Weihnachtsgruß des Runden Tisches Erneuerbare Energien (RT-EE)

Lie­be Mitstreiter:innen,
lie­be Freund:innen der Ener­gie­wen­de,

ein beweg­tes Jahr geht zu Ende – Zeit für einen Blick zurück und voraus.

Danke – für eure Zeit, euer Wissen, euer Herz

Der Run­de Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien (RT-EE) lebt von der Viel­falt sei­ner Akteur:innen

  • Wissenschaftler:innen und Expert:innen aus ener­gie­re­le­van­ten Fächern
  • Enga­gier­te „von jung bis alt“ – Fri­days for Future, Par­ents for Future, Omas for Future …

Alle kom­men frei und unge­bun­den, brin­gen Fach­kom­pe­tenz, Lebens­er­fah­rung und vor allem die Über­zeu­gung ein, dass das 1,5-°C‑Ziel von Paris ein­zu­hal­ten ist. Die­se Mischung macht unse­re Arbeit wert­voll – und wirksam.

Erfolg, der Mut macht: SolAHRTal

Aus dem RT-EE ging 2021 die Initia­ti­ve „Ener­gie-Modell-Regi­on Ahr“ her­vor.
Bereits im Sep­tem­ber des­sel­ben Jah­res lag das Kon­zept „Aus Ahrtal wird SolAHRTal“ vor.
Vier Jah­re spä­ter ist eines der Kern­the­men Rea­li­tät:
Am 10. Dezem­ber 2025 wur­de die elek­tri­fi­zier­te Ahrtal­bahn offi­zi­ell wie­der eröff­net.
Ein sicht­ba­res Zei­chen: Fach­lich fun­diert und gemein­sam auf­ge­tre­ten, wer­den wir gehört – und bewegen.

Nächstes Ziel: Solare Bildung

Jetzt wid­men wir uns dem The­ma „Sola­re Bil­dung“ – von der Kita bis zum Schul­ab­schluss. Der RT-EE wur­de gebe­ten, Aktio­nen und Akteur:innen bun­des­weit zu ver­net­zen. Am 25. Janu­ar 2026 tref­fen sich erst­mals bis zu 40 Vertreter:innen (begrenz­tes Platz­an­ge­bot an der Umwelt­lern­schu­le PLUS) ver­schie­de­ner Initia­ti­ven zum „Run­den Tisch Sola­re Bil­dung“, um Ideen aus­zu­tau­schen und Syn­er­gien zu heben. Ziel: Kin­der und Jugend­li­che bekom­men ein tie­fe­res Ver­ständ­nis für die Ener­gie­wen­de – als Basis für eine ver­ant­wor­tungs­vol­le, gene­ra­tio­nen­ge­rech­te Zukunft.

Blick nach vorn

Solan­ge Erwach­se­ne oft noch zögern oder fehl­in­for­miert han­deln, sol­len jun­ge Men­schen als Multiplikator:innen vor Ort wir­ken – mit Wis­sen statt Angst, mit Lösun­gen statt Apa­thie. Wir wol­len wei­te­re Men­schen moti­vie­ren, sich auf Augen­hö­he ein­zu­brin­gen – für Kli­ma­schutz, sau­be­re Ener­gie und eine lebens­wer­te Zukunft.

Gesund­heit, Zuver­sicht und Erfolg
für euch per­sön­lich – und für die Ener­gie­wen­de – wünscht euch

Euer Run­der Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien (RT-EE)

„Was einer allein nicht schafft, das schaf­fen vie­le gemeinsam.“

Besinn­li­che Fei­er­ta­ge und ein kraft­vol­les neu­es Jahr!
Rai­ner Doe­men (für den RT-EE)

Hoffnung aus dem Amazonas: Starke Signale von der COP30 für die globale Energiewende

Der Welt­kli­ma­gip­fel in Bra­si­li­en war mehr als nur Poli­tik. Erfah­ren Sie, wel­che inspi­rie­ren­de Ener­gie von den Men­schen vor Ort aus­ging und war­um der Schutz des Regen­wal­des untrenn­bar mit 100 % erneu­er­ba­ren Ener­gien und sozia­ler Gerech­tig­keit ver­bun­den ist. Ein Bericht, der Mut macht!

Collage vom "Cúpula dos Povos" (Gipfel der Völker), 2026,  Belém, Brasilien

Viel­leicht haben Sie die Nach­rich­ten rund um den Welt­kli­ma­gip­fel (COP30) im Novem­ber 2025 in Belém, Bra­si­li­en, ver­folgt. Doch abseits der gro­ßen poli­ti­schen Ver­hand­lun­gen ereig­ne­te sich noch etwas viel Span­nen­de­res: Tau­sen­de von Umwelt­ak­ti­ven aus aller Welt tra­fen sich beim „Gip­fel der Völ­ker“. Eine Dele­ga­ti­on der Umwelt­ge­werk­schaft e.V. war mit­ten­drin und hat inspi­rie­ren­de Ein­drü­cke mit­ge­bracht, die wir hier ger­ne mit Ihnen tei­len möchten.

100 % Erneuerbare: Eine globale Vision, die lebt

Stel­len Sie sich vor: Men­schen aus allen Tei­len der Welt, beson­ders aus dem bedroh­ten Ama­zo­nas­ge­biet, kom­men zusam­men. Die Luft ist erfüllt von einer unglaub­lich posi­ti­ven Ener­gie. 🌎 Über­all sieht man Pla­ka­te, hört Songs und spürt den unbe­ding­ten Wil­len, unse­re Welt zu ret­ten. Die zen­tra­le For­de­rung, die alles ver­band: eine Zukunft, die auf 100 % erneu­er­ba­ren Ener­gien basiert. Es ging aber nicht nur um Tech­no­lo­gie, son­dern um eine ganz­heit­li­che Visi­on: ein Leben im Ein­klang mit der Natur, eine funk­tio­nie­ren­de Kreis­lauf­wirt­schaft und die Schaf­fung von natur­ver­träg­li­chen Arbeits­plät­zen, die den Men­schen eine Per­spek­ti­ve geben. In Belém wur­de klar: Die Ener­gie­wen­de ist kei­ne tro­cke­ne tech­ni­sche Auf­ga­be, son­dern eine leben­di­ge, glo­ba­le Bewegung!

Soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz: Zwei Seiten einer Medaille

Ein beson­ders wich­ti­ger Impuls kam von der Dele­ga­ti­on der Umwelt­ge­werk­schaft. Ihre Kern­bot­schaft: Wir kön­nen die Kli­ma­kri­se nur bewäl­ti­gen, wenn wir die Umwelt­be­we­gung und die Arbei­ter­be­we­gung zusam­men­den­ken. Denn die Ener­gie­wen­de muss fair und sozi­al gerecht sein! Wie pas­send, dass sie vor Ort auf eine Ver­samm­lung von Gewerk­schafts­ver­bän­den tra­fen, die genau das in einer kraft­vol­len Erklä­rung fest­ge­hal­ten hat­te. Ein zen­tra­ler Satz dar­aus lautet:

„Ein ste­hen­der Wald braucht ein ste­hen­des Volk. Und ein ste­hen­des Volk braucht Rech­te, Wür­de und men­schen­wür­di­ge Arbeit.“

Die­se Wor­te brin­gen es auf den Punkt. Der Schutz unse­rer natür­li­chen Lebens­grund­la­gen und gute, siche­re Arbeits­plät­ze sind kei­ne Gegen­sät­ze – sie bedin­gen einander.

Vom Ahrtal bis nach Belém: Vernetzung für 100 % erneuerbare Energien

Der inter­na­tio­na­le Aus­tausch in Belém knüpft zugleich an kon­kre­te Erfah­run­gen in Deutsch­land an. Über den Solar­ener­gie-För­der­ver­ein Deutsch­land e. V. (SFV), zu dem die Umwelt­ge­werk­schaft e. V. bereits seit län­ge­rer Zeit per­sön­li­che Ver­bin­dun­gen pflegt, ent­stand unmit­tel­bar nach der Flut­ka­ta­stro­phe im Ahrtal der Kon­takt zu Rai­ner Doe­men und dem Run­den Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien. Die Umwelt­ge­werk­schaft orga­ni­sier­te über ihn einen ers­ten mehr­tä­gi­gen Auf­räum­ein­satz im Mün­dungs­ge­biet der Ahr. Dar­aus ent­wi­ckel­te sich ein zukunfts­wei­sen­der Ansatz für den Wie­der­auf­bau: Im April 2025 stell­te Rai­ner Doe­men auf einer Kon­fe­renz der Umwelt­ge­werk­schaft in Göt­tin­gen den Stand des Ahrtal-Wie­der­auf­bau­pro­jekts auf Basis von 100 % erneu­er­ba­ren Ener­gien vor. Die­ses Pro­jekt gilt als prak­ti­sches Bei­spiel dafür, wie Kli­ma­schutz, regio­na­le Wert­schöp­fung, demo­kra­ti­sche Betei­li­gung und sozia­le Ver­ant­wor­tung zusam­men­ge­führt wer­den kön­nen. Die dort gewon­ne­nen Erfah­run­gen sol­len auch in den für Ende 2026 geplan­ten „Inter­na­tio­na­len Umwelt­rat­schlag“ ein­flie­ßen und inter­na­tio­nal dis­ku­tiert werden.

Ein Funke, der überspringt: Was wir mitnehmen können

Die Dele­ga­ti­on kehr­te nicht nur mit unver­gess­li­chen Ein­drü­cken, son­dern auch mit einem gan­zen Sack vol­ler neu­er Kon­tak­te und Ideen zurück. Das Pro­jekt „Inter­na­tio­na­ler Umwelt­rat­schlag 2026“, das genau die­sen Brü­cken­schlag zwi­schen Umwelt und Arbeit för­dern soll, stieß auf rie­si­ges Inter­es­se. Das zeigt: Der Wunsch nach einer gerech­ten und nach­hal­ti­gen Zukunft ver­bin­det Men­schen über alle Gren­zen hinweg.

Möch­ten Sie die­se Ener­gie selbst spü­ren und einen leben­di­gen Ein­druck von den Pro­tes­ten und der posi­ti­ven Stim­mung in Belém bekom­men? Dann schau­en Sie sich unbe­dingt die vie­len Bil­der und Doku­men­te auf der Home­page der Umwelt­ge­werk­schaft an: www.umweltgewerkschaft.org. Las­sen Sie sich inspirieren!

Golden Planet Award 2025: Ein Abend für die Heldinnen und Helden unserer Zukunft 🌍

Kann eine gla­mou­rö­se Gala die Welt ver­än­dern? Viel­leicht nicht über Nacht -, aber sie kann die Men­schen ins Ram­pen­licht rücken, die es tun!
In Frank­furt wur­den Per­sön­lich­kei­ten und Pro­jek­te mit dem Gol­den Pla­net Award 2025 geehrt, die mit Mut und Inno­va­ti­ons­kraft für unse­ren Pla­ne­ten kämp­fen. Erfah­ren Sie, wer aus­ge­zeich­net wur­de und was uns vom Run­den Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien ganz beson­ders mit die­sem Abend verbindet.

Golden Planet Award 2025
Lady Dr. h.c. Astrid Are­ns (Voice Aid Asso­cia­ti­on / DIPESH) und Rai­ner Doe­men, RT EE

Sehr geehr­te Lese­rin­nen und Leser,

manch­mal braucht es Momen­te, die uns dar­an erin­nern, wofür wir jeden Tag arbei­ten: für eine nach­hal­ti­ge, gerech­te und lebens­wer­te Zukunft. Ein sol­cher Moment war die Ver­lei­hung des Gol­den Pla­net Award 2025 in den Sky­line Stu­di­os von Radio Frank­furt. Es war ein Abend, der Gla­mour und gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung auf beein­dru­cken­de Wei­se ver­band und zeig­te: Enga­ge­ment für Nach­hal­tig­keit ist inspi­rie­rend und ver­bin­det Men­schen weltweit!

Wenn Vision auf Verantwortung trifft

Rund 100 Gäs­te aus 15 Län­dern kamen zusam­men, um Pio­nie­re aus­zu­zeich­nen, die mit Herz und Ver­stand den Wan­del vor­an­trei­ben. Die Ver­an­stal­ter, Ste­phan Schwenk (Radio Group) und Lady Dr. h.c. Astrid Are­ns (Voice Aid Asso­cia­ti­on), schu­fen eine Atmo­sphä­re vol­ler Emo­tio­nen und inter­na­tio­na­lem Flair. „Der Gol­den Pla­net Award ist mehr als eine Ehrung – er ist eine Bewe­gung“, beton­te Astrid Are­ns. Eine Bewe­gung, die Men­schen zusam­men­bringt, die mit Lei­den­schaft Zukunft gestal­ten. Und genau das ist es, was auch uns antreibt!

Inspiration pur: Die Preisträger des Abends

Die Lis­te der Geehr­ten ist ein fan­tas­ti­sches Zeug­nis dafür, wie viel­fäl­tig Enga­ge­ment aus­se­hen kann. Von könig­li­chem Ein­satz bis hin zu regio­na­ler Tat­kraft war alles vertreten:

  • Fürst Albert II. von Mona­co erhielt den Life­time Achie­ve­ment Award für sein jahr­zehn­te­lan­ges Enga­ge­ment, ins­be­son­de­re für den Meeresschutz.
  • Die Deut­sche Mee­res­stif­tung wur­de als „Social Hero“ geehrt – eine wich­ti­ge Aner­ken­nung für alle, die unse­re Ozea­ne schützen.
  • Als „Regio­nal Hero“ wur­de der Kreis Stein­furt aus­ge­zeich­net. Ein star­kes Signal, dass die Ener­gie­wen­de vor Ort von enga­gier­ten Men­schen und Unter­neh­men getra­gen wird.
  • Auch Unter­neh­men wie Fech­ner Media und HEYHO zeig­ten, dass Wirt­schaft und Mensch­lich­keit Hand in Hand gehen kön­nen und wur­den als „Unter­neh­men des Jah­res“ gewürdigt.

Die­se und vie­le wei­te­re Preis­trä­ger bewei­sen: Ob im Gro­ßen oder im Klei­nen, jeder Bei­trag zählt. Musi­ka­lisch unter­malt wur­de der Abend von Anny Ogre­ze­a­nu, Gewin­ne­rin von „The Voice of Ger­ma­ny“, die mit ihrer Stim­me für Gän­se­haut­mo­men­te sorgte. ✨

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Golden Planet Awards 2025 (Gruppenfoto)
V. l. n. r. : Dr. Leong Ying, Ralf Knob­lauch, Sil­ke Wes­sel­mann, Andrea Wen, Timm Duff­ner, Land­rat Dr. Som­mer, Jes­si­ca Stock­mann, Raoul Hel­mer, Lady Astrid Are­ns, Max Stu­den­ni­koff, Carl Fech­ner, Miri­am Schroer, Rai­ner Doe­men, Danie­la Singhal und Frank Schwei­kert. Foto: Dr. Leong Ying, USA

Unsere Verbindung zum Golden Planet Award

War­um berich­ten wir vom Run­den Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien so begeis­tert über die­se Gala? Die Ant­wort erfüllt uns mit Stolz: Im Jahr 2022 durf­ten wir selbst einen Gol­den Pla­net Award ent­ge­gen­neh­men!

Die Jury wür­dig­te damals unse­re „SolAHRtal-Initia­ti­ve“, mit der wir nach der Flut­ka­ta­stro­phe schnell und unbü­ro­kra­tisch einen Pro­jekt­plan für sau­be­re Ener­gie ent­wi­ckelt haben. Die­se Aus­zeich­nung war eine unglaub­li­che Bestä­ti­gung für unse­re Arbeit und hat gezeigt, dass auch Gras­wur­zel­be­we­gun­gen und ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment auf gro­ßer Büh­ne gese­hen und gewür­digt wer­den. Sie ist eine Moti­va­ti­on für uns alle, nicht nach­zu­las­sen in unse­rem Ziel: 100 % Erneu­er­ba­re Ener­gien bis 2030.

Der Gol­den Pla­net Award ist damit für uns mehr als nur eine fer­ne Gala. Er ist eine Tank­stel­le für Moti­va­ti­on und ein Beweis dafür, dass wir Teil einer welt­wei­ten Gemein­schaft von Mache­rin­nen und Machern sind.

Las­sen Sie uns die­se posi­ti­ve Ener­gie mitnehmen!

Runder Tisch Erneuerbare Energien würdigt Auszeichnung von Rainer Doemen mit dem KING’S AWARD 2025

Still, ver­bind­lich und visio­när – inter­na­tio­na­le Aner­ken­nung für zivil­ge­sell­schaft­li­ches Enga­ge­ment im Bereich Erneu­er­ba­re Energien.

V.l.n.r.: Dr. Sue­la Papa­ge­lis, CEO Sky Con­sul­ta­ti­ons Ltd. Facul­ty, Bos­ton Uni­ver­si­ty U.S — Rai­ner Doe­men — Dr. Fati­ma Zaman, CEO Sere­ni­ty U.K. Care Ltd.

Rema­gen / Lon­don, 7. August 2025 – Rai­ner Doe­men, Mit­grün­der, Impuls­ge­ber und lang­jäh­ri­ger Koor­di­na­tor des Run­den Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien, wur­de am 23. Juli 2025 in der West­mins­ter Abbey in Lon­don mit dem renom­mier­ten KING’S AWARD 2025 in der Kate­go­rie Green Eco­no­my ausgezeichnet.

Der Preis wird jähr­lich vom bri­ti­schen Königs­haus gemein­sam mit dem Oxford Club ver­lie­hen und ehrt Per­sön­lich­kei­ten, die durch Inte­gri­tät, Sys­tem­den­ken und nach­hal­ti­ge Füh­rung neue Wege eröff­nen. Doe­men wur­de aus über 200 inter­na­tio­na­len Bewer­bern als ein­zi­ger Preis­trä­ger in sei­ner Kate­go­rie aus­ge­wählt – eine beson­de­re Aus­zeich­nung für sein jahr­zehn­te­lan­ges Enga­ge­ment für Bür­ger­en­er­gie, Par­ti­zi­pa­ti­on und ech­ten Klimaschutz.

Die Jury wür­dig­te Doe­men als „stil­len Stra­te­gen des Wan­dels“, des­sen Wir­ken weit über die Gren­zen Deutsch­lands hin­aus aus­strahlt und modell­haft sei für eine demo­kra­tisch getra­ge­ne und gene­ra­tio­nen­ge­rech­te Trans­for­ma­ti­on unse­res Energiesystems.

Rai­ner Doe­men bei sei­nem Vor­trag im Rah­men der Veranstaltung

Zusätz­lich zur Preis­ver­lei­hung wur­de Rai­ner Doe­men vom Roy­al Club zum Roy­al Ambassa­dor für Deutsch­land und Euro­pa ernannt. In die­ser neu­en Rol­le wird er künf­tig vom “The Roy­al Club” (Link) zu Ver­an­stal­tun­gen und Foren ein­be­zo­gen– ins­be­son­de­re im The­men­feld öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit, Kli­ma­en­ga­ge­ment und zivil­ge­sell­schaft­li­che Innovationen.

Der Run­de Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien sieht in der Aus­zeich­nung einen star­ken Impuls für die gesam­te Bür­ger­en­er­gie­be­we­gung: „Rai­ner Doe­men steht für einen Füh­rungs­stil, der nicht über­re­det, son­dern ein­lädt; der nicht auf Macht setzt, son­dern auf gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung“, so die Mit­wir­ken­den im Redak­ti­ons­team. Seit Anfang 2017 prägt Doe­men die fach­li­chen und stra­te­gi­schen Dis­kus­sio­nen des Run­den Tisches ent­schei­dend mit – spe­zi­ell an den Schnitt­stel­len zwi­schen Ener­gie­recht, Bür­ger­en­ga­ge­ment und sys­te­mi­scher Transformation.

Auch die Freie Bür­ger­lis­te Rema­gen (FBL), der Doe­men seit vie­len Jah­ren ange­hört, zeigt sich stolz: „Die­se inter­na­tio­na­le Ehrung ist eine Wür­di­gung sei­ner jahr­zehn­te­lan­gen Arbeit als Brü­cken­bau­er zwi­schen Poli­tik, Zivil­ge­sell­schaft und loka­ler Ener­gie­wen­de“, so die FBL in einer eige­nen Erklärung.

Mit dem Leit­satz „Was einer allein nicht schafft, das schaf­fen vie­le GEMEINSAM“ steht Rai­ner Doe­men bei­spiel­haft für das Selbst­ver­ständ­nis des Run­den Tisches: Zusam­men­ar­beit auf Augen­hö­he, mit kla­rem Ziel – eine zukunfts­fä­hi­ge, gerech­te und voll­stän­dig erneu­er­ba­re Energieversorgung.

Video: Impressionen von der Veranstaltung

Dank der groß­zü­gi­gen Erlaub­nis des Roy­al Clubs dür­fen wir das nach­fol­gen­de Video auf unse­rer Web­site tei­len, um einem brei­ten Publi­kum einen leben­di­gen Ein­druck von der Ver­an­stal­tung zu vermitteln.

Pressestimmen

Meh­re­re loka­le Medi­en berich­te­ten eben­falls über die Aus­zeich­nung, unter ande­rem Ahr.de und die Rema­ge­ner Nach­rich­ten.

Verleihung des Golden Planet Award 2023

Der RTEE freut sich ganz beson­ders dar­über, dass die Jury des Gol­den Pla­net Award 2023 auch in die­sem Jahr Per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen aus­ge­zeich­net hat, die sich für den Umstieg auf 100% Erneu­er­ba­re Ener­gien engagieren.

Golden Planet Award 2023: Gewinnerfoto

Zu den Aus­ge­zeich­ne­ten gehören:


Die Ver­lei­hung des Gol­den Pla­net Awards 2023 führ­te die gemein­sa­me Initia­ti­ve der Erfolgs­ko­ope­ra­ti­on aus D.I.P.E.S.H., Voice-Aid Asso­cia­ti­on und Radio Frank­furt am Abend des 27. Okto­ber 2023 in den Sky­line-Stu­di­os in Frank­furt durch.

(Mit)Initiator der SolAHRtal-Initia­ti­ve Rai­ner Doe­men nahm als ein Emp­fän­ger des Gol­den Pla­net Award 2022 für das Baby des RTEE — die SolAHRtal-Initia­ti­ve – ger­ne an der gelun­ge­nen Zere­mo­nie der Preis-Ver­lei­hung teil. Er wohnt im Kreis Ahr­wei­ler, kennt die eegon und teil­te unse­rem Redak­ti­ons­team mit: 

“Die eegon zeigt in der Eifel und im Land­kreis Ahr­wei­ler seit mehr als einem Jahr­zehnt, wie sie mit ihren treu­en Mit­glie­dern mutig und gekonnt den Ener­gie­sys­tem­wech­sel — nicht sel­ten gegen schein­bar unüber­wind­ba­re Wider­stän­de – umsetzt. Mei­nes Erach­tens erhielt die eegon den begehr­ten Gol­den Pla­net Award 2023 für geleb­te Nach­hal­tig­keit zu Recht für ihren wohl kaum ver­gleich­ba­ren Ein­satz, Kli­ma schä­di­gen­de Treib­haus­gas­emis­sio­nen zu reduzieren.”

Rai­ner Doe­men, (Mit)Initiator der SolAHRtal-Initiative


Ganz­heit­lich betrach­tet dies EUROSOLAR-Vor­stän­din, Refe­ren­tin für Gemein­wohl-Öko­no­mie und Bür­ger­En­er­gie-Netz­wer­ke­rin Bea­te Peter­sen. Sie hebt hervor: 

„Bei­de Preisträger*innen set­zen voll­um­fäng­lich den Leit­satz des RTEE um: »100% EE bis spä­tes­tens 2030«.
Das von der eegon geleb­te Prin­zip »Ener­gie aus der Eifel — für die Eifel — orga­ni­siert von Bürger*innen für Bürger*innen« beinhal­tet auch die der Preis­trä­ge­rin Rus­la­na erwie­se­ner­ma­ßen wich­ti­gen Aspek­te der Erneu­er­ba­ren. Die­se sind zugleich Frie­dens- und Frei­heits­en­er­gien. Deren kur­ze Wege hal­ten zudem Wert­schöp­fung vor Ort und schaf­fen Resi­li­enz sowie Unabhängigkeit.“

Bea­te Peter­sen, EUROSOLAR-Vorständin

Abschlie­ßend eini­ge Impres­sio­nen von der Veranstaltung.

Verleihung eines Golden Planet Award 2023 an die eegon - Eifel Energiegenossenschaft eG.
Jubel bei Ruslana nach der Verleihung eines Golden Planet Award 2023 an sie.

Foto Cre­dits: Alle Bil­der ©Fabi­an Otto

Die Bundesregierung muss jetzt den KLIMANOTSTAND ausrufen

Letz­te Aktua­li­sie­rung: 24. Novem­ber 2023

Das jüngs­te Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts kann der Bun­des­re­gie­rung als Steil­vor­la­ge die­nen. Wird sie die­se nut­zen und jetzt den Kli­ma­not­stand aus­ru­fen?
Wir vom Run­den Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien for­dern genau das! Und wir ste­hen mit unse­rer For­de­rung nicht allein.

Die­se Koali­ti­on ist die ers­te, die Not­wen­di­ges für die Finan­zie­rung von Maß­nah­men des Kli­ma­schut­zes in den Haus­halt ein­stell­te. Die damit finan­zier­ten Maß­nah­men bewer­ten wir hier nicht, nur die Neu­aus­rich­tung beim Kli­ma­schutz nach 16 Jah­ren Merkel-Regierungen.

Jetzt müss­te die Koali­ti­on Mut zei­gen und Ver­stand auf­wei­sen, indem sie die viel­fach wis­sen­schaft­lich beleg­ten und ste­tig anstei­gen­den hohen Risi­ken des dro­hen­den Kli­ma­kol­laps als Basis her­an­zieht, um den KLIMANOTSTAND aus­zu­ru­fen. Wird die Bun­des­re­gie­rung das Urteil des BVerfG als Steil­vor­la­ge nutzen?

Klimanotstand ausrufen — was bringt das?

Mit dem Aus­ru­fen des KLIMANOTSTANDS darf die Bun­des­re­gie­rung ein (neu­es) Son­der­ver­mö­gen auf­le­gen. Die­ses Vor­ge­hen wäre nicht nur ethisch gerecht­fer­tigt, son­dern oben­drein noch wirt­schaft­lich und vernünftig.

Mit einem Durch­fors­ten des Bun­des-Haus­halts nach Sub­ven­tio­nen von, bezie­hungs­wei­se Zuschüs­sen für Maß­nah­men, die in enger Ver­bin­dung mit Ener­gie­um­wand­lungs­pro­zes­sen (phy­si­ka­li­sches Gesche­hen) durch Ver­bren­nen fos­si­ler Ener­gien ste­hen, kann ein neu­es Son­der­ver­mö­gen ganz oder teil­wei­se gegen­fi­nan­ziert wer­den. Dies gilt sicher in Kom­bi­na­ti­on mit einer zukunfts­ori­en­tier­ten Neu­aus­rich­tung des Steu­er­rechts. So müss­ten Steu­er redu­zie­ren­de Tat­be­stän­de, die in enger Ver­bin­dung ste­hen mit Ener­gie­um­wand­lungs­pro­zes­sen durch Ver­bren­nen fos­si­ler Ener­gien im Sin­ne der Kli­ma-Ent­schei­dung des BVerfG aus 2021 neu jus­tiert wer­den. Dar­über hin­aus kön­nen Län­der und Kom­mu­nen inter­es­san­te wir­kungs­vol­le Instru­men­te und Mög­lich­kei­ten nutzen. 

Deutschland hat eine völkerrechtliche Verpflichtung

Deutsch­land ist völ­ker­recht­lich ver­pflich­tet, sei­ne Anstren­gun­gen zur schnellst­mög­li­chen Redu­zie­rung kli­ma­schä­di­gen­der Treib­haus­gas­emis­sio­nen zu ver­stär­ken. Jedes Zehn­tel Grad weni­ger Erd­er­hit­zung hilft, wei­te­re natio­na­le und glo­ba­le Kata­stro­phen zu verhindern.

Wir erwar­ten dafür einen auf­ein­an­der abge­stimm­ten Mas­ter­plan zur schnellst­mög­li­chen Redu­zie­rung Kli­ma schä­di­gen­der Treib­haus­gas­emis­sio­nen durch die rele­van­ten Orga­ne (Bund, Län­der, Kom­mu­nen). Die­ser Plan soll­te mess­ba­re Zie­le und ziel­ori­en­tier­te Wege auf­zei­gen sowie wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Meß­me­tho­den, kla­re Zustän­dig­kei­ten und jähr­li­che Inter­val­le der Eva­lu­ie­rung vor­se­hen. Ein sol­cher Plan ist den gewähl­ten Mandatsträger*innen zwecks Beschluss­fas­sung vor­zu­le­gen.
Das jüngs­te Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 15. Novem­ber 2023 (2 BvF 1/22) ruft gera­de­zu nach einem neu­ar­ti­gen ganz­heit­li­chen und gemein­sa­men Den­ken sowie einem ver­fas­sungs­kon­for­men Handeln.

Wir stehen nicht allein mit unserer Forderung

Den Kli­ma­not­stand aus­zu­ru­fen for­dern übri­gens nicht nur wir: es ist auch eine For­de­rung der bekann­ten Öko­no­min Clau­dia Kem­fert vom Deut­schen Insti­tut für Wirt­schafts­for­schung (DIW) Ber­lin.

Interview mit Stefan Rahmsdorf: die politische Einsicht fehlt

Der RTEE macht auf das Inter­view des Deutsch­land­funks mit Kli­ma­for­scher und Ozea­no­graph am Pots­dam Insti­tut für Kli­ma­fol­gen­for­schung Ste­fan Rahmstorf am 30. Juli 2023 auf­merk­sam.
Sei­ne erschüt­tern­de zen­tra­le Aus­sa­ge: phy­si­ka­lisch liegt die Begren­zung der Kli­ma­er­wär­mung auf 1,5 Grad noch im Bereich des Mög­li­chen, poli­tisch fehlt jedoch die Ein­sicht, die hier­für nöti­gen Maß­nah­men vorzunehmen.

Auch in Bezug auf die deut­sche Regie­rung stellt Rahmstorf fest, dass sie den Kli­ma­schutz nicht als Prio­ri­tät behan­delt. So setzt sie bei ihren ener­gie­po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen nicht schnellst­mög­lich wirk­sa­me Maß­nah­men zur Redu­zie­rung von Treib­haus­gas­emis­sio­nen gegen den dro­hen­den Kli­ma­kol­laps zuvor­derst um.

Die Sichtweise des RT EE

Wir kön­nen nicht nach­voll­zie­hen, dass Minis­ter und Abge­ord­ne­te, die einen Eid auf die Beach­tung und Ein­hal­tung des Grund­ge­set­zes geschwo­ren haben, bei ihren Vor­schlä­gen und Ent­schei­dun­gen ande­re Maß­stä­be anset­zen. So stel­len unse­re natio­na­len Gesetz­ge­bungs­or­ga­ne den Aus­bau von LNG-Ter­mi­nals in Win­des­ei­le auf Vor­fahrt. Wir sind skep­tisch und über­prü­fen auch die von der Bun­des­re­gie­rung prio­ri­sier­te Rol­le von CCS als prio­ri­tä­re Maß­nah­me der zwin­gend gebo­te­nen Rück­ho­lung von Koh­len­stoff aus der Atmosphäre.

Wir wis­sen, dass die Ampel­re­gie­rung die ver­hee­rend wir­ken­den ener­gie­po­li­ti­schen Vor­stel­lun­gen der FDP wider bes­se­res Wis­sen beach­tet. Letzt­lich brin­gen kli­ma­schä­di­gen­de und risi­ko­rei­che ener­gie­po­li­ti­sche Kom­pro­mis­se die Ethik ins Spiel, auf die Her­mann Scheer immer wie­der hin­ge­wie­sen hat. Sie kann schmerz­haft sein, ist aber unab­ding­bar für das Gelin­gen der Ener­gie­wen­de – und damit über­le­bens­not­wen­dig für die Menschheit.

Die Presseinformation des Deutschlandfunks zum Interview 

Lesen Sie die nach­ste­hen­de Press­in­for­ma­ti­on des Deutsch­land­funks. Dar­un­ter fin­den Sie den Link zum Nach­hö­ren des voll­stän­di­gen Interviews.

Ste­fan Rahmstorf, Kli­ma­for­scher und Ozea­no­graph am Pots­dam Insti­tut für Klimafolgenforschung

Das 1,5 Grad Ziel ist poli­tisch kaum mehr erreich­bar, phy­si­ka­lisch aber schon

Poli­tisch sei das Ziel prak­tisch nicht mehr zu hal­ten ange­sichts der Welt­la­ge, so Kli­ma­for­scher Ste­fan Rahmstorf im Inter­view der Woche des Deutsch­land­funks. Er reagier­te damit auf Äuße­run­gen des neu­en Chefs des Welt­kli­ma­ra­tes, Jim Skea, der in die­ser Woche erklärt hat­te, das 1,5‑Grad-Ziel sei nicht mehr zu erreichen.

Rahmstorf erklär­te:

Phy­si­ka­lisch kann man es noch errei­chen, aber dazu müss­te man es eben anpa­cken, wie, wenn man in einer Kriegs­si­tua­ti­on ist und das ein­fach die Top-Prio­ri­tät hat, die 1,5 Grad zu hal­ten. Rea­lis­tisch ist es natür­lich so, dass die aller­meis­ten Regie­run­gen das eben lei­der nicht als Top-Prio­ri­tät behan­deln. So wer­den wir es auf kei­nen Fall schaf­fen.“

Ver­ant­wort­lich dafür macht er auch man­geln­de poli­ti­sche Ambi­tio­nen. Es feh­le nicht an Lösun­gen, son­dern am Wil­len. Vie­len Poli­ti­kern sei die Dring­lich­keit der Lage noch immer nicht klar, sie infor­mier­ten sich nicht aus­rei­chend. Nach Ver­säum­nis­sen in vor­an­ge­gan­ge­nen Regie­run­gen behand­le nun auch Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz das The­ma nicht mit Priorität.

„An jedem Tag ist das Wet­ter heu­te schon anders als es eben ohne Kli­ma­kri­se wäre“

Mit Blick auf die aktu­el­len Rekord­tem­pe­ra­tu­ren im Mit­tel­meer­raum – an Land wie im Meer­was­ser, sowie Extrem­wet­ter­er­eig­nis­se der letz­ten Wochen sieht Rahmstorf einen kla­ren Bezug zur Erd­er­hit­zung. Eine Unter­su­chung der ETH Zürich habe bereits im letz­ten Jahr erge­ben, dass schon jetzt an jedem Tag das Wet­ter anders sei, als dies ohne Kli­ma­kri­se der Fall wäre. Wäh­rend die glo­ba­le Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur um etwa 1,2 Grad gestie­gen ist, sei die­se Erwär­mung über dem euro­päi­schen Fest­land teil­wei­se dop­pelt so stark ange­stie­gen. Dies füh­re nun – wie von der Kli­ma­for­schung pro­gnos­ti­ziert – zu einer Zunah­me von extre­men Wet­ter­ereig­nis­sen. Auch die Brän­de im Mit­tel­meer­raum sieht Rahmstorf in einem Zusam­men­hang mit der Kli­ma­kri­se. Die Brand­ur­sa­che sei zwar in der Regel durch Men­schen ver­an­lasst, Tro­cken­heit und Hit­ze sorg­ten aber dafür, dass die Brän­de ein sol­ches Aus­maß errei­chen würden.

Das Inter­view führ­te Ann-Kath­rin Büüs­ker, Kor­re­spon­den­tin im DLF-Hauptstadtstudio.

Interview zum Nachhören

Das Inter­view kann hier nach­ge­hört wer­den.

Bild­nach­weis: Ste­fan Rahmstorf beim EPP Zagreb Con­gress in Kroa­ti­en, 20–21 Novem­ber 2019 (CC BY 2.0)

Rechtsbrecher erklären Klimaprotest für „kriminell“

Der Run­de Tisch Erneu­er­ba­re Ener­gien ist über die jüngs­te Zuspit­zung bei der Kri­mi­na­li­sie­rung der Kli­ma­schutz-Bewe­gung aufs Höchs­te besorgt. Auf wel­chen Weg begibt sich unser Land damit?

Öffentlicher friedlicher Protestmarsch der Letzten Generation (hier auf dem Bild mit Sprecherin der "Letzten Generation" Aimée van Baalen) mit Unterstützern und Sympathisanten, April 2023 in Berlin. Eine klassische gemeinläufig bekannte Demonstration als Wegstrecke, friedlich und ohne Vorkommnisse.
Öffent­li­cher fried­li­cher Pro­test­marsch der Letz­ten Gene­ra­ti­on, April 2023 in Ber­lin. Bild: Andre­as Augstein

Politiker:innen und Insti­tu­tio­nen, die durch ihre eige­ne kli­ma­po­li­ti­sche Untä­tig­keit nach den wohl­erwo­ge­nen Wor­ten des UN-Gene­ral­se­kre­tärs Antó­nio Guter­res „kri­mi­nell“ sind, las­sen nun den gewalt­frei­en zivi­len Wider­stand gegen ihre Unta­ten mit der Keu­le der „kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung“ ver­fol­gen.
Dies ist der mas­sivs­te Angriff ‚von oben‘ auf die Idee des Rechts­staats, den wir in Deutsch­land seit Jahr­zehn­ten erleben.

Bit­te lesen Sie unse­re aus­führ­li­che Pres­se­mit­tei­lung zum The­ma.

CCS: Stoppt den industriellen Hochlauf!

Die Bun­des­re­gie­rung hat den Hoch­lauf der umstrit­te­nen CCS-Tech­nik beschlos­sen. Mil­li­ar­den an Steu­er­gel­dern sol­len dafür an die Gas­in­dus­trie flie­ßen. Eine „Car­bon Manage­ment-Stra­te­gie“ wird aktu­ell in einem exklu­si­ven Rah­men erar­bei­tet und soll bis Sep­tem­ber 2023 einen Infra­struk­tur­plan und Rechts­si­cher­heit für die Indus­trie lie­fern, eine öffent­li­che Dis­kus­si­on ist nicht vor­ge­se­hen.
Man befürch­tet wohl, dass sich das Gesche­hen von vor 12 Jah­ren wie­der­ho­len könn­te, als fun­dier­te Auf­klä­rung durch Bür­ger­initia­ti­ven zu einer gesell­schafts­wei­ten Ableh­nung und in meh­re­ren Bun­des­län­dern zum Ver­bot der CCS-Tech­nik führte.

Die Zivil­ge­sell­schaft muss die nöti­ge öffent­li­che Debat­te über die­ses schwer­wie­gen­de The­ma also wie­der selbst in Gang bringen.

Demonstration gegen CCS in der Altmark

Wir haben für die Fest­stel­lun­gen in die­sem Bei­trag um Unter­stüt­zung gebe­ten. Vie­le Orga­ni­sa­tio­nen und Ein­zel­per­so­nen sind unse­rem Auf­ruf gefolgt!
Inzwi­schen haben wir meh­re­ren Regie­rungs­ver­tre­ter (Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz, Wirt­schafts­mi­nis­ter Robert Habeck, Unmwelt­mi­nis­te­rin Stef­fi Lem­ke) das auf die­sem Bei­trag basie­ren­de Posi­ti­ons­pa­pier unter Bei­fü­gung der ein­ge­gan­ge­nen Unter­schrif­ten zukom­men las­sen.

Nach­fol­gend der Inhalt unse­res Posi­ti­ons­pa­piers (eng­lish ver­si­on available here):

CCS bezweckt nicht Kli­ma­schutz, son­dern jahr­zehn­te­lan­ge Fort­set­zung der Koh­len­stoff­ver­bren­nung und wäre der GAU für die Energiewende.

In ihrem Arti­kel CCU/CCS: Bau­stein für eine kli­ma­neu­tra­le und wett­be­werbs­fä­hi­ge Indus­trie schreibt die Bun­des­re­gie­rung, dass CCS „vor allem bei der Indus­trie und Abfall­wirt­schaft“ ein­ge­setzt wer­den soll, wäh­rend in der Ener­gie­er­zeu­gung die erneu­er­ba­ren Ener­gien „prio­ri­tär“ sei­en. Bei­de For­mu­lie­run­gen las­sen erken­nen, dass der CCS-Ein­satz bei der Ener­gie­er­zeu­gung kei­nes­wegs aus­ge­schlos­sen wird. Schließ­lich hat Habeck wesent­li­che ener­gie­wirt­schaft­li­che Wei­chen in Rich­tung LNG und blau­en Was­ser­stoff gestellt, deren erheb­li­che CO₂-Emis­sio­nen durch CCS beschö­nigt wer­den müssen.

Warum CCS nur eine Beschönigung ist

Unter­ir­di­sche CO₂-End­la­ger sind zwangs­läu­fig undicht. Die aus­ge­för­der­ten Gas- und Ölfel­der, in die CO₂ ver­presst wer­den soll, sind von undich­ten Bohr­lö­chern, Brü­chen und Weg­sam­kei­ten durch­setzt. Bereits heu­te geht man davon aus, dass an etwa drei Vier­teln der ca. 15.000 alten Bohr­lö­cher in der Nord­see Methan (ca. 80fache Kli­ma­wirk­sam­keit von CO₂) aus­tritt. Druck­erhö­hung durch CO₂-Ein­pres­sung wür­de dies ver­stär­ken und gleich­zei­tig Weg­sam­kei­ten für CO₂ ausweiten.

Wenn CO₂ in „sali­ne Aqui­fe­re“ (mit extrem salz­hal­ti­gem Was­ser gefüll­te For­ma­tio­nen) gepresst wird, ver­drängt es zwangs­läu­fig das Salz­was­ser. Die­ses weicht nach oben aus, kon­ta­mi­niert das nutz­ba­re Grund­was­ser und gibt gleich­zei­tig dem CO₂ den Weg in die Atmo­sphä­re frei.

Die Regie­rung behaup­tet, in den genann­ten For­ma­tio­nen kön­ne das CO₂ „sicher über geo­lo­gi­sche Zeit­räu­me gespei­chert“ wer­den. In dem sogar gern als Mus­ter­bei­spiel ange­führ­ten „Spei­cher“ Sleip­ner bei Nor­we­gen sind schon nach eini­gen Jah­ren nur noch 80% des ver­press­ten CO₂ nach­weis­bar. (Vgl. u.a. Prof. Wall­mann, Geo­mar, im „Spie­gel“ vom 25.09.2011).

Betreiber wollen die Ewigkeitslasten an den Staat abschieben

CO₂-Aus­trit­te sind so wahr­schein­lich, dass die Gas­kon­zer­ne, die die Depo­nien betrei­ben, für deren Dich­tig­keit nicht haf­ten wol­len. Sie argu­men­tie­ren: dem Staat, der das CCS-Pro­jekt geneh­migt hat, fal­le auch die Ver­ant­wor­tung zu. Die durch CO₂-End­la­ger unter der Nord­see oder in Nord­deutsch­land ent­ste­hen­den Ewig­keits­las­ten durch dau­er­haf­te Über­wa­chung und Fol­gen von Lecka­gen, deren Besei­ti­gung tech­nisch völ­lig unge­klärt ist, sol­len also der Bevöl­ke­rung auf­ge­bür­det wer­den. Dies hat die Bun­des­re­gie­rung nicht offengelegt!

Energieintensiv, teuer, CO₂-Abscheidung immer nur partiell

Was die Bun­des­re­gie­rung eben­falls nicht offen­legt: für das CCS-Ver­fah­ren von der Abschei­dung über den Trans­port bis zur Ver­pres­sung wird etwa ein Drit­tel der von einem Kraft­werk erzeug­ten Ener­gie benö­tigt. Schon jetzt kos­tet der Fos­sil­strom ein Viel­fa­ches des erneu­er­ba­ren. Durch den Auf­wand mit CCS wür­de sich der Preis noch ver­dop­peln. Zusätz­lich ist zu beach­ten, dass das CO₂ aus Rauch­ga­sen nie­mals voll­stän­dig abge­schie­den wer­den kann: Bei den meis­ten CCS-Kraft­wer­ken liegt der Anteil bis­her bei 50%. Auch unter­stellt, dass das CO₂ zu 100% und für alle Zei­ten im Unter­grund ver­blei­ben wür­de, kann CCS also kei­ne Dekar­bo­ni­sie­rung bewirken.

Negative Emissionen durch Biomasse-CCS, Carbon Capture and Use

Nega­ti­ve Emis­sio­nen sei­en mög­lich, wenn aus den Abga­sen von Holz­kraft­wer­ken das CO₂ abge­schie­den und depo­niert wer­de, da die­ses aus der Luft ins Holz gekom­men ist, so die Bun­des­re­gie­rung. Was sie nicht ver­rät: Die CO₂-Abschei­dung aus der Holz­ver­bren­nung ist weit­aus schwie­ri­ger als die aus den Abga­sen der Kohle.

Beim welt­größ­ten Holz­kraft­werk in Eng­land möch­te man jähr­lich 8 Mill. Ton­nen abschei­den und ver­pres­sen, konn­te bis­her aber ledig­lich eine Abspal­tung von 27 Ton­nen in 90 Tagen erreichen.

Bei der Müll­ver­bren­nung ist die Pro­ble­ma­tik ähn­lich: Die größ­te Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge Nor­we­gens (Hafs­lund Oslo Cel­sio) plant eine jähr­li­che Abschei­dung von 400.000 Ton­nen, schaff­te bis­lang aber nur ca. 1000 Ton­nen in etwa einem Jahr.
Das abge­spal­te­ne CO₂ nicht zu ver­pres­sen, son­dern zu nut­zen, trägt eben­falls nicht zum Kli­ma­schutz bei, da das CO₂ nach Ende der Nut­zung wie­der in die Atmo­sphä­re gelangt.

Der Atmo­sphä­re oder den Ver­bren­nungs­ga­sen CO₂ zu ent­zie­hen, ist im Übri­gen schon vom Ansatz her ver­fehlt: ent­fernt wer­den muss der Koh­len­stoff, nicht aber der Sau­er­stoff. Die natür­li­che Pho­to­syn­the­se macht vor, wie es rich­tig ist.

Unlogische Flickschusterei, die Klima und Umwelt schadet

Tech­nisch und wirt­schaft­lich hat die Tech­nik trotz Mil­li­ar­den För­der­mit­teln (allein in der EU) inter­na­tio­nal ver­sagt. Nur eine win­zi­ge Men­ge von 7,18 Mil­lio­nen Ton­nen im Jahr, vor allem aus der Erd­gas­auf­be­rei­tung, wird heu­te unter­ir­disch depo­niert. Die Methan­men­gen im Aus­maß eines CO₂-Äqui­va­len­tes von 4 Mrd. Ton­nen, die im Zuge der Erd­gas­pro­duk­ti­on vor der Ver­bren­nung jähr­lich in die Atmo­sphä­re gelan­gen, wer­den durch CCS sowie­so nicht erfasst.

Die Lösung: komplette Beendigung der Kohlenstoffverbrennung

Die Bun­des­re­gie­rung muss den Irr­weg CCS sofort ver­las­sen. Die dadurch frei wer­den­den immensen Mit­tel müs­sen ein­ge­setzt wer­den für:

  • Umstieg auf 100% Erneu­er­ba­re Ener­gien in allen Sek­to­ren bis 2030
  • Umstel­lung der Indus­trie auf kli­ma­freund­li­che Verfahren
  • Sanie­rung der Atmo­sphä­re durch Nut­zung der natür­li­chen Photosynthese:
  • Wie­der­vernäs­sung von Moo­ren und natur­na­he Auf­fors­tung, was — neben dem Kli­ma­schutz — auch dem Arten- und Bio­di­ver­si­täts­schutz dient.

Fast 70 Organisationen und Einzelpersonen unterstützen bereits unser Papier

Am 5. Juni 2023 wur­de das Papier zusam­men mit der Lis­te der Unter­zeich­nen­den an Bun­des­kanz­ler Scholz, Wirt­schafts­mi­nis­ter Habeck und Umwelt­mi­nis­te­rin Lem­ke versandt.

Eben­falls am 5. Juni 2023 wur­den die Medi­en durch eine Pres­se­mit­tei­lung informiert.

Weitere Unterstützer des Positionspapiers sind herzlich willkommen!

Ein mög­lichst gro­ßer Kreis, der sich auch an künf­ti­gen Akti­vi­tä­ten zum The­ma betei­li­gen wür­de, wäre sehr wert­voll und daher wün­schens­wert. Tei­len Sie uns Ihr Inter­es­se ein­fach form­los per E‑Mail an presse@energiewende-2030.de mit. Hier­für bedan­ken wir uns im Vor­aus!
Selbst­ver­ständ­lich ver­wen­den wir Ihre E‑Mail-Adres­se aus­schließ­lich, um Sie über unse­re Akti­vi­tä­ten im Zusam­men­hang mit dem The­ma CCS auf dem Lau­fen­den zu hal­ten. Eine ander­wei­ti­ge Ver­wen­dung Ihrer E‑Mail-Adres­se erfolgt nicht.

7 Thesen-Papier zur Energiepolitik

Am Run­den Tisch hat sich eine Arbeits­grup­pe mit der Lek­tü­re von Sche­ers letz­tem und zusam­men­fas­sen­den Werk “DER ENERGETHISCHE IMPERATIV” befasst und dar­aus sie­ben The­sen entwickelt. 

Buch­co­ver: Her­mann Scheer, Quelle/Foto: privat-bpe

Die Zita­te stam­men aus Her­mann Scheer „Der Ener­gethische Impe­ra­tiv“, der auch gesell­schafts­struk­tu­rel­le Hin­ter­grün­de und Zusam­men­hän­ge der Ener­gie­po­li­tik ein­be­zieht. Bezü­ge zum aktu­ell noch sto­cken­den Ener­gie­wech­sel sind aktua­li­sie­rend und als „Check“ eingearbeitet.

1.) Schleusen auf für Energie aus Erneuerbaren Quellen (EE)

Das Fazit der Stel­lung­nah­me des Run­den Tisches Erneu­er­ba­re Ener­gien (RT-EE) zum Refe­ren­ten­ent­wurf des „Oster­pa­kets“ lautete:

„Es gibt nur noch eine Opti­on: Sämt­li­che Schleu­sen für die erneu­er­ba­ren Ener­gien müs­sen geöff­net wer­den. Die Büro­kra­tie muss weg. Die Bevöl­ke­rung ist auf­zu­ru­fen, völ­lig auto­nom zu han­deln: Nicht anders als wenn man sich eine Hei­zung oder eine Wasch­ma­schi­ne kauft, sol­len Solar­mo­du­le, Bat­te­rien, Lade­reg­ler und Wech­sel­rich­ter ange­schafft wer­den kön­nen. Alle, die es irgend ermög­li­chen kön­nen, sol­len allein, zusam­men mit Nach­barn, als Mie­ter­ge­mein­schaft, wie auch immer, Strom erzeu­gen. Wir benö­ti­gen jede erneu­er­ba­re Kilo­watt­stun­de, denn wir befin­den uns in einer Notlage.“

Damit hät­te die „Ent­fes­se­lung“ der Bür­ger­en­er­gie statt­ge­fun­den, die das Bünd­nis Bür­ger­en­er­gie postuliert.

Es wür­de der Weg ein­ge­schla­gen, den Her­mann Scheer fol­gen­der­ma­ßen kenn­zeich­net: „Der poli­ti­sche Schlüs­sel für den Ener­gie­wech­sel besteht dar­in, den bestehen­den ener­gie­wirt­schaft­li­chen Hand­lungs­rah­men auf­zu­bre­chen. … Ein schnel­ler Ener­gie­wech­sel bedarf zahl­rei­cher auto­no­mer Akteu­re, die mit ihren Initia­ti­ven nicht war­ten wol­len und auch nicht abwar­ten müs­sen, was ande­re tun.“ (Scheer, S. 27)

Dass das Fazit des RT-EE von der Ener­gie­wen­de-Bewe­gung breit unter­stützt, geschwei­ge denn von der Bun­des­re­gie­rung auf­ge­grif­fen wor­den wäre, ist nicht der Fall. Den­noch ist es wert­voll, dass die­se Sät­ze im Raum und zur Ver­fü­gung ste­hen. Denn sie sind Hin­weis auf die Mög­lich­keit der Tür­öff­nung vom kon­ven­tio­nel­len Ener­gie­sys­tem mit dem ihm ent­spre­chen­den Rechts­rah­men hin zur Ent­wick­lung einer neu gear­te­ten Gesell­schaft: „sozia­le­re Ver­tei­lungs­ver­hält­nis­se, Pro­duk­ti­ons­wei­sen und wirt­schaft­li­che Struk­tu­ren“ (Scheer, S.166).

2.) Rahmen für raschen Energiewechsel: 100% EE

Gleich­zei­tig gibt es Ver­su­che, ein­zel­ne Ände­run­gen am bestehen­den Rechts-rah­men zu ver­an­las­sen, die den drin­gend erfor­der­li­chen expo­nen­ti­el­len Aus­bau der Erneu­er­ba­ren ansto­ßen könnten.

Bei­spiel­haft sei­en genannt

  • Clau­dia Kem­fert und ande­re Wissenschaftler*innen führ­ten mehr­fach an, dass die Ener­gie­wen­de nicht das Pro­blem, son­dern die Lösung ist und Ener­gie­spa­ren, ener­ge­ti­sche Sanie­rung sowie Strom und Wär­me aus Solar­ener­gie sowie erneu­er­ba­re Nah- oder Fern­wär­me­net­ze Ener­gie­kos­ten sen­ken und zudem Frie­dens-Ener­gien sind, sie­he:
    https://www.energiezukunft.eu/politik/nur-erneuerbare-energien-schaffen-frieden/
  • die von Anni­ka Joe­res und Susan­ne Götz­e­in ihrem Buch „Die Kli­ma-schmutz­lob­by, Emp­feh­lung in Kate­go­rie »Das poli­ti­sche Buch 2020« der Fried­rich-Ebert-Stif­tung »Wer wirk­lich wis­sen will, war­um das alles nicht so läuft mit Ener­gie­wen­de und Kli­ma­schutz, der kau­fe und lese die­ses Buch. Groß­ar­tig aber auch erschreckend!“
  • der von Hans-Josef Fell, Dr. Axel Berg und Prof.Dr. Eicke Weber an die Bun­des­re­gie­rung gerich­te­te Vor­schlag, das Amt eines/r „Bun­des­be­auf­trag­ten für Erneu­er­ba­re Ener­gien“ ein­zu­rich­ten, sie­he: https://hans-josef-fell.de/?s=Bundesbeauftragten+f%C3%BCr+Erneuerbare+Energien
  • die von Ingo Stuck­mann (Grü­ne, ZETT) u.a. erar­bei­te­te Lösungs­stu­die mit kon­kre­ten Vor­schlä­gen zur recht­zei­ti­gen und siche­ren Ener­gie-Unab­hän­gig­keit von Russ­land durch den schnel­len Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gien und mas­si­ve Ener­gie-/Kos­ten­ein­spa­run­gen, sie­he: https://www.zeroemissionthinktank.org/

Regie­rungs­sei­tig beant­wor­tet wur­den alle die­se Ein­ga­ben nicht.
Ver­hin­dert wer­den konn­te die zunächst geplan­te Strei­chung der klei­nen Was­ser­kraft und der Bio­en­er­gie aus dem EEG. Dass dies abge­wehrt wur­de, ist erfreu­lich, steht aber in kei­nem Ver­hält­nis zu dem, was nötig wäre.

3.) Was dafür bisher getan wird
- und was rasch getan werden muss

Wäl­der bren­nen welt­weit, auch in Deutsch­land in bis­her nicht erleb­tem Aus­maß. Das Holz gibt sei­nen Koh­len­stoff­ge­halt in Form von CO2 in die Atmo­sphä­re. Was­ser, das bereits so knapp ist, dass vie­ler­orts die Feld­be­wäs­se­rung ein­ge­schränkt wird, muss in immensen Men­gen zum Löschen ver­wen­det wer­den. Die Moto­ren der Lösch­flug­zeu­ge und Hub­schrau­bern rei­chern die Luft zusätz­lich mit Kli­ma­ga­sen an. Die Lage ist ver­zwei­felt. Die Lösch­ak­ti­vi­tä­ten ver­stär­ken die Vor­aus­set­zun­gen für die nächs­ten Brän­de. Dies nur mal als uns gera­de nahe­lie­gen­des Beispiel.

Was macht die Bundesregierung:

  • Ener­gie­um­stel­lung im gro­ßen Stil auf LNG, den kli­ma­schäd­lichs­ten Brenn­stoff über­haupt. Das LNG-Beschleu­ni­gungs­ge­setz, das von Umwelt­auf­la­gen ent­bin­det, wird in Rekord­tem­po durch den BT gebracht: Bau und Inbe­trieb­nah­me der erfor­der­li­chen Ter­mi­nals an deut­schen Küs­ten wer­den ohne gewis­sen­haf­te Prü­fung der Fol­gen für Mit­welt, Öko­sys­tem und Kli­ma genehmigt.
  • Koh­le­aus­stiegs­ge­setz wird gekippt.
  • Atom­aus­stiegs­ge­setz wird gekippt.

Was macht die Bun­des­re­gie­rung (noch) nicht:

  • Das “Auf­bau­hil­fe-Fonds-Errich­tungs­ge­setz 2021“, wel­ches so aus der Zeit gefal­len ist, dass dar­in die Erneu­er­ba­ren Ener­gien nicht ein­mal vor­kom­men, wird nicht gekippt. Die­ses Gesetz ist in Stein gemei­ßelt und unver­än­der­lich? Dass dadurch das geplan­te Ener­gie­wen­de-Leucht­turm-Pro­jekt „Ahrtal wird Solar­tal“ ver­hin­dert wird, hält die Regie­rung offen­sicht­lich für angebracht.
  • Der Ukrai­ne-Krieg wur­de durch die Ener­gie­po­li­tik der Mer­kel-Regie­run­gen seit 2010 wesent­lich mit ver­ur­sacht, da die Aus­brem­sung der Erneu­er­ba­ren Ener­gien zur Abhän­gig­keit vom rus­si­schen Gas führ­te, was Putin den Auf­bau sei­ner Mili­tär­macht finan­zier­te. Die Ampel-Koali­ti­on hät­te die Mög­lich­keit, die­sen kli­ma- und außen­po­li­ti­schen Feh­ler mit sei­nen unab­seh­ba­ren Fol­gen zu kor­ri­gie­ren, indem sie den Aus­bau der Erneu­er­ba­ren maxi­mal for­ciert. Doch das Gegen­teil geschieht.
  • Außer dem Namens­zu­satz, den das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um erhal­ten hat, sucht man die Sor­ge um das Kli­ma ver­geb­lich. Auf eine Anfra­ge des RTEE, ob die Bun­des­re­gie­rung beab­sich­ti­ge, ange­sichts der teil­wei­se durch deut­sche Waf­fen ver­ur­sach­ten kriegs­be­ding­ten zusätz­li­chen Treib­haus­gas­emis­sio­nen die Schrit­te zur Ein­hal­tung der Pari­ser Kli­ma­be­schlüs­se anzu­pas­sen, kam die Ant­wort, dass dies nicht beab­sich­tigt ist. Eine Begrün­dung für das Feh­len der Absicht gebe es nicht, sie­he: https://fragdenstaat.de/anfrage/klimawirkung-des-ukraine-krieges/#nachricht-710375
  • Bekannt­lich wur­de die einst blü­hen­de deut­sche Solar­in­dus­trie ver­nich­tet und damit auch begon­ne­ner Struk­tur­wan­del abge­würgt. Bei Lie­fer­eng­päs­sen für Solar-Kom­po­nen­ten ist man wei­ter auf das Aus­land ange­wie­sen. Regie­rungs-mit­glie­der berei­sen den Glo­bus, um Erd­gas und LNG zu akqui­rie­ren. Dass sie sich um die Besei­ti­gung von Solar-Eng­päs­sen bemü­hen, ver­nimmt man nicht.

In den Jah­ren nach 2010 wur­den ca. 100.000 Arbeits­plät­ze in der Solar­bran­che von den Mer­kel-Regie­run­gen gezielt ver­nich­tet. Die­se Fach­leu­te feh­len heu­te. Dass die Ampel-Regie­rung die Feh­ler ihrer Vor­gän­ger-Regie­run­gen kor­ri­giert, indem sie Aus­bil­dungs­pro­gram­me für Solar­teu­re orga­ni­siert und för­dert, erwar­tet man vergeblich. 

  • Dass Unter­neh­men eigen­in­itia­tiv wer­den und pra­xis­nah gestal­te­te Aus- bzw. Wei­ter­bil­dungs­kur­se anbie­ten, ist ein wei­te­res Bei­spiel dafür, dass die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger selbst die tra­gen­den und trei­ben­den Kräf­te der Ener­gie­wen­de sind — wenn sie nicht durch büro­kra­ti­sche Hür­den dar­an gehin­dert werden.
  • Wenn es um Weg­öff­nung und För­de­rung geht, denkt die Regie­rung nicht an die Erneu­er­ba­ren. Bezüg­lich Ein­be­zie­hung in die Über­ge­winn­be­steue­rung erin­nert sie sich ihrer sofort. Wer sich der überragenden/existenziellen Bedeu­tung der erneu­er­ba­ren Ener­gien bewusst ist, wird sie heu­te so bevor­zugt behan­deln, wie es die fos­si­len und ato­ma­ren Ener­gien seit Anbe­ginn ihrer Exis­tenz genie­ßen konnten.
  • Dass die in der EU-Erneu­er­ba­ren-Richt­li­nie vor­ge­schrie­be­ne Ermög­li­chung von Ener­gy Sha­ring und gemein­sa­mer Eigen­ver­sor­gung nicht in deut­sches Recht umge­setzt wur­de, ist ein Rechts­bruch, gegen den das Bünd­nis Bür­ger­en­er­gie (BBEn) beim Euro­päi­schen Gerichts­hof Kla­ge ein­ge­reicht hat. Bis die­se zur Ver­hand­lung kommt, ist aller­dings mit einem Zeit­raum von 6 bis 7 Jah­ren zu rech­nen (so gear­tet ist das Rechts­we­sen). Als sich die Bil­dung der Ampel-Regie­rung anbahn­te, erwar­te­te man, dass es eine von deren ers­ten Hand­lun­gen sein wer­de, die­sen Rechts­bruch aus der Welt zu schaf­fen. In den Koali­ti­ons­ver­trag wur­de das auch auf­ge­nom­men, umge­setzt aber wei­ter­hin nicht. — Man ver­glei­che dies wie­der mit den Tem­pi, die im Fall von Wohl­ta­ten für die kon­ven­tio­nel­len Ener­gien hin­ge­legt werden!

4.) Status Quo: weiter so
fossil-atomar vor dezentral-erneuerbar?

Mit Unbe­dacht­heit, Unauf­merk­sam­keit, Ver­gess­lich­keit oder der­glei­chen lässt sich das Regie­rungs­han­deln nicht erklä­ren. Ganz offen­sicht­lich haben wir es mit einem sys­te­ma­ti­schen Vor­ge­hen zu tun, des­sen Prin­zip dar­in besteht, die kon­ven­tio­nel­le Ener­gie­er­zeu­gung zu bevor­zu­gen und die Erneu­er­ba­ren zu benach­tei­li­gen. Dabei han­delt es sich nicht um eine bloß inner­deut­sche Ange­le­gen­heit: Die EU-Taxo­no­mie hat Erd­gas und Atom völ­lig unge­recht­fer­tigt das Prä­di­kat „nach­hal­tig“ erteilt. Bill Gates (bei­spiel­haft für die Wall­street) hat sich mit dem Buch “Wie wir die Kli­ma­ka­ta­stro­phe ver­hin­dern” in die Dis­kus­si­on ein­ge­mischt, um die von ihm mit sehr viel Geld vor­an­ge­trie­be­ne „neue Gene­ra­ti­on klei­ner Atom­kraft­wer­ke“ ins Gespräch zu brin­gen. Die USA und Russ­land brin­gen sich bereits in Stel­lung, um das Erd­gas unter der Ark­tis, sobald es durch wei­te­ren Tem­pe­ra­tur­an­stieg zugäng­lich wird, zu bean­spru­chen und die­sen Anspruch mit mili­tä­ri­schen Mit­teln zu untermauern.

Dass dadurch die Kli­ma­er­hit­zung ins Uner­mess­li­che getrie­ben wird, spielt auf die­ser Ebe­ne kei­ne Rol­le. Man geht dort davon aus, dass es für jedes Pro­blem eine tech­ni­sche Lösung geben wird — viel­leicht nicht für die gesam­te der­zei­ti­ge Mensch­heit, aber für deren „hoch ent­wi­ckel­ten“ Teil. Im Übri­gen inter­es­siert sich das pro­fit­ori­en­tier­te Den­ken sei­nem gan­zen Wesen nach ohne­hin nicht wei­ter für die Zukunft, als eine Gene­ra­ti­ons­span­ne reicht. Dass die fos­si­len Brenn­stof­fe und das Uran bei Fort­set­zung des der­zei­ti­gen Ver­brauchs (die­se Mög­lich­keit jetzt nur mal als Denk­mo­dell unter­stellt) in 100 bis 150 Jah­ren zu Ende gehen wer­den und dass dann die Son­ne die ein­zi­ge Ener­gie­quel­le sein wird, dar­über machen sich die heu­te leben­den Pro­fi­teu­re kei­ne Gedanken.

Man muss davon aus­ge­hen, dass die Ampel-Regie­rung sich die­sen immer noch mäch­ti­gen Kräf­ten ange­passt hat. Das ist nicht wei­ter erstaun­lich, denn schon immer waren es die Wirt­schafts­ma­gna­ten, die hin­ter den par­la­men­ta­ri­schen Kulis­sen die Strip­pen gezo­gen haben. Die­se Kräf­te ver­brei­ten die Behaup­tung,  dass die Erneu­er­ba­ren nie­mals in der Lage sein wer­den, die gesam­te Ener­gie­be­reit­stel­lung zu über­neh­men. Klar­zu­stel­len, dass es sich hier­bei um Wunsch­den­ken einer Indus­trie  han­delt, die ihr Ende kom­men sieht, aber ver­sucht, es mög­lichst noch hin­aus­zu­schie­ben, wäre Auf­ga­be der Ampel­re­gie­rung, wird von die­ser aber nicht wahrgenommen.

5.) Paradigmenwechsel:
rasch dezentral-erneuerbar statt fossil-atomar

War­um wol­len die Ent­schei­der des über­kom­me­nen Energie‑, Wirt­schafts- und Poli­tik­sys­tems die Erneu­er­ba­ren Ener­gien nicht? — Ganz ein­fach: weil die­ses Sys­tem und die Erneu­er­ba­ren Ener­gien nicht kom­pa­ti­bel sind. Das bestehen­de Sys­tem ist zustan­de gekom­men durch Erfin­dun­gen und Tech­nik­ent­wick­lun­gen, die ihren Leis­tungs­gip­fel in der Instal­la­ti­on weni­ger gro­ßer zen­tra­lis­ti­scher Ein­hei­ten errei­chen. Ins­be­son­de­re die Pho­to­vol­ta­ik bringt völ­lig ent­ge­gen­ge­setz­te Gege­ben­hei­ten mit sich: Klein­tei­lig­keit, Dezen­tra­li­tät, Mil­lio­nen von Kleinerzeu­gen­den statt weni­ger Groß-kon­zer­ne. Die­ser Wech­sel kann sich unmög­lich in den Struk­tu­ren voll­zie­hen, die ent­spre­chend den Inter­es­sen der fos­si­len und ato­ma­ren Ener­gie­wirt­schaft her­vor­ge­bracht wurden.

Wie die im 19. Jahr­hun­dert ent­stan­de­ne Groß­in­dus­trie nicht in die Struk­tu­ren des auf Agrar­wirt­schaft und Hand­werk basie­ren­den Feu­da­lis­mus pass­te, son­dern die gesam­te Gesell­schaft radi­kal umwälz­te, bringt auch der Wech­sel auf die Erneu­er­ba­ren Ener­gien not­wen­dig völ­lig neue Struk­tu­ren mit sich. Die Ener­gie­be­reit­stel­lung wird von gro­ßen Tei­len der Bevöl­ke­rung eigen­ver­ant­wort­lich durch­ge­führt. Dies stärkt das Selbst­ver­trau­en von Mil­lio­nen von Indi­vi­du­en. Es kommt zu einer brei­ten Emanzipation.

In sol­chem Umfeld stirbt das Inter­es­se an schein­ba­rer Selbst­ver­wirk­li­chung durch Anhäu­fung unge­heu­rer mate­ri­el­ler Reich­tü­mer und ent­spre­chen­der Macht­aus­übung.  Die der­zei­ti­gen Magna­ten wol­len sich und ihren Daseins­stil aber nicht auf­ge­ben. Des­we­gen tun sie alles, um die Erneu­er­ba­ren klein zu hal­ten und ersin­nen Geschäfts­mo­del­le, um auch sie unter ihre Kon­trol­le zu brin­gen. Doch auch wenn dies teil­wei­se gelingt, blei­ben die EE für sie ein gefähr­li­cher Fak­tor. Mit  wach­sen­der Eman­zi­pa­ti­on wer­den sich Indi­vi­du­en der Kon­trol­le ent­zie­hen. Die Pho­to­vol­ta­ik ist — auch in unse­ren Brei­ten — bereits die bil­ligs­te Art, Strom zu erzeu­gen. Die EE sind kli­ma- und umwelt­freund­lich. Und was viel­leicht wich­ti­ger ist als alles ande­re: ihr „gesell­schaft­li­cher Wert“, wodurch sie zum „Kul­tur­gut“ wer­den. Scheer: „Mit der Mög­lich­keit der auto­no­men Ver­füg­bar­keit erneu­er­ba­rer Ener­gien wird Ener­gie vom blo­ßen Wirt­schafts- und Kon­sum­gut zum Kul­tur­gut. … Aus der >pas­si­ven Ener­gie­ge­sell­schaft<, mit immer weni­ger und dabei immer grö­ßer wer­den­den Anbie­tern einer­seits und gleich­ge­schal­te­ten und ver­plan­ten Ener­gie­kon­su­men­ten ande­rer­seits, wird die >akti­ve Ener­gie­ge­sell­schaft<, in der die Ener­gie­ver­sor­gung in wach­sen­dem Maße auto­nom erfolgt, in zahl­rei­chen neu­en Trä­ger­for­ma­ten.“  (S. 169) Dies wol­len die Spit­zen­kräf­te des bestehen­den Sys­tems unter allen Umstän­den verhindern.

6.) Einladung:
Mach/t mit für 100% EE ganz praktisch

Wäh­rend die vor der Wahl von den jet­zi­gen Regie­rungs­par­tei­en erweck­ten Erwar­tun­gen und gege­be­nen Ver­spre­chen wie Sand durch die Fin­ger rie­seln, wird die Bevöl­ke­rung eigen­stän­dig aktiv. Die Dyna­mik ist höchst erfreu­lich und enorm! Wir erle­ben einen Run auf Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen, wie schon lan­ge nicht mehr. Das ist die Dia­lek­tik der explo­die­ren­den Ener­gie­prei­se: End­lich erkennt die Bevöl­ke­rung, dass die Son­ne kei­ne Rech­nung schickt. Es reicht die Inves­ti­ti­on in PV-Anla­gen. Bis­her für den Bezug der Ener­gie aus fos­sil-ato­ma­ren Groß­kraft­wer­ken nöti­ge Brenn­stoff-Kos­ten ent­fal­len. Allein­schon des­halb rech­net sich die Inves­ti­ti­on in dezen­tral-erneu­er­bar, immer! 
Es geht um schnellst­mög­li­chen Umstieg: https://energiewende-2030.de/themen/

Man­che ver­kür­zen die War­te­zeit wegen über­las­te­ter Betrie­be, indem er oder sie selbst Hand anle­gen. Für das eige­ne Bal­kon­kraft­wer­k/Ste­cker­so­lar-Modul und auch für Gemein­schaft­lich finan­zier­te PV-Anla­gen auf kom­mu­na­len Dächern. Selbst­hil­fe bei der Instal­la­ti­on kann gera­de auch  in Bür­ger­En­er­gie-Genos­sen­schaf­ten  prak­tisch umge­setzt wer­den als „Mit­mach-PV“ oder etwa durch Sam­mel­be­stel­lun­gen von Ste­cker­so­lar­ge­rä­ten.  Gemein­schaft­lich erzeug­ten EE-Strom gemein­schaft­lich zu ver­mark­ten, Nah­wär­me­net­ze zu errich­ten, elek­tri­sche Nach­bar­schafts­autos ein­zu­füh­ren, sind wei­te­re Mög­lich­kei­ten, die sich im Zuge der Ener­gie­wen­de eröff­nen, und sowohl das Kli­ma schüt­zen als auch den Geld­beu­tel und den Zusam­men­halt in Nach­bar­schaf­ten stärken.

Der Solar­ener­gie För­der­ver­ein (SFV) und „Metro­pol Solar“ unter­stüt­zen die­se Bewe­gung vor­bild­lich, indem sie z.B. Nach­bar­schafts-Solar­par­ties orga­ni­sie­ren und Solarberater*innen aus­bil­den. Das sind Ansät­ze, aus denen sich viel ent­wi­ckeln kann! Sie soll­ten sich flä­chig über das gan­ze Land aus­brei­ten.
„Die zur Ablö­sung der kon­ven­tio­nel­len Ener­gien füh­ren­de tech­no­lo­gi­sche Revo­lu­tio­nie­rung der Ener­gie­ver­sor­gung kann sich nur über vie­le unab­hän­gi­ge Initia­ti­ven an vie­len Plät­zen ent­fal­ten, nicht über eine tech­no­kra­tisch durch­ge­führ­te Pla­ni­fi­ka­ti­on durch poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Ent­schei­dungs­eli­ten, die die­sen Pro­zess zeit­lich und räum­lich gestaf­felt orga­ni­sie­ren.“ (S. 159) Und: „Die Men­schen haben deren [der erneu­er­ba­ren Ener­gien] ele­men­ta­res Poten­zi­al erkannt, mehr als es den meis­ten Regie­run­gen bewusst ist und als es die über­kom­me­ne Ener­gie­wirt­schaft wahr­neh­men will.“ (Scheer, S. 259)

7.) Wichtig: Das Spiel durchschauen

Aktu­ell kommt es dar­auf an, dass die Energiewende-Akteur*innen sich Klar­heit dar­über ver­schaf­fen, wie das Wirt­schafts- und Poli­tik­sys­tem mit psy­cho­lo­gisch raf­fi­niert aus­ge­klü­gel­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Hand­lungs­me­tho­den funk­tio­niert. Unaus­ge­spro­chen steht dahin­ter die Absicht “Wach­se oder wei­che”: — Wach­sen der fos­sil-ato­ma­ren, Wei­chen der erneu­er­ba­ren Energien.

 Die in den 1990er Jah­ren betrie­be­ne offe­ne Ableh­nung der Erneu­er­ba­ren wird heu­te von einer Befür­wor­tung abge­löst, die sich aller­dings „mehr in Wor­ten als im Den­ken und in Taten“ abspielt. „Voll­mun­di­ge Bekennt­nis­se von Regie­run­gen und Ener­gie­kon­zer­nen, in denen der Ein­druck vol­len Enga­ge­ments für erneu­er­ba­re Ener­gien geweckt wird, trü­ben den Blick für die prak­ti­schen Prio­ri­tä­ten.“ (Scheer, S. 10). Dies beschreibt die aktu­el­le Situa­ti­on treffend.

Das Spiel bes­ser zu durch­schau­en,
 kann als unse­re der­zeit wich­tigs­te Auf­ga­be bezeich­net wer­den. Die­ser Durch­blick ist nötig, um ein Wirt­schaf­ten „wei­ter so“ mit sei­nen ver­hee­ren­den Fol­gen zu vermeiden. 

Aktuelle Praxis-Beispiele:

  • Der unsäg­li­che Hin­ter­zim­mer-Deal der Regie­rung mit RWE zum Dorf Lüt­zer­ath im Rhei­ni­schen Braun­koh­le-Revier wird nach außen als Erfolg für den Kli­ma­schutz ver­kauft, weil RWE bereit ist, schon  2030 aus der Koh­le aus­zu­stei­gen. Dass RWE bis dahin aber die glei­che Koh­len­men­ge ver­bren­nen darf, die bis 2038 vor­ge­se­hen war, zeigt den Betrug. Die­se Lösung ist für das Kli­ma sogar noch schlech­ter, weil die Treib­haus­ga­se schnel­ler emit­tiert wer­den als bei einem Aus­stieg 2038.

    Dass auch das Dorf Lüt­zer­ath für Braun­koh­le nicht abge­bag­gert wer­den muss­te, zei­gen zahl­rei­che hier gesam­mel­te wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en: https://www.alle-doerfer-bleiben.de/
  • Das Dorf Pödel­witz nahe Leip­zig wur­de durch lang­jäh­ri­gen  Wider­stand und lösungs­ori­en­tier­te Gesprä­che geret­tet. Doch war­um muss­ten Tau­sen­de von Men­schen ihre Frei­zeit und ihr Geld hier­für opfern, wo es doch Auf­ga­be der Regie­rung wäre, für das Wohl der Bürger*innen zu sor­gen? 

    Das Bünd­nis „Alle Dör­fer Blei­ben Halle/Leipziger Land“, ehe­mals „Pödel­witz Bleibt!“, hat die Geschich­te des Wider­stan­des rund um Pödel­witz fest­ge­hal­ten und illus­triert. Pödel­witz Pla­kat (alle-doerfer-bleiben.de) 
  • Car­bon Cap­tu­re and Sto­rage (CCS⁠) ist die Behaup­tung, CO2 aus Pro­zes­sen abzu­son­dern oder im Nach­gang aus der Atmo­sphä­re wie­der ein­zu­fan­gen, um es dann zu „ver­pres­sen“. Dies ist mit hohen Kos­ten sowie auch enor­mem Technik‑, Roh­stoff- und Ener­gie­auf­wand ver­bun­den und zudem unge­klärt, ob und wie dau­er­haft und voll­stän­dig das ein­ge­la­ger­te CO2 im soge­nann­ten „Geo­lo­gi­schen Spei­cher“ verbleibt.

Vertiefende Quellen:

Umweltbundesamt:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/gewaesser/grundwasser/nutzung-belastungen/carbon-capture-storage#grundlegende-informationen

Bürgerinitiativen:

https://keinco2endlager.de/aktuell/

http://berliner-wassertisch.info/informationsblatt-zu-carbon-capture-and-storage-ccs/