Zeit zum Handeln – Bildungskongress „Klimaneutrale Schulen“

Katho­li­sche Aka­de­mie Sta­pel­feld, Clop­pen­burg | 30. Juni 2026

Der Bil­dungs­kon­gress „Kli­ma­neu­tra­le Schu­len“ hat deut­lich gemacht: Die Her­aus­for­de­run­gen des Kli­ma­wan­dels, die Zukunfts­fä­hig­keit unse­res Bil­dungs­sys­tems und die Ent­wick­lung demo­kra­ti­scher Hand­lungs­kom­pe­tenz gehö­ren untrenn­bar zusam­men. Kli­ma­neu­tra­le Schu­len sind weit mehr als ein Bei­trag zum Kli­ma­schutz. Sie kön­nen Orte sein, an denen Kin­der und Jugend­li­che Ver­ant­wor­tung über­neh­men, Selbst­wirk­sam­keit erfah­ren und gemein­sam Lösun­gen für gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen entwickeln.

Die Bei­trä­ge aus Wis­sen­schaft, Bil­dungs­for­schung, kom­mu­na­ler Pra­xis und Schu­le zeig­ten ein­drucks­voll, dass die not­wen­di­gen wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se, päd­ago­gi­schen Kon­zep­te und tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten bereits vor­han­den sind. Ent­schei­dend ist nun, die­se Erkennt­nis­se kon­se­quent in die Brei­te zu tra­gen und den begon­ne­nen Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess gemein­sam weiterzuentwickeln.

Kliamneutrale Schulen

Klimaneutrale Schulen als Orte gelebter Verantwortung

Ein zen­tra­les Leit­mo­tiv des Kon­gres­ses for­mu­lier­te Mar­gret Ras­feld mit den Wor­ten: „Man muss Schü­le­rin­nen und Schü­lern etwas zutrau­en.“ Die­ser Satz beschreibt den not­wen­di­gen Kul­tur­wan­del in unse­rem Bil­dungs­sys­tem. Jun­ge Men­schen dür­fen nicht nur über Zukunfts­the­men ler­nen – sie müs­sen die Mög­lich­keit erhal­ten, ihre Schu­le und ihr Lebens­um­feld aktiv mitzugestalten.

Dabei beginnt Ver­än­de­rung oft mit klei­nen, kon­kre­ten Schrit­ten. An vie­len Schu­len über­neh­men bereits Ener­gie-Detek­ti­vin­nen und ‑Detek­ti­ve Ver­ant­wor­tung, ach­ten auf einen bewuss­ten Umgang mit Ener­gie und zei­gen, dass durch ein­fa­ches Han­deln – etwa beim Hei­zen, Lüf­ten oder Aus­schal­ten nicht benö­tig­ter Beleuch­tung – erheb­li­che Ein­spa­run­gen mög­lich sind. Die dadurch gewon­ne­nen finan­zi­el­len Spiel­räu­me kön­nen wie­der­um Inves­ti­tio­nen in nach­hal­ti­ge Maß­nah­men, bei­spiels­wei­se Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen – auch als Über­da­chun­gen von gepflas­ter­ten oder asphal­tier­ten Schul­hof­flä­chen – ermög­li­chen. Das Bei­spiel aus Schaum­burg hat ein­drucks­voll gezeigt, dass auf die­se Wei­se selbst finanz­schwä­che­re Kom­mu­nen neue Inves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten schaf­fen kön­nen. So wird sicht­bar: Wer Schü­le­rin­nen und Schü­lern Ver­ant­wor­tung über­trägt, stärkt ihre Selbst­wirk­sam­keit und erzielt zugleich mess­ba­re Fort­schrit­te auf dem Weg zur kli­ma­neu­tra­len Schule.

Die gro­ße Reso­nanz des Kon­gres­ses unter­streicht die gewach­se­ne Bedeu­tung des The­mas. Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus Schu­len, Wis­sen­schaft, Kom­mu­nen, Zivil­ge­sell­schaft sowie aus Poli­tik und Ver­wal­tung nutz­ten den Kon­gress, um Erfah­run­gen aus­zu­tau­schen, neue Netz­wer­ke zu knüp­fen und kon­kre­te Hand­lungs­mög­lich­kei­ten zu ent­wi­ckeln. Der viel­fach geäu­ßer­te Wunsch nach einer Fort­set­zung des Aus­tauschs und einer bun­des­wei­ten Ver­net­zung unter­streicht den Bedarf, die begon­ne­nen Initia­ti­ven weiterzuführen.

Der Kon­gress ver­steht sich des­halb als Aus­gangs­punkt eines gemein­sa­men Pro­zes­ses. Ziel ist es, eine neue, ganz­heit­lich ori­en­tier­te Arbeits- und Lösungs­wei­se zu eta­blie­ren, in der Bil­dung, Kli­ma­schutz, Gesund­heit, Demo­kra­tie­bil­dung sowie kom­mu­na­le und gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung nicht län­ger getrennt betrach­tet, son­dern als gemein­sa­me Zukunfts­auf­ga­be ver­stan­den werden.

Schulen brauchen politische Priorität

Als Fazit des Bil­dungs­kon­gres­ses ergibt sich ein kla­rer Hand­lungs­auf­trag an Poli­tik, Ver­wal­tung und Gesellschaft:

Die Ent­wick­lung kli­ma­neu­tra­ler Schu­len muss auf sämt­li­chen staat­li­chen Ebe­nen – Bund, Län­der, Krei­se, Städ­te und Gemein­den – sowie in allen demo­kra­tisch legi­ti­mier­ten Par­tei­en und Wäh­ler­ver­ei­ni­gun­gen zu einer poli­ti­schen Prio­ri­tät wer­den. Die erfor­der­li­chen Kon­zep­te lie­gen vor, erfolg­rei­che Pra­xis­bei­spie­le exis­tie­ren, enga­gier­te Schu­len und Kom­mu­nen wei­sen den Weg. Was jetzt gebraucht wird, sind poli­ti­sche Ent­schlos­sen­heit, ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen und der Wil­le, erfolg­rei­che Ansät­ze flä­chen­de­ckend zu ermöglichen.

Kli­ma­neu­tra­le Schu­len sind kein Zusatz­pro­gramm. Sie ver­bin­den Bil­dung, Kli­ma­schutz, Gesund­heit, Demo­kra­tie­bil­dung und regio­na­le Ent­wick­lung zu einer gemein­sa­men Zukunfts­stra­te­gie. Sie stär­ken jun­ge Men­schen dar­in, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, Her­aus­for­de­run­gen zu bewäl­ti­gen und gesell­schaft­li­chen Wan­del aktiv mitzugestalten.

Aus den Erkennt­nis­sen und Erfah­run­gen des Kon­gres­ses ergibt sich ein gemein­sa­mer Appell an alle Ver­ant­wort­li­chen, die not­wen­di­gen poli­ti­schen, orga­ni­sa­to­ri­schen und finan­zi­el­len Vor­aus­set­zun­gen für „kli­ma­neu­tra­le Schu­len“ zu schaf­fen. Die Trans­for­ma­ti­on unse­res Bil­dungs­sys­tems gelingt nur gemein­sam – durch eine enge Zusam­men­ar­beit von Bund, Län­dern, Krei­sen, Städ­ten und Gemein­den, von Poli­tik und Ver­wal­tung, Schul­trä­gern, Wis­sen­schaft, Wirt­schaft, Zivil­ge­sell­schaft sowie den Schu­len selbst.

Man muss Schü­le­rin­nen und Schü­lern etwas zutrau­en.“ Die­ser Satz von Mar­gret Ras­feld bringt die zen­tra­le Bot­schaft des Kon­gres­ses auf den Punkt. Ob als Ener­gie-Detek­ti­vin­nen und ‑Detek­ti­ve, in Kli­ma-AGs, Schü­ler­ge­nos­sen­schaf­ten oder im FREI DAY – über­all dort, wo jun­gen Men­schen Ver­ant­wor­tung über­tra­gen wird, ent­ste­hen Selbst­wirk­sam­keit, Inno­va­ti­ons­kraft und kon­kre­te Lösun­gen. Dar­in liegt die Chan­ce kli­ma­neu­tra­ler Schu­len – und zugleich ein Auf­trag an Poli­tik und Gesell­schaft, die not­wen­di­gen Frei­räu­me und Rah­men­be­din­gun­gen dafür zu schaffen.

Die Zeit des Erkennt­nis­ge­winns ist weit fort­ge­schrit­ten – jetzt ist die Zeit zum Handeln.

Den aus­führ­li­chen Kon­gress­be­richt mit den Vor­trä­gen, Work­shops und Ergeb­nis­sen fin­den Sie hier.