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Schlagwortarchiv für: Bildung

Beiträge

Zeit zum Handeln – Bildungskongress „Klimaneutrale Schulen“

10. Juli 2026/in Aktionen, Handlungsfelder /von Juliane Putzing

Katholische Akademie Stapelfeld, Cloppenburg | 30. Juni 2026

Der Bildungskongress „Klimaneutrale Schulen“ hat deutlich gemacht: Die Herausforderungen des Klimawandels, die Zukunftsfähigkeit unseres Bildungssystems und die Entwicklung demokratischer Handlungskompetenz gehören untrennbar zusammen. Klimaneutrale Schulen sind weit mehr als ein Beitrag zum Klimaschutz. Sie können Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche Verantwortung übernehmen, Selbstwirksamkeit erfahren und gemeinsam Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln.

Die Beiträge aus Wissenschaft, Bildungsforschung, kommunaler Praxis und Schule zeigten eindrucksvoll, dass die notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnisse, pädagogischen Konzepte und technischen Möglichkeiten bereits vorhanden sind. Entscheidend ist nun, diese Erkenntnisse konsequent in die Breite zu tragen und den begonnenen Transformationsprozess gemeinsam weiterzuentwickeln.

Kliamneutrale Schulen

Klimaneutrale Schulen als Orte gelebter Verantwortung

Ein zentrales Leitmotiv des Kongresses formulierte Margret Rasfeld mit den Worten: „Man muss Schülerinnen und Schülern etwas zutrauen.“ Dieser Satz beschreibt den notwendigen Kulturwandel in unserem Bildungssystem. Junge Menschen dürfen nicht nur über Zukunftsthemen lernen – sie müssen die Möglichkeit erhalten, ihre Schule und ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten.

Dabei beginnt Veränderung oft mit kleinen, konkreten Schritten. An vielen Schulen übernehmen Energie-Detektivinnen und -Detektive bereits Verantwortung für einen bewussten Umgang mit Energie. Sie zeigen, dass einfache Maßnahmen beim Heizen, Lüften und Ausschalten unnötiger Beleuchtung erhebliche Einsparungen ermöglichen. Die eingesparten Mittel schaffen finanzielle Spielräume für weitere nachhaltige Investitionen. Dazu zählen beispielsweise Photovoltaikanlagen, auch als Überdachungen gepflasterter oder asphaltierter Schulhofflächen. Das Beispiel aus Schaumburg hat eindrucksvoll gezeigt, dass auf diese Weise selbst finanzschwächere Kommunen neue Investitionsmöglichkeiten schaffen können. So wird sichtbar: Wer Schülerinnen und Schülern Verantwortung überträgt, stärkt ihre Selbstwirksamkeit und erzielt zugleich messbare Fortschritte auf dem Weg zur klimaneutralen Schule.

Die große Resonanz des Kongresses unterstreicht die gewachsene Bedeutung des Themas. Vertreterinnen und Vertreter aus Schulen, Wissenschaft, Kommunen, Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung kamen beim Kongress zusammen. Sie tauschten Erfahrungen aus, knüpften neue Netzwerke und entwickelten konkrete Handlungsmöglichkeiten. Der vielfach geäußerte Wunsch nach einer Fortsetzung des Austauschs und einer bundesweiten Vernetzung unterstreicht den Bedarf, die begonnenen Initiativen weiterzuführen.

Der Kongress versteht sich deshalb als Ausgangspunkt eines gemeinsamen Prozesses. Ziel ist es, eine neue, ganzheitlich orientierte Arbeits- und Lösungsweise zu etablieren. Bildung, Klimaschutz, Gesundheit, Demokratiebildung sowie kommunale und gesellschaftliche Entwicklung sollen dabei als gemeinsame Zukunftsaufgabe verstanden werden.

Schulen brauchen politische Priorität

Als Fazit des Bildungskongresses ergibt sich ein klarer Handlungsauftrag an Politik, Verwaltung und Gesellschaft:

Die Entwicklung klimaneutraler Schulen muss auf sämtlichen staatlichen Ebenen – Bund, Länder, Kreise, Städte und Gemeinden – sowie in allen demokratisch legitimierten Parteien und Wählervereinigungen zu einer politischen Priorität werden. Die erforderlichen Konzepte liegen vor, erfolgreiche Praxisbeispiele existieren, engagierte Schulen und Kommunen weisen den Weg. Was jetzt gebraucht wird, sind politische Entschlossenheit, verlässliche Rahmenbedingungen und der Wille, erfolgreiche Ansätze flächendeckend zu ermöglichen.

Klimaneutrale Schulen sind kein Zusatzprogramm. Sie verbinden Bildung, Klimaschutz, Gesundheit, Demokratiebildung und regionale Entwicklung zu einer gemeinsamen Zukunftsstrategie. Sie stärken junge Menschen darin, Verantwortung zu übernehmen, Herausforderungen zu bewältigen und gesellschaftlichen Wandel aktiv mitzugestalten.

Aus den Erkenntnissen und Erfahrungen des Kongresses entsteht ein gemeinsamer Appell an alle Verantwortlichen. Sie sollen die politischen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für klimaneutrale Schulen schaffen.

Die Transformation unseres Bildungssystems gelingt nur durch gemeinsame Anstrengungen. Dafür müssen Bund, Länder, Kreise, Städte, Gemeinden, Politik, Verwaltung, Schulträger, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Schulen eng zusammenarbeiten.

„Man muss Schülerinnen und Schülern etwas zutrauen.“ Dieser Satz von Margret Rasfeld bringt die zentrale Botschaft des Kongresses auf den Punkt. Ob als Energie-Detektivinnen und -Detektive, in Klima-AGs, Schülergenossenschaften oder im FREI DAY – überall dort, wo jungen Menschen Verantwortung übertragen wird, entstehen Selbstwirksamkeit, Innovationskraft und konkrete Lösungen. Darin liegt die Chance klimaneutraler Schulen – und zugleich ein Auftrag an Politik und Gesellschaft, die notwendigen Freiräume und Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.

Die Zeit des Erkenntnisgewinns ist weit fortgeschritten – jetzt ist die Zeit zum Handeln.

Den ausführlichen Kongressbericht mit den Vorträgen, Workshops und Ergebnissen finden Sie hier.

Drei zentrale Vorträge des Bildungskongresses stehen als Videoaufzeichnungen zur Verfügung:

Prof. Dr. Eicke R. Weber
Solarforscher
Vortrag auf YouTube ansehen – ca. 45 Minuten

Margret Rasfeld
Mitbegründerin und Geschäftsführerin von Schule im Aufbruch
Vortrag auf YouTube ansehen – ca. 45 Minuten

Dr. Christoph Stein
Gründer der Initiative „Klimaneutrale Schulen“
Vortrag auf YouTube ansehen – ca. 30 Minuten

https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2026/07/ChatGPT-Image-10.-Juli-2026-16_21_47.png 941 1672 Juliane Putzing https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2021/12/RT-EE_LinksGross_Hires-300x96.png Juliane Putzing2026-07-10 16:43:382026-07-12 12:05:25Zeit zum Handeln – Bildungskongress „Klimaneutrale Schulen“

Klimaneutrale Schulen 2035: Solare Bildung an Schulen

23. Juni 2026/in Aktionen, Handlungsfelder /von Juliane Putzing

Wie können Schulen zu Schlüsseln der (Bürger-)Energiewende werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der bundesweite Kongress „Klimaneutrale Schulen 2035“, der am 30. Juni 2026 an der Akademie Stapelfeld im Landkreis Cloppenburg stattfindet.

Der Kongress nimmt damit auch das Konzept der Klimaschulen in den Blick: Schulen, die Klimaschutz nicht nur lehren, sondern im Schulalltag, in Projekten und in regionalen Netzwerken praktisch umsetzen.

Ziel des Kongresses ist es, Schulen in ganz Deutschland bis 2035 klimaneutral zu gestalten. Dafür braucht es nicht nur technische Lösungen, sondern auch engagierte Schulgemeinschaften, neue Lernformate, kommunale Unterstützung und starke regionale Netzwerke. Der Kongress bringt Akteurinnen und Akteure aus Bildung, Wissenschaft, Politik, Kommunen und Zivilgesellschaft zusammen und zeigt konkrete Wege für die Umsetzung auf.

Zu den Keynote-Speakern gehören der Energieforscher Prof. Dr. Eicke R. Weber, die Bildungsexpertin Margret Rasfeld sowie Dr. Christoph Stein.

Workshop für klimaneutrale Schulen.

Klimaneutrale Schulen mit dem Workshop „Solare Bildung an Schulen“

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den praxisorientierten Workshops. Einer davon ist der Workshop „Solare Bildung an Schulen – Praxisorientierte Energiewende-Bildung als Modell für Deutschland“ mit Katharina Blau (Solarcamp for Future) und Rainer Doemen (Redaktionsteam Runder Tisch Erneuerbare Energien).

Der Workshop greift auf Erfahrungen und Erkenntnisse mit dem Pilotprojekt „Solarcamp macht Schule als Projektwoche“ zurück, das im Landkreis Ahrweiler erfolgreich durchgeführt wurde. Schülerinnen und Schüler lernen dabei erneuerbare Energien nicht nur im Unterricht kennen, sondern setzen konkrete Projekte praktisch um – von Messungen und Experimenten mit Photovoltaik bis hin zur Planung und Umsetzung eigener Energiewende-Projekte.

Die Zusammenarbeit zwischen Rainer Doemen und dem Team von Solarcamp for Future ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie durch Vernetzung neue Lösungen entstehen können. Der Kontakt wurde über den Runden Tisch Erneuerbare Energien (RT-EE) hergestellt. Daraus entstand die gemeinsame Idee, die jeweiligen Stärken und Erfahrungen zusammenzuführen und Synergien zu heben.

Während Solarcamp for Future umfangreiche Erfahrungen in der Organisation von Solarcamps und praxisnaher Energiewende-Bildung einbringt, verfügt Rainer Doemen über ein gewachsenes Netzwerk zu Schulen, Kommunen, Handwerksbetrieben und weiteren regionalen Akteuren. Aus dieser Verbindung entstand das Modell „Solarcamp macht Schule“, das zeigt, wie Klimabildung, Berufsorientierung und Fachkräftegewinnung für die Energiewende erfolgreich miteinander verknüpft werden können.

Das Pilotprojekt im Kreis Ahrweiler hat gezeigt, wie junge Menschen durch praktische Erfahrungen Selbstwirksamkeit erleben und zugleich wichtige Zukunftskompetenzen erwerben. Genau solche Ansätze sollen auf dem Kongress vorgestellt, diskutiert und bundesweit weiterentwickelt werden.

Der Kongress versteht sich als Impulsgeber für eine deutschlandweite Bewegung. Denn die Energiewende ist nicht nur ein technisches Projekt, sondern auch eine Bildungsaufgabe. Die Fachkräfte, die unsere Energieversorgung von morgen gestalten werden, sitzen heute in unseren Klassenzimmern.

Weitere Informationen zum Programm und zur Veranstaltung gibt es auf der Veranstaltungsseite im Niedersächsischen LernCenter (NLC).

https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_9426-scaled.jpeg 1920 2560 Juliane Putzing https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2021/12/RT-EE_LinksGross_Hires-300x96.png Juliane Putzing2026-06-23 17:58:252026-07-10 16:44:17Klimaneutrale Schulen 2035: Solare Bildung an Schulen

Solarcamp macht Schule: Ein Leuchtturmprojekt, das bundesweit Nachahmer verdient

9. Juli 2025/in Aktionen, Handlungsfelder /von Jürgen Voskuhl

Was passiert, wenn man engagierte Schüler, tatkräftige Handwerksbetriebe und eine visionäre Idee zusammenbringt? Im Kreis Ahrweiler entstand daraus ein echtes Leuchtturmprojekt: In nur einer Woche bauten Jugendliche einen Solarcarport und erhielten so nicht nur Einblicke in klimafreundliche Technologien, sondern auch in ihre eigene berufliche Zukunft. Ein Erfolgsmodell, das zeigt, wie die Energiewende praktisch und begeisternd in den Schulalltag integriert werden kann.

Premiere in Ahrweiler: Von der Theorie zur Praxis in nur einer Woche

Die Energiewende braucht Hände, die anpacken, und Köpfe, die für nachhaltige Technologien brennen. Genau hier setzt die Initiative „Solarcamp macht Schule“ an, die kürzlich als deutschlandweite Premiere am Gymnasium und der Realschule Calvarienberg eine erfolgreiche Projektwoche durchführte. Weit mehr als nur theoretischer Unterricht stand auf dem Programm: Über 20 Schülerinnen und Schüler planten, schraubten und installierten unter fachkundiger Anleitung und bauten mit eigenen Händen einen voll funktionsfähigen Solarcarport für E-Bikes.

Eine praktische Antwort auf den Fachkräftemangel

Das Projekt ist eine direkte Antwort auf eine der größten Herausforderungen der Energiewende: den Fachkräftemangel. Die Initiative „Solarcamp macht Schule“ geht dieses Problem an der Wurzel an. Statt auf klassische Camps zu warten, kommt das Solarcamp direkt in die Schulen. Ziel ist es, junge Menschen frühzeitig für Berufe in der Energiewende zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass das Handwerk spannend, sinnstiftend und zukunftsrelevant ist. Die Erfahrung gibt den Initiatoren recht und zeigt, dass solche praxisnahen Einblicke wirken.

Starke Partner für ein starkes Projekt

Was dieses Projekt im Kreis Ahrweiler zu einem echten Vorzeigeprojekt macht, ist die nahtlose Verbindung von Theorie und Praxis sowie die beispielhafte Zusammenarbeit. Engagierte Lehrkräfte, die Schulleitungen, die Kreisverwaltung Ahrweiler, der Runde Tisch Erneuerbare Energien, die Initiative Solarcamp 4 Future und regionale Partner wie die beiden Handwerksbetriebe Hanisch Holzbau-Bedachung GmbH & Co. KG und EnergieGewinn GmbH sowie die Sparkassenstiftung „Zukunft Kreis Ahrweiler“ zogen an einem Strang.
Die Schülerinnen und Schüler erlebten nicht nur, wie eine PV-Anlage entsteht, sondern auch, wie durch Kooperation und gemeinsames Engagement Großes bewirkt werden kann.

Ein Modell, das Schule machen sollte

Das Konzept ist bewusst modular aufgebaut und kann flexibel eingesetzt werden – von kurzen Workshops bis zu einwöchigen Projekten wie diesem. Die Premiere in Ahrweiler hat eindrucksvoll bewiesen, dass dieses Modell funktioniert. Es verbindet Klimaschutzbildung mit handfester Berufsorientierung und gibt jungen Menschen eine greifbare Perspektive in Zukunftsbranchen. „Solarcamp macht Schule“ ist somit mehr als nur ein gelungenes Einzelprojekt. Es ist eine Blaupause, die bundesweit Schule machen sollte, um die nächste Generation für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft zu gewinnen und die Energiewende mit der nötigen Tatkraft zu beschleunigen.

https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2025/07/PXL_20250627_095424950-scaled.jpg 1920 2560 Jürgen Voskuhl https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2021/12/RT-EE_LinksGross_Hires-300x96.png Jürgen Voskuhl2025-07-09 22:35:132026-07-10 16:44:37Solarcamp macht Schule: Ein Leuchtturmprojekt, das bundesweit Nachahmer verdient
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