „tip­ping points“ steht. Es ist höchs­te Zeit, aktiv zu wer­den!
Rock­ström ist vor allem für sei­ne Arbei­ten zu den pla­ne­ta­ren Gren­zen bekannt ist und zählt zu den meist­zi­tier­ten For­schern der Welt. Seit Sep­tem­ber 2018 lei­tet Rock­ström zusam­men mit Ott­mar Eden­ho­fer das Pots­dam-Insti­tut für Kli­ma­fol­gen­for­schung (PIK).

Eine deutsch­spra­chi­ges Tran­skript steht hier zur Verfügung.

Bedrohungen für die Biosphäre

Rock­ström ist nicht der ein­zi­ge Wis­sen­schaft­ler, der ein­dring­lich warnt: in der Zeit­schrift Fron­tiers in Con­ser­va­ti­on Sci­ence erschien im Janu­ar ein Bei­trag, in dem 17 Wis­sen­schaft­lern aus den USA, Aus­tra­li­en und Mexi­ko auf die Gefah­ren mensch­li­cher Igno­ranz und Untä­tig­keit hin­wei­sen. Dem Pla­ne­ten Erde droht in Fol­ge der Erd­er­hit­zung und des Mas­sen­aus­ster­bens von Tier- und Pflan­zen­ar­ten eine „grau­si­ge“ Zukunft. Sogar das Über­le­ben der Mensch­heit ste­he auf dem Spiel. 

Das Aus­maß der Bedro­hun­gen für die Bio­sphä­re und alle ihre Lebens­for­men – ein­schließ­lich der Mensch­heit – ist so groß, dass es sogar für gut infor­mier­te Exper­ten schwer zu begrei­fen ist.

Die Zeit­schrift geo hat eine sehr gute Zusam­men­fas­sung des Bei­trags geschrie­ben. Hier geht es zum Ori­gi­nal-Bei­trag (engl.).

Fazit

An die­ser Stel­le sei­en die fünf Kern­in­fos zum Kli­ma­wan­del genannt, wie sie auch auf klimafakten.de zu fin­den sind:

1. Er ist real.

2. Wir sind die Ursache.

3. Er ist gefährlich.

4. Die Fach­leu­te sind sich einig.

5. Wir kön­nen noch etwas tun.

Pas­siert ist bis­her lei­der wenig. Zu wenig.

Es ist Zeit zu han­deln. Jetzt!

Was sie schon immer über Strom und Energie wissen wollten: Marktdaten, aktuell und historisch

Wie funk­tio­niert eigent­lich der Strom­han­del? Wie hat sich in den letz­ten Jah­ren der Anteil an erneu­er­ba­rer Ener­gien am deut­schen Strom­mix ent­wi­ckelt? Wel­che Kraft­wer­ke lau­fen gera­de? Wie­viel Ener­gie wird in Deutsch­land erzeugt und wie­viel ver­braucht?
Die Ant­wor­ten auf sol­che und ähn­li­che Fra­gen geben ent­spre­chen­de Inter­net-Por­ta­le. In die­sem Bei­trag stel­len wir ihnen vier die­ser Por­ta­le vor.

Kon­kret ler­nen sie in die­sem Bei­trag die fol­gen­den drei Inter­net-Platt­for­men kennen:

Strommarktdaten für alle: SMARD

SMARD, die Infor­ma­ti­ons­platt­form der Bun­des­netz­agen­tur, steht für Strom­markt­da­ten und zielt auf mehr Trans­pa­renz.
Die Platt­form stellt zen­tra­le Strom­markt­da­ten für Deutsch­land und teil­wei­se auch für Euro­pa nahe­zu in Echt­zeit dar. Daten wie Erzeu­gung, Ver­brauch, Im- und Export und Daten zu Regel­en­er­gie kön­nen für unter­schied­li­che Zeit­räu­me ermit­telt und kom­bi­niert wer­den. Die Daten sind so anwen­der­freund­lich auf­be­rei­tet, dass sie auch für Lai­en ver­ständ­lich und nutz­bar sind. Sie ste­hen unter der Lizenz CC BY 4.0 und kön­nen somit frei her­un­ter­ge­la­den und genutzt werden.

SMARD bie­tet aber noch mehr: in auch für tech­nisch inter­es­sier­te Lai­en ver­ständ­li­chen Hin­ter­grund­ar­ti­keln ver­mit­telt SMARD Wis­sen über die Funk­ti­ons­wei­se und die Zusam­men­hän­ge im deut­schen Strom­markt und erklärt wich­ti­ge Begriffe.

Schau­en sie doch ein­fach mal auf der SMARD Infor­ma­ti­ons­platt­form vor­bei.

Energy-Charts: interaktive Grafiken zu Stromproduktion und Börsenstrompreisen

Die­ses Ange­bot möch­te einen Bei­trag zur Trans­pa­renz und Ver­sach­li­chung der Dis­kus­si­on um die Ener­gie­wen­de leis­ten.
Die Daten wer­den von Wis­sen­schaft­lern des Fraun­ho­fer-Insti­tuts für Sola­re Ener­gie­sys­te­me ISE in Frei­burg aus ver­schie­de­nen neu­tra­len Quel­len zusam­men­ge­stellt und ste­hen rück­wir­kend ab dem Jahr 2011 zur Verfügung.

Nut­zer kön­nen sich die pas­sen­de Dar­stel­lung der Gra­fi­ken selbst kon­fi­gu­rie­ren, indem sie zum Bei­spiel einen oder meh­re­re Ener­gie­trä­ger aus­wäh­len, zwi­schen abso­lu­ter und pro­zen­tua­ler Dar­stel­lung wech­seln oder den Anzei­ge­zeit­raum für die Gra­fi­ken aus­wäh­len. Zah­len­wer­te ein­zel­ner Daten­punk­te wer­den in einem ein­ge­blen­de­ten Fens­ter abgelesen.

Hier geht’s zu den Ener­gy-Charts.

electricityMap: Wie sauber ist unser Strom?

Die Kopen­ha­ge­ner Soft­ware-Schmie­de Tomor­row stellt auf einer über­sicht­li­chen Inter­net­sei­te den aktu­el­len Strom­mix von Deutsch­land und die Strom­im­por­te-/ex­por­te in Euro­pa dar.

Screenshot electricityMap

Harte Fakten

Links befin­den sich aktu­el­le Daten zu den „har­ten Fak­ten”. Dazu gehört die spe­zi­fi­sche CO₂-Emis­sio­nen, der Anteil CO₂-armer, bezie­hungs­wei­se rege­ne­ra­ti­ver Ener­gie­er­zeu­gung sowie aktu­el­len Strom­men­gen je Erzeu­gungs­art.
Dar­un­ter ist der Strom­fluss vom, bezie­hungs­wei­se ins Aus­land (also der Import,. bezie­hungs­wei­se Export) dar­ge­stellt.
Mit einem Schie­be­reg­ler kön­nen die Ver­än­de­rung der letz­ten 24 Stun­den beob­ach­tet werden.

Übersichtliche Grafik

Der rech­te Bild­schirm­be­reich ist der gra­fi­schen Dar­stel­lung der Ener­gie­flüs­se zwi­schen den Län­dern und der CO₂-Inten­si­tät der Strom­erzeu­gung in den ein­zel­nen Län­dern vor­be­hal­ten.
Über die euro­päi­schen Län­der hin­aus ste­hen auch die Daten eini­ger wei­te­rer Län­der zur Verfügung.

Zum Aus­pro­bie­ren kli­cken sie ein­fach hier!

Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen

Die Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lan­zen (AGEB) wer­tet vor­han­de­ne Sta­tis­ti­ken aus allen Gebie­ten der Ener­gie­wirt­schaft nach wis­sen­schaft­li­chen Gesichts­punk­ten aus, erstellt regel­mä­ßig jedes Jahr eine Ener­gie­bi­lanz der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und macht die­se der Öffent­lich­keit zugänglich.

Fol­gen­de Infor­ma­tio­nen ste­hen auf der Web­site zur Verfügung:

  • Pri­mär­ener­gie­ver­brauch (PEV) im lau­fen­den Jahr, 
  • die voll­stän­di­gen Ener­gie­bi­lan­zen für Deutsch­land ab 1990,
  • Dar­stel­lun­gen zum Ener­gie­fluss in unter­schied­li­chen Detaillierungsgrad, 
  • Über­sich­ten zur Strom­erzeu­gung nach Energieträgern, 
  • aktu­el­le Über­sich­ten zur Ent­wick­lung ein­zel­ner Ener­gie­trä­ger im lau­fen­den Jahr,
  • die Aus­wer­tungs­ta­bel­len zu den Ener­gie­bi­lan­zen ab 1990 mit vor­läu­fi­gen Daten zu den noch nicht ver­öf­fent­lich­ten Bilanzen. 

Hier ein Beispiel:

Energieflussbild 2019

Kli­cken Sie hier, um die Web­site der Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lan­zen zu besuchen