Liebe Mitstreiter:innen, liebe Freund:innen der Energiewende, ein bewegtes Jahr geht zu Ende – Zeit für einen Blick zurück und voraus.
Danke – für eure Zeit, euer Wissen, euer Herz
Der Runde Tisch Erneuerbare Energien (RT-EE) lebt von der Vielfalt seiner Akteur:innen
Wissenschaftler:innen und Expert:innen aus energierelevanten Fächern
Engagierte „von jung bis alt“ – Fridays for Future, Parents for Future, Omas for Future …
Alle kommen frei und ungebunden, bringen Fachkompetenz, Lebenserfahrung und vor allem die Überzeugung ein, dass das 1,5-°C‑Ziel von Paris einzuhalten ist. Diese Mischung macht unsere Arbeit wertvoll – und wirksam.
Erfolg, der Mut macht: SolAHRTal
Aus dem RT-EE ging 2021 die Initiative „Energie-Modell-Region Ahr“ hervor. Bereits im September desselben Jahres lag das Konzept „Aus Ahrtal wird SolAHRTal“ vor. Vier Jahre später ist eines der Kernthemen Realität: Am 10. Dezember 2025 wurde die elektrifizierte Ahrtalbahn offiziell wieder eröffnet. Ein sichtbares Zeichen: Fachlich fundiert und gemeinsam aufgetreten, werden wir gehört – und bewegen.
Nächstes Ziel: Solare Bildung
Jetzt widmen wir uns dem Thema „Solare Bildung“ – von der Kita bis zum Schulabschluss. Der RT-EE wurde gebeten, Aktionen und Akteur:innen bundesweit zu vernetzen. Am 25. Januar 2026 treffen sich erstmals bis zu 40 Vertreter:innen (begrenztes Platzangebot an der Umweltlernschule PLUS) verschiedener Initiativen zum „Runden Tisch Solare Bildung“, um Ideen auszutauschen und Synergien zu heben. Ziel: Kinder und Jugendliche bekommen ein tieferes Verständnis für die Energiewende – als Basis für eine verantwortungsvolle, generationengerechte Zukunft.
Blick nach vorn
Solange Erwachsene oft noch zögern oder fehlinformiert handeln, sollen junge Menschen als Multiplikator:innen vor Ort wirken – mit Wissen statt Angst, mit Lösungen statt Apathie. Wir wollen weitere Menschen motivieren, sich auf Augenhöhe einzubringen – für Klimaschutz, saubere Energie und eine lebenswerte Zukunft.
Gesundheit, Zuversicht und Erfolg für euch persönlich – und für die Energiewende – wünscht euch
Der Weltklimagipfel in Brasilien war mehr als nur Politik. Erfahren Sie, welche inspirierende Energie von den Menschen vor Ort ausging und warum der Schutz des Regenwaldes untrennbar mit 100 % erneuerbaren Energien und sozialer Gerechtigkeit verbunden ist. Ein Bericht, der Mut macht!
Vielleicht haben Sie die Nachrichten rund um den Weltklimagipfel (COP30) im November 2025 in Belém, Brasilien, verfolgt. Doch abseits der großen politischen Verhandlungen ereignete sich noch etwas viel Spannenderes: Tausende von Umweltaktiven aus aller Welt trafen sich beim „Gipfel der Völker“. Eine Delegation der Umweltgewerkschaft e.V. war mittendrin und hat inspirierende Eindrücke mitgebracht, die wir hier gerne mit Ihnen teilen möchten.
100 % Erneuerbare: Eine globale Vision, die lebt
Stellen Sie sich vor: Menschen aus allen Teilen der Welt, besonders aus dem bedrohten Amazonasgebiet, kommen zusammen. Die Luft ist erfüllt von einer unglaublich positiven Energie. 🌎 Überall sieht man Plakate, hört Songs und spürt den unbedingten Willen, unsere Welt zu retten. Die zentrale Forderung, die alles verband: eine Zukunft, die auf 100 % erneuerbaren Energien basiert. Es ging aber nicht nur um Technologie, sondern um eine ganzheitliche Vision: ein Leben im Einklang mit der Natur, eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und die Schaffung von naturverträglichen Arbeitsplätzen, die den Menschen eine Perspektive geben. In Belém wurde klar: Die Energiewende ist keine trockene technische Aufgabe, sondern eine lebendige, globale Bewegung!
Soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz: Zwei Seiten einer Medaille
Ein besonders wichtiger Impuls kam von der Delegation der Umweltgewerkschaft. Ihre Kernbotschaft: Wir können die Klimakrise nur bewältigen, wenn wir die Umweltbewegung und die Arbeiterbewegung zusammendenken. Denn die Energiewende muss fair und sozial gerecht sein! Wie passend, dass sie vor Ort auf eine Versammlung von Gewerkschaftsverbänden trafen, die genau das in einer kraftvollen Erklärung festgehalten hatte. Ein zentraler Satz daraus lautet:
„Ein stehender Wald braucht ein stehendes Volk. Und ein stehendes Volk braucht Rechte, Würde und menschenwürdige Arbeit.“
Diese Worte bringen es auf den Punkt. Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen und gute, sichere Arbeitsplätze sind keine Gegensätze – sie bedingen einander.
Vom Ahrtal bis nach Belém: Vernetzung für 100 % erneuerbare Energien
Der internationale Austausch in Belém knüpft zugleich an konkrete Erfahrungen in Deutschland an. Über den Solarenergie-Förderverein Deutschland e. V. (SFV), zu dem die Umweltgewerkschaft e. V. bereits seit längerer Zeit persönliche Verbindungen pflegt, entstand unmittelbar nach der Flutkatastrophe im Ahrtal der Kontakt zu Rainer Doemen und dem Runden Tisch Erneuerbare Energien. Die Umweltgewerkschaft organisierte über ihn einen ersten mehrtägigen Aufräumeinsatz im Mündungsgebiet der Ahr. Daraus entwickelte sich ein zukunftsweisender Ansatz für den Wiederaufbau: Im April 2025 stellte Rainer Doemen auf einer Konferenz der Umweltgewerkschaft in Göttingen den Stand des Ahrtal-Wiederaufbauprojekts auf Basis von 100 % erneuerbaren Energienvor. Dieses Projekt gilt als praktisches Beispiel dafür, wie Klimaschutz, regionale Wertschöpfung, demokratische Beteiligung und soziale Verantwortung zusammengeführt werden können. Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen auch in den für Ende 2026 geplanten „Internationalen Umweltratschlag“ einfließen und international diskutiert werden.
Ein Funke, der überspringt: Was wir mitnehmen können
Die Delegation kehrte nicht nur mit unvergesslichen Eindrücken, sondern auch mit einem ganzen Sack voller neuer Kontakte und Ideen zurück. Das Projekt „Internationaler Umweltratschlag 2026“, das genau diesen Brückenschlag zwischen Umwelt und Arbeit fördern soll, stieß auf riesiges Interesse. Das zeigt: Der Wunsch nach einer gerechten und nachhaltigen Zukunft verbindet Menschen über alle Grenzen hinweg.
Möchten Sie diese Energie selbst spüren und einen lebendigen Eindruck von den Protesten und der positiven Stimmung in Belém bekommen? Dann schauen Sie sich unbedingt die vielen Bilder und Dokumente auf der Homepage der Umweltgewerkschaft an: www.umweltgewerkschaft.org. Lassen Sie sich inspirieren!
https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2025/12/COP30-4_3-scaled.png19202560Jürgen Voskuhlhttps://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2021/12/RT-EE_LinksGross_Hires-300x96.pngJürgen Voskuhl2025-12-16 13:56:102025-12-16 13:56:10Hoffnung aus dem Amazonas: Starke Signale von der COP30 für die globale Energiewende
Kann eine glamouröse Gala die Welt verändern? Vielleicht nicht über Nacht -, aber sie kann die Menschen ins Rampenlicht rücken, die es tun! In Frankfurt wurden Persönlichkeiten und Projekte mit dem Golden Planet Award 2025 geehrt, die mit Mut und Innovationskraft für unseren Planeten kämpfen. Erfahren Sie, wer ausgezeichnet wurde und was uns vom Runden Tisch Erneuerbare Energien ganz besonders mit diesem Abend verbindet.
manchmal braucht es Momente, die uns daran erinnern, wofür wir jeden Tag arbeiten: für eine nachhaltige, gerechte und lebenswerte Zukunft. Ein solcher Moment war die Verleihung des Golden Planet Award 2025 in den Skyline Studios von Radio Frankfurt. Es war ein Abend, der Glamour und gesellschaftliche Verantwortung auf beeindruckende Weise verband und zeigte: Engagement für Nachhaltigkeit ist inspirierend und verbindet Menschen weltweit!
Wenn Vision auf Verantwortung trifft
Rund 100 Gäste aus 15 Ländern kamen zusammen, um Pioniere auszuzeichnen, die mit Herz und Verstand den Wandel vorantreiben. Die Veranstalter, Stephan Schwenk (Radio Group) und Lady Dr. h.c. Astrid Arens (Voice Aid Association), schufen eine Atmosphäre voller Emotionen und internationalem Flair. „Der Golden Planet Award ist mehr als eine Ehrung – er ist eine Bewegung“, betonte Astrid Arens. Eine Bewegung, die Menschen zusammenbringt, die mit Leidenschaft Zukunft gestalten. Und genau das ist es, was auch uns antreibt!
Inspiration pur: Die Preisträger des Abends
Die Liste der Geehrten ist ein fantastisches Zeugnis dafür, wie vielfältig Engagement aussehen kann. Von königlichem Einsatz bis hin zu regionaler Tatkraft war alles vertreten:
Fürst Albert II. von Monaco erhielt den Lifetime Achievement Award für sein jahrzehntelanges Engagement, insbesondere für den Meeresschutz.
Die Deutsche Meeresstiftung wurde als „Social Hero“ geehrt – eine wichtige Anerkennung für alle, die unsere Ozeane schützen.
Als „Regional Hero“ wurde der Kreis Steinfurt ausgezeichnet. Ein starkes Signal, dass die Energiewende vor Ort von engagierten Menschen und Unternehmen getragen wird.
Auch Unternehmen wie Fechner Media und HEYHO zeigten, dass Wirtschaft und Menschlichkeit Hand in Hand gehen können und wurden als „Unternehmen des Jahres“ gewürdigt.
Diese und viele weitere Preisträger beweisen: Ob im Großen oder im Kleinen, jeder Beitrag zählt. Musikalisch untermalt wurde der Abend von Anny Ogrezeanu, Gewinnerin von „The Voice of Germany“, die mit ihrer Stimme für Gänsehautmomente sorgte. ✨
V. l. n. r. : Dr. Leong Ying, Ralf Knoblauch, Silke Wesselmann, Andrea Wen, Timm Duffner, Landrat Dr. Sommer, Jessica Stockmann, Raoul Helmer, Lady Astrid Arens, Max Studennikoff, Carl Fechner, Miriam Schroer, Rainer Doemen, Daniela Singhal und Frank Schweikert. Foto: Dr. Leong Ying, USA
Unsere Verbindung zum Golden Planet Award
Warum berichten wir vom Runden Tisch Erneuerbare Energien so begeistert über diese Gala? Die Antwort erfüllt uns mit Stolz: Im Jahr 2022 durften wir selbst einen Golden Planet Award entgegennehmen!
Die Jury würdigte damals unsere „SolAHRtal-Initiative“, mit der wir nach der Flutkatastrophe schnell und unbürokratisch einen Projektplan für saubere Energie entwickelt haben. Diese Auszeichnung war eine unglaubliche Bestätigung für unsere Arbeit und hat gezeigt, dass auch Graswurzelbewegungen und ehrenamtliches Engagement auf großer Bühne gesehen und gewürdigt werden. Sie ist eine Motivation für uns alle, nicht nachzulassen in unserem Ziel: 100 % Erneuerbare Energien bis 2030.
Der Golden Planet Award ist damit für uns mehr als nur eine ferne Gala. Er ist eine Tankstelle für Motivation und ein Beweis dafür, dass wir Teil einer weltweiten Gemeinschaft von Macherinnen und Machern sind.
Lassen Sie uns diese positive Energie mitnehmen!
https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2025/11/GPA2025-4_3.jpg516688Jürgen Voskuhlhttps://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2021/12/RT-EE_LinksGross_Hires-300x96.pngJürgen Voskuhl2025-11-20 04:41:002025-11-20 04:41:54Golden Planet Award 2025: Ein Abend für die Heldinnen und Helden unserer Zukunft 🌍
Still, verbindlich und visionär – internationale Anerkennung für zivilgesellschaftliches Engagement im Bereich Erneuerbare Energien.
V.l.n.r.: Dr. Suela Papagelis, CEO Sky Consultations Ltd. Faculty, Boston University U.S — Rainer Doemen — Dr. Fatima Zaman, CEO Serenity U.K. Care Ltd.
Remagen / London, 7. August 2025 – Rainer Doemen, Mitgründer, Impulsgeber und langjähriger Koordinator des Runden Tisch Erneuerbare Energien, wurde am 23. Juli 2025 in der Westminster Abbey in London mit dem renommierten KING’S AWARD 2025 in der Kategorie Green Economy ausgezeichnet.
Der Preis wird jährlich vom britischen Königshaus gemeinsam mit dem Oxford Club verliehen und ehrt Persönlichkeiten, die durch Integrität, Systemdenken und nachhaltige Führung neue Wege eröffnen. Doemen wurde aus über 200 internationalen Bewerbern als einziger Preisträger in seiner Kategorie ausgewählt – eine besondere Auszeichnung für sein jahrzehntelanges Engagement für Bürgerenergie, Partizipation und echten Klimaschutz.
Die Jury würdigte Doemen als „stillen Strategen des Wandels“, dessen Wirken weit über die Grenzen Deutschlands hinaus ausstrahlt und modellhaft sei für eine demokratisch getragene und generationengerechte Transformation unseres Energiesystems.
Rainer Doemen bei seinem Vortrag im Rahmen der Veranstaltung
Zusätzlich zur Preisverleihung wurde Rainer Doemen vom Royal Club zum Royal Ambassador für Deutschland und Europa ernannt. In dieser neuen Rolle wird er künftig vom “The Royal Club” (Link) zu Veranstaltungen und Foren einbezogen– insbesondere im Themenfeld ökologische Nachhaltigkeit, Klimaengagement und zivilgesellschaftliche Innovationen.
Der Runde Tisch Erneuerbare Energien sieht in der Auszeichnung einen starken Impuls für die gesamte Bürgerenergiebewegung: „Rainer Doemen steht für einen Führungsstil, der nicht überredet, sondern einlädt; der nicht auf Macht setzt, sondern auf gemeinsame Verantwortung“, so die Mitwirkenden im Redaktionsteam. Seit Anfang 2017 prägt Doemen die fachlichen und strategischen Diskussionen des Runden Tisches entscheidend mit – speziell an den Schnittstellen zwischen Energierecht, Bürgerengagement und systemischer Transformation.
Auch die Freie Bürgerliste Remagen (FBL), der Doemen seit vielen Jahren angehört, zeigt sich stolz: „Diese internationale Ehrung ist eine Würdigung seiner jahrzehntelangen Arbeit als Brückenbauer zwischen Politik, Zivilgesellschaft und lokaler Energiewende“, so die FBL in einer eigenen Erklärung.
Mit dem Leitsatz „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele GEMEINSAM“ steht Rainer Doemen beispielhaft für das Selbstverständnis des Runden Tisches: Zusammenarbeit auf Augenhöhe, mit klarem Ziel – eine zukunftsfähige, gerechte und vollständig erneuerbare Energieversorgung.
Video: Impressionen von der Veranstaltung
Dank der großzügigen Erlaubnis des Royal Clubs dürfen wir das nachfolgende Video auf unserer Website teilen, um einem breiten Publikum einen lebendigen Eindruck von der Veranstaltung zu vermitteln.
Pressestimmen
Mehrere lokale Medien berichteten ebenfalls über die Auszeichnung, unter anderem Ahr.de und die Remagener Nachrichten.
https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2025/08/Kings-Award-2025-01.jpg8101075Jürgen Voskuhlhttps://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2021/12/RT-EE_LinksGross_Hires-300x96.pngJürgen Voskuhl2025-08-17 02:58:052025-08-17 02:58:07Runder Tisch Erneuerbare Energien würdigt Auszeichnung von Rainer Doemen mit dem KING’S AWARD 2025
Der RTEE freut sich ganz besonders darüber, dass die Jury des Golden Planet Award 2023 auch in diesem Jahr Personen und Organisationen ausgezeichnet hat, die sich für den Umstieg auf 100% Erneuerbare Energien engagieren.
die ukrainische Künstleruin Ruslana, insbesondere für die Initiative Renewables4Ukraine; sie ist Global100RE-Botschafterin für 100% Erneuerbare Energien weltweit.
(Mit)Initiator der SolAHRtal-Initiative Rainer Doemen nahm als ein Empfänger des Golden Planet Award 2022 für das Baby des RTEE — die SolAHRtal-Initiative – gerne an der gelungenen Zeremonie der Preis-Verleihung teil. Er wohnt im Kreis Ahrweiler, kennt die eegon und teilte unserem Redaktionsteam mit:
“Die eegon zeigt in der Eifel und im Landkreis Ahrweiler seit mehr als einem Jahrzehnt, wie sie mit ihren treuen Mitgliedern mutig und gekonnt den Energiesystemwechsel — nicht selten gegen scheinbar unüberwindbare Widerstände – umsetzt. Meines Erachtens erhielt die eegon den begehrten Golden Planet Award 2023 für gelebte Nachhaltigkeit zu Recht für ihren wohl kaum vergleichbaren Einsatz, Klima schädigende Treibhausgasemissionen zu reduzieren.”
Rainer Doemen, (Mit)Initiator der SolAHRtal-Initiative
Ganzheitlich betrachtet dies EUROSOLAR-Vorständin, Referentin für Gemeinwohl-Ökonomie und BürgerEnergie-Netzwerkerin Beate Petersen. Sie hebt hervor:
„Beide Preisträger*innen setzen vollumfänglich den Leitsatz des RTEE um: »100% EE bis spätestens 2030«. Das von der eegon gelebte Prinzip »Energie aus der Eifel — für die Eifel — organisiert von Bürger*innen für Bürger*innen« beinhaltet auch die der Preisträgerin Ruslana erwiesenermaßen wichtigen Aspekte der Erneuerbaren. Diese sind zugleich Friedens- und Freiheitsenergien. Deren kurze Wege halten zudem Wertschöpfung vor Ort und schaffen Resilienz sowie Unabhängigkeit.“
Beate Petersen, EUROSOLAR-Vorständin
Abschließend einige Impressionen von der Veranstaltung.
https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2023/11/1-1-Gewinnerfoto-2-NEU.jpg10931638Jürgen Voskuhlhttps://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2021/12/RT-EE_LinksGross_Hires-300x96.pngJürgen Voskuhl2023-11-26 23:06:352023-11-27 10:14:22Verleihung des Golden Planet Award 2023
Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts kann der Bundesregierung als Steilvorlage dienen. Wird sie diese nutzen und jetzt den Klimanotstand ausrufen? Wir vom Runden Tisch Erneuerbare Energien fordern genau das! Und wir stehen mit unserer Forderung nicht allein.
Diese Koalition ist die erste, die Notwendiges für die Finanzierung von Maßnahmen des Klimaschutzes in den Haushalt einstellte. Die damit finanzierten Maßnahmen bewerten wir hier nicht, nur die Neuausrichtung beim Klimaschutz nach 16 Jahren Merkel-Regierungen.
Jetzt müsste die Koalition Mut zeigen und Verstand aufweisen, indem sie die vielfach wissenschaftlich belegten und stetig ansteigenden hohen Risiken des drohenden Klimakollaps als Basis heranzieht, um den KLIMANOTSTAND auszurufen. Wird die Bundesregierung das Urteil des BVerfG als Steilvorlage nutzen?
Klimanotstand ausrufen — was bringt das?
Mit dem Ausrufen des KLIMANOTSTANDS darf die Bundesregierung ein (neues) Sondervermögen auflegen. Dieses Vorgehen wäre nicht nur ethisch gerechtfertigt, sondern obendrein noch wirtschaftlich und vernünftig.
Mit einem Durchforsten des Bundes-Haushalts nach Subventionen von, beziehungsweise Zuschüssen für Maßnahmen, die in enger Verbindung mit Energieumwandlungsprozessen (physikalisches Geschehen) durch Verbrennen fossiler Energien stehen, kann ein neues Sondervermögen ganz oder teilweise gegenfinanziert werden. Dies gilt sicher in Kombination mit einer zukunftsorientierten Neuausrichtung des Steuerrechts. So müssten Steuer reduzierende Tatbestände, die in enger Verbindung stehen mit Energieumwandlungsprozessen durch Verbrennen fossiler Energien im Sinne der Klima-Entscheidung des BVerfG aus 2021 neu justiert werden. Darüber hinaus können Länder und Kommunen interessante wirkungsvolle Instrumente und Möglichkeiten nutzen.
Deutschland hat eine völkerrechtliche Verpflichtung
Deutschland ist völkerrechtlich verpflichtet, seine Anstrengungen zur schnellstmöglichen Reduzierung klimaschädigender Treibhausgasemissionen zu verstärken. Jedes Zehntel Grad weniger Erderhitzung hilft, weitere nationale und globale Katastrophen zu verhindern.
Wir erwarten dafür einen aufeinander abgestimmten Masterplan zur schnellstmöglichen Reduzierung Klima schädigender Treibhausgasemissionen durch die relevanten Organe (Bund, Länder, Kommunen). Dieser Plan sollte messbare Ziele und zielorientierte Wege aufzeigen sowie wissenschaftlich fundierte Meßmethoden, klare Zuständigkeiten und jährliche Intervalle der Evaluierung vorsehen. Ein solcher Plan ist den gewählten Mandatsträger*innen zwecks Beschlussfassung vorzulegen. Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 15. November 2023 (2 BvF 1/22) ruft geradezu nach einem neuartigen ganzheitlichen und gemeinsamen Denken sowie einem verfassungskonformen Handeln.
Der RTEE macht auf das Interview des Deutschlandfunks mit Klimaforscher und Ozeanograph am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung Stefan Rahmstorf am 30. Juli 2023 aufmerksam. Seine erschütternde zentrale Aussage: physikalisch liegt die Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5 Grad noch im Bereich des Möglichen, politisch fehlt jedoch die Einsicht, die hierfür nötigen Maßnahmen vorzunehmen.
Auch in Bezug auf die deutsche Regierung stellt Rahmstorf fest, dass sie den Klimaschutz nicht als Priorität behandelt. So setzt sie bei ihren energiepolitischen Entscheidungen nicht schnellstmöglich wirksame Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen gegen den drohenden Klimakollaps zuvorderst um.
Die Sichtweise des RT EE
Wir können nicht nachvollziehen, dass Minister und Abgeordnete, die einen Eid auf die Beachtung und Einhaltung des Grundgesetzes geschworen haben, bei ihren Vorschlägen und Entscheidungen andere Maßstäbe ansetzen. So stellen unsere nationalen Gesetzgebungsorgane den Ausbau von LNG-Terminals in Windeseile auf Vorfahrt. Wir sind skeptisch und überprüfen auch die von der Bundesregierung priorisierte Rolle von CCS als prioritäre Maßnahme der zwingend gebotenen Rückholung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre.
Wir wissen, dass die Ampelregierung die verheerend wirkenden energiepolitischen Vorstellungen der FDP wider besseres Wissen beachtet. Letztlich bringen klimaschädigende und risikoreiche energiepolitische Kompromisse die Ethik ins Spiel, auf die Hermann Scheer immer wieder hingewiesen hat. Sie kann schmerzhaft sein, ist aber unabdingbar für das Gelingen der Energiewende – und damit überlebensnotwendig für die Menschheit.
Die Presseinformation des Deutschlandfunks zum Interview
Lesen Sie die nachstehende Pressinformation des Deutschlandfunks. Darunter finden Sie den Link zum Nachhören des vollständigen Interviews.
Stefan Rahmstorf, Klimaforscher und Ozeanograph am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung
Das 1,5 Grad Ziel ist politisch kaum mehr erreichbar, physikalisch aber schon
Politisch sei das Ziel praktisch nicht mehr zu halten angesichts der Weltlage, so Klimaforscher Stefan Rahmstorf im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Er reagierte damit auf Äußerungen des neuen Chefs des Weltklimarates, Jim Skea, der in dieser Woche erklärt hatte, das 1,5‑Grad-Ziel sei nicht mehr zu erreichen.
Rahmstorf erklärte:
„Physikalisch kann man es noch erreichen, aber dazu müsste man es eben anpacken, wie, wenn man in einer Kriegssituation ist und das einfach die Top-Priorität hat, die 1,5 Grad zu halten. Realistisch ist es natürlich so, dass die allermeisten Regierungen das eben leider nicht als Top-Priorität behandeln. So werden wir es auf keinen Fall schaffen.“
Verantwortlich dafür macht er auch mangelnde politische Ambitionen. Es fehle nicht an Lösungen, sondern am Willen. Vielen Politikern sei die Dringlichkeit der Lage noch immer nicht klar, sie informierten sich nicht ausreichend. Nach Versäumnissen in vorangegangenen Regierungen behandle nun auch Bundeskanzler Olaf Scholz das Thema nicht mit Priorität.
„An jedem Tag ist das Wetter heute schon anders als es eben ohne Klimakrise wäre“
Mit Blick auf die aktuellen Rekordtemperaturen im Mittelmeerraum – an Land wie im Meerwasser, sowie Extremwetterereignisse der letzten Wochen sieht Rahmstorf einen klaren Bezug zur Erderhitzung. Eine Untersuchung der ETH Zürich habe bereits im letzten Jahr ergeben, dass schon jetzt an jedem Tag das Wetter anders sei, als dies ohne Klimakrise der Fall wäre. Während die globale Durchschnittstemperatur um etwa 1,2 Grad gestiegen ist, sei diese Erwärmung über dem europäischen Festland teilweise doppelt so stark angestiegen. Dies führe nun – wie von der Klimaforschung prognostiziert – zu einer Zunahme von extremen Wetterereignissen. Auch die Brände im Mittelmeerraum sieht Rahmstorf in einem Zusammenhang mit der Klimakrise. Die Brandursache sei zwar in der Regel durch Menschen veranlasst, Trockenheit und Hitze sorgten aber dafür, dass die Brände ein solches Ausmaß erreichen würden.
Das Interview führte Ann-Kathrin Büüsker, Korrespondentin im DLF-Hauptstadtstudio.
Bildnachweis: Stefan Rahmstorf beim EPP Zagreb Congress in Kroatien, 20–21 November 2019 (CC BY 2.0)
https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2023/08/EPP_Zagreb_Congress_in_Croatia_20-21_November_2019.jpg12771920Jürgen Voskuhlhttps://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2021/12/RT-EE_LinksGross_Hires-300x96.pngJürgen Voskuhl2023-08-11 06:00:002023-08-11 07:08:47Interview mit Stefan Rahmsdorf: die politische Einsicht fehlt
Der Runde Tisch Erneuerbare Energien ist über die jüngste Zuspitzung bei der Kriminalisierung der Klimaschutz-Bewegung aufs Höchste besorgt. Auf welchen Weg begibt sich unser Land damit?
Öffentlicher friedlicher Protestmarsch der Letzten Generation, April 2023 in Berlin. Bild: Andreas Augstein
Politiker:innen und Institutionen, die durch ihre eigene klimapolitische Untätigkeit nach den wohlerwogenen Worten des UN-Generalsekretärs António Guterres „kriminell“ sind, lassen nun den gewaltfreien zivilen Widerstand gegen ihre Untaten mit der Keule der „kriminellen Vereinigung“ verfolgen. Dies ist der massivste Angriff ‚von oben‘ auf die Idee des Rechtsstaats, den wir in Deutschland seit Jahrzehnten erleben.
Die Bundesregierung hat den Hochlauf der umstrittenen CCS-Technik beschlossen. Milliarden an Steuergeldern sollen dafür an die Gasindustrie fließen. Eine „Carbon Management-Strategie“ wird aktuell in einem exklusiven Rahmen erarbeitet und soll bis September 2023 einen Infrastrukturplan und Rechtssicherheit für die Industrie liefern, eine öffentliche Diskussion ist nicht vorgesehen. Man befürchtet wohl, dass sich das Geschehen von vor 12 Jahren wiederholen könnte, als fundierte Aufklärung durch Bürgerinitiativen zu einer gesellschaftsweiten Ablehnung und in mehreren Bundesländern zum Verbot der CCS-Technik führte.
Die Zivilgesellschaft muss die nötige öffentliche Debatte über dieses schwerwiegende Thema also wieder selbst in Gang bringen.
Nachfolgend der Inhalt unseres Positionspapiers (english version available here):
CCS bezweckt nicht Klimaschutz, sondern jahrzehntelange Fortsetzung der Kohlenstoffverbrennung und wäre der GAU für die Energiewende.
In ihrem Artikel CCU/CCS: Baustein für eine klimaneutrale und wettbewerbsfähige Industrie schreibt die Bundesregierung, dass CCS „vor allem bei der Industrie und Abfallwirtschaft“ eingesetzt werden soll, während in der Energieerzeugung die erneuerbaren Energien „prioritär“ seien. Beide Formulierungen lassen erkennen, dass der CCS-Einsatz bei der Energieerzeugung keineswegs ausgeschlossen wird. Schließlich hat Habeck wesentliche energiewirtschaftliche Weichen in Richtung LNG und blauen Wasserstoff gestellt, deren erhebliche CO₂-Emissionen durch CCS beschönigt werden müssen.
Warum CCS nur eine Beschönigung ist
Unterirdische CO₂-Endlager sind zwangsläufig undicht. Die ausgeförderten Gas- und Ölfelder, in die CO₂ verpresst werden soll, sind von undichten Bohrlöchern, Brüchen und Wegsamkeiten durchsetzt. Bereits heute geht man davon aus, dass an etwa drei Vierteln der ca. 15.000 alten Bohrlöcher in der Nordsee Methan (ca. 80fache Klimawirksamkeit von CO₂) austritt. Druckerhöhung durch CO₂-Einpressung würde dies verstärken und gleichzeitig Wegsamkeiten für CO₂ ausweiten.
Wenn CO₂ in „saline Aquifere“ (mit extrem salzhaltigem Wasser gefüllte Formationen) gepresst wird, verdrängt es zwangsläufig das Salzwasser. Dieses weicht nach oben aus, kontaminiert das nutzbare Grundwasser und gibt gleichzeitig dem CO₂ den Weg in die Atmosphäre frei.
Die Regierung behauptet, in den genannten Formationen könne das CO₂ „sicher über geologische Zeiträume gespeichert“ werden. In dem sogar gern als Musterbeispiel angeführten „Speicher“ Sleipner bei Norwegen sind schon nach einigen Jahren nur noch 80% des verpressten CO₂ nachweisbar. (Vgl. u.a. Prof. Wallmann, Geomar, im „Spiegel“ vom 25.09.2011).
Betreiber wollen die Ewigkeitslasten an den Staat abschieben
CO₂-Austritte sind so wahrscheinlich, dass die Gaskonzerne, die die Deponien betreiben, für deren Dichtigkeit nicht haften wollen. Sie argumentieren: dem Staat, der das CCS-Projekt genehmigt hat, falle auch die Verantwortung zu. Die durch CO₂-Endlager unter der Nordsee oder in Norddeutschland entstehenden Ewigkeitslasten durch dauerhafte Überwachung und Folgen von Leckagen, deren Beseitigung technisch völlig ungeklärt ist, sollen also der Bevölkerung aufgebürdet werden. Dies hat die Bundesregierung nicht offengelegt!
Energieintensiv, teuer, CO₂-Abscheidung immer nur partiell
Was die Bundesregierung ebenfalls nicht offenlegt: für das CCS-Verfahren von der Abscheidung über den Transport bis zur Verpressung wird etwa ein Drittel der von einem Kraftwerk erzeugten Energie benötigt. Schon jetzt kostet der Fossilstrom ein Vielfaches des erneuerbaren. Durch den Aufwand mit CCS würde sich der Preis noch verdoppeln. Zusätzlich ist zu beachten, dass das CO₂ aus Rauchgasen niemals vollständig abgeschieden werden kann: Bei den meisten CCS-Kraftwerken liegt der Anteil bisher bei 50%. Auch unterstellt, dass das CO₂ zu 100% und für alle Zeiten im Untergrund verbleiben würde, kann CCS also keine Dekarbonisierung bewirken.
Negative Emissionen durch Biomasse-CCS, Carbon Capture and Use
Negative Emissionen seien möglich, wenn aus den Abgasen von Holzkraftwerken das CO₂ abgeschieden und deponiert werde, da dieses aus der Luft ins Holz gekommen ist, so die Bundesregierung. Was sie nicht verrät: Die CO₂-Abscheidung aus der Holzverbrennung ist weitaus schwieriger als die aus den Abgasen der Kohle.
Beim weltgrößten Holzkraftwerk in England möchte man jährlich 8 Mill. Tonnen abscheiden und verpressen, konnte bisher aber lediglich eine Abspaltung von 27 Tonnen in 90 Tagen erreichen.
Bei der Müllverbrennung ist die Problematik ähnlich: Die größte Müllverbrennungsanlage Norwegens (Hafslund Oslo Celsio) plant eine jährliche Abscheidung von 400.000 Tonnen, schaffte bislang aber nur ca. 1000 Tonnen in etwa einem Jahr. Das abgespaltene CO₂ nicht zu verpressen, sondern zu nutzen, trägt ebenfalls nicht zum Klimaschutz bei, da das CO₂ nach Ende der Nutzung wieder in die Atmosphäre gelangt.
Der Atmosphäre oder den Verbrennungsgasen CO₂ zu entziehen, ist im Übrigen schon vom Ansatz her verfehlt: entfernt werden muss der Kohlenstoff, nicht aber der Sauerstoff. Die natürliche Photosynthese macht vor, wie es richtig ist.
Unlogische Flickschusterei, die Klima und Umwelt schadet
Technisch und wirtschaftlich hat die Technik trotz Milliarden Fördermitteln (allein in der EU) international versagt. Nur eine winzige Menge von 7,18 Millionen Tonnen im Jahr, vor allem aus der Erdgasaufbereitung, wird heute unterirdisch deponiert. Die Methanmengen im Ausmaß eines CO₂-Äquivalentes von 4 Mrd. Tonnen, die im Zuge der Erdgasproduktion vor der Verbrennung jährlich in die Atmosphäre gelangen, werden durch CCS sowieso nicht erfasst.
Die Lösung: komplette Beendigung der Kohlenstoffverbrennung
Die Bundesregierung muss den Irrweg CCS sofort verlassen. Die dadurch frei werdenden immensen Mittel müssen eingesetzt werden für:
Umstieg auf 100% Erneuerbare Energien in allen Sektoren bis 2030
Umstellung der Industrie auf klimafreundliche Verfahren
Sanierung der Atmosphäre durch Nutzung der natürlichen Photosynthese:
Wiedervernässung von Mooren und naturnahe Aufforstung, was — neben dem Klimaschutz — auch dem Arten- und Biodiversitätsschutz dient.
Fast 70 Organisationen und Einzelpersonen unterstützen bereits unser Papier
Ebenfalls am 5. Juni 2023 wurden die Medien durch eine Pressemitteilung informiert.
Weitere Unterstützer des Positionspapiers sind herzlich willkommen!
Ein möglichst großer Kreis, der sich auch an künftigen Aktivitäten zum Thema beteiligen würde, wäre sehr wertvoll und daher wünschenswert. Teilen Sie uns Ihr Interesse einfach formlos per E‑Mail an presse@energiewende-2030.de mit. Hierfür bedanken wir uns im Voraus! Selbstverständlich verwenden wir Ihre E‑Mail-Adresse ausschließlich, um Sie über unsere Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Thema CCS auf dem Laufenden zu halten. Eine anderweitige Verwendung Ihrer E‑Mail-Adresse erfolgt nicht.
https://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2023/05/Foto-1-8.11-scaled.jpg17082560Christfried Lenzhttps://energiewende-2030.de/wp-content/uploads/2021/12/RT-EE_LinksGross_Hires-300x96.pngChristfried Lenz2023-05-05 00:21:222025-10-25 06:31:37CCS: Stoppt den industriellen Hochlauf!
Am Runden Tisch hat sich eine Arbeitsgruppe mit der Lektüre von Scheers letztem und zusammenfassenden Werk “DER ENERGETHISCHE IMPERATIV” befasst und daraus sieben Thesen entwickelt.
Die Zitate stammen aus Hermann Scheer „Der Energethische Imperativ“, der auch gesellschaftsstrukturelle Hintergründe und Zusammenhänge der Energiepolitik einbezieht. Bezüge zum aktuell noch stockenden Energiewechsel sind aktualisierend und als „Check“ eingearbeitet.
1.) Schleusen auf für Energie aus Erneuerbaren Quellen (EE)
Das Fazit der Stellungnahme des Runden Tisches Erneuerbare Energien (RT-EE) zum Referentenentwurf des „Osterpakets“ lautete:
„Es gibt nur noch eine Option: Sämtliche Schleusen für die erneuerbaren Energien müssen geöffnet werden. Die Bürokratie muss weg. Die Bevölkerung ist aufzurufen, völlig autonom zu handeln: Nicht anders als wenn man sich eine Heizung oder eine Waschmaschine kauft, sollen Solarmodule, Batterien, Laderegler und Wechselrichter angeschafft werden können. Alle, die es irgend ermöglichen können, sollen allein, zusammen mit Nachbarn, als Mietergemeinschaft, wie auch immer, Strom erzeugen. Wir benötigen jede erneuerbare Kilowattstunde, denn wir befinden uns in einer Notlage.“
Damit hätte die „Entfesselung“ der Bürgerenergie stattgefunden, die das Bündnis Bürgerenergie postuliert.
Es würde der Weg eingeschlagen, den Hermann Scheer folgendermaßen kennzeichnet: „Der politische Schlüssel für den Energiewechsel besteht darin, den bestehenden energiewirtschaftlichen Handlungsrahmen aufzubrechen. … Ein schneller Energiewechsel bedarf zahlreicher autonomer Akteure, die mit ihren Initiativen nicht warten wollen und auch nicht abwarten müssen, was andere tun.“ (Scheer, S. 27)
Dass das Fazit des RT-EE von der Energiewende-Bewegung breit unterstützt, geschweige denn von der Bundesregierung aufgegriffen worden wäre, ist nicht der Fall. Dennoch ist es wertvoll, dass diese Sätze im Raum und zur Verfügung stehen. Denn sie sind Hinweis auf die Möglichkeit der Türöffnung vom konventionellen Energiesystem mit dem ihm entsprechenden Rechtsrahmen hin zur Entwicklung einer neu gearteten Gesellschaft: „sozialere Verteilungsverhältnisse, Produktionsweisen und wirtschaftliche Strukturen“ (Scheer, S.166).
2.) Rahmen für raschen Energiewechsel: 100% EE
Gleichzeitig gibt es Versuche, einzelne Änderungen am bestehenden Rechts-rahmen zu veranlassen, die den dringend erforderlichen exponentiellen Ausbau der Erneuerbaren anstoßen könnten.
Beispielhaft seien genannt
Claudia Kemfert und andere Wissenschaftler*innen führten mehrfach an, dass die Energiewende nicht das Problem, sondern die Lösung ist und Energiesparen, energetische Sanierung sowie Strom und Wärme aus Solarenergie sowie erneuerbare Nah- oder Fernwärmenetze Energiekosten senken und zudem Friedens-Energien sind, siehe: https://www.energiezukunft.eu/politik/nur-erneuerbare-energien-schaffen-frieden/
die von Annika Joeres und Susanne Götzein ihrem Buch „Die Klima-schmutzlobby, Empfehlung in Kategorie »Das politische Buch 2020« der Friedrich-Ebert-Stiftung »Wer wirklich wissen will, warum das alles nicht so läuft mit Energiewende und Klimaschutz, der kaufe und lese dieses Buch. Großartig aber auch erschreckend!“
die von Ingo Stuckmann (Grüne, ZETT) u.a. erarbeitete Lösungsstudie mit konkreten Vorschlägen zur rechtzeitigen und sicheren Energie-Unabhängigkeit von Russland durch den schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien und massive Energie-/Kosteneinsparungen, siehe: https://www.zeroemissionthinktank.org/
Regierungsseitig beantwortet wurden alle diese Eingaben nicht. Verhindert werden konnte die zunächst geplante Streichung der kleinen Wasserkraft und der Bioenergie aus dem EEG. Dass dies abgewehrt wurde, ist erfreulich, steht aber in keinem Verhältnis zu dem, was nötig wäre.
3.) Was dafür bisher getan wird - und was rasch getan werden muss
Wälder brennen weltweit, auch in Deutschland in bisher nicht erlebtem Ausmaß. Das Holz gibt seinen Kohlenstoffgehalt in Form von CO2 in die Atmosphäre. Wasser, das bereits so knapp ist, dass vielerorts die Feldbewässerung eingeschränkt wird, muss in immensen Mengen zum Löschen verwendet werden. Die Motoren der Löschflugzeuge und Hubschraubern reichern die Luft zusätzlich mit Klimagasen an. Die Lage ist verzweifelt. Die Löschaktivitäten verstärken die Voraussetzungen für die nächsten Brände. Dies nur mal als uns gerade naheliegendes Beispiel.
Was macht die Bundesregierung:
Energieumstellung im großen Stil auf LNG, den klimaschädlichsten Brennstoff überhaupt. Das LNG-Beschleunigungsgesetz, das von Umweltauflagen entbindet, wird in Rekordtempo durch den BT gebracht: Bau und Inbetriebnahme der erforderlichen Terminals an deutschen Küsten werden ohne gewissenhafte Prüfung der Folgen für Mitwelt, Ökosystem und Klima genehmigt.
Kohleausstiegsgesetz wird gekippt.
Atomausstiegsgesetz wird gekippt.
Was macht die Bundesregierung (noch) nicht:
Das “Aufbauhilfe-Fonds-Errichtungsgesetz 2021“, welches so aus der Zeit gefallen ist, dass darin die Erneuerbaren Energien nicht einmal vorkommen, wird nicht gekippt. Dieses Gesetz ist in Stein gemeißelt und unveränderlich? Dass dadurch das geplante Energiewende-Leuchtturm-Projekt „Ahrtal wird Solartal“ verhindert wird, hält die Regierung offensichtlich für angebracht.
Der Ukraine-Krieg wurde durch die Energiepolitik der Merkel-Regierungen seit 2010 wesentlich mit verursacht, da die Ausbremsung der Erneuerbaren Energien zur Abhängigkeit vom russischen Gas führte, was Putin den Aufbau seiner Militärmacht finanzierte. Die Ampel-Koalition hätte die Möglichkeit, diesen klima- und außenpolitischen Fehler mit seinen unabsehbaren Folgen zu korrigieren, indem sie den Ausbau der Erneuerbaren maximal forciert. Doch das Gegenteil geschieht.
Außer dem Namenszusatz, den das Wirtschaftsministerium erhalten hat, sucht man die Sorge um das Klima vergeblich. Auf eine Anfrage des RTEE, ob die Bundesregierung beabsichtige, angesichts der teilweise durch deutsche Waffen verursachten kriegsbedingten zusätzlichen Treibhausgasemissionen die Schritte zur Einhaltung der Pariser Klimabeschlüsse anzupassen, kam die Antwort, dass dies nicht beabsichtigt ist. Eine Begründung für das Fehlen der Absicht gebe es nicht, siehe: https://fragdenstaat.de/anfrage/klimawirkung-des-ukraine-krieges/#nachricht-710375
Bekanntlich wurde die einst blühende deutsche Solarindustrie vernichtet und damit auch begonnener Strukturwandel abgewürgt. Bei Lieferengpässen für Solar-Komponenten ist man weiter auf das Ausland angewiesen. Regierungs-mitglieder bereisen den Globus, um Erdgas und LNG zu akquirieren. Dass sie sich um die Beseitigung von Solar-Engpässen bemühen, vernimmt man nicht.
In den Jahren nach 2010 wurden ca. 100.000 Arbeitsplätze in der Solarbranche von den Merkel-Regierungen gezielt vernichtet. Diese Fachleute fehlen heute. Dass die Ampel-Regierung die Fehler ihrer Vorgänger-Regierungen korrigiert, indem sie Ausbildungsprogramme für Solarteure organisiert und fördert, erwartet man vergeblich.
Dass Unternehmen eigeninitiativ werden und praxisnah gestaltete Aus- bzw. Weiterbildungskurse anbieten, ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger selbst die tragenden und treibenden Kräfte der Energiewende sind — wenn sie nicht durch bürokratische Hürden daran gehindert werden.
Wenn es um Wegöffnung und Förderung geht, denkt die Regierung nicht an die Erneuerbaren. Bezüglich Einbeziehung in die Übergewinnbesteuerung erinnert sie sich ihrer sofort. Wer sich der überragenden/existenziellen Bedeutung der erneuerbaren Energien bewusst ist, wird sie heute so bevorzugt behandeln, wie es die fossilen und atomaren Energien seit Anbeginn ihrer Existenz genießen konnten.
Dass die in der EU-Erneuerbaren-Richtlinie vorgeschriebene Ermöglichung von Energy Sharing und gemeinsamer Eigenversorgung nicht in deutsches Recht umgesetzt wurde, ist ein Rechtsbruch, gegen den das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) beim Europäischen Gerichtshof Klage eingereicht hat. Bis diese zur Verhandlung kommt, ist allerdings mit einem Zeitraum von 6 bis 7 Jahren zu rechnen (so geartet ist das Rechtswesen). Als sich die Bildung der Ampel-Regierung anbahnte, erwartete man, dass es eine von deren ersten Handlungen sein werde, diesen Rechtsbruch aus der Welt zu schaffen. In den Koalitionsvertrag wurde das auch aufgenommen, umgesetzt aber weiterhin nicht. — Man vergleiche dies wieder mit den Tempi, die im Fall von Wohltaten für die konventionellen Energien hingelegt werden!
4.) Status Quo: weiter so fossil-atomar vor dezentral-erneuerbar?
Mit Unbedachtheit, Unaufmerksamkeit, Vergesslichkeit oder dergleichen lässt sich das Regierungshandeln nicht erklären. Ganz offensichtlich haben wir es mit einem systematischen Vorgehen zu tun, dessen Prinzip darin besteht, die konventionelle Energieerzeugung zu bevorzugen und die Erneuerbaren zu benachteiligen. Dabei handelt es sich nicht um eine bloß innerdeutsche Angelegenheit: Die EU-Taxonomie hat Erdgas und Atom völlig ungerechtfertigt das Prädikat „nachhaltig“ erteilt. Bill Gates (beispielhaft für die Wallstreet) hat sich mit dem Buch “Wie wir die Klimakatastrophe verhindern” in die Diskussion eingemischt, um die von ihm mit sehr viel Geld vorangetriebene „neue Generation kleiner Atomkraftwerke“ ins Gespräch zu bringen. Die USA und Russland bringen sich bereits in Stellung, um das Erdgas unter der Arktis, sobald es durch weiteren Temperaturanstieg zugänglich wird, zu beanspruchen und diesen Anspruch mit militärischen Mitteln zu untermauern.
Dass dadurch die Klimaerhitzung ins Unermessliche getrieben wird, spielt auf dieser Ebene keine Rolle. Man geht dort davon aus, dass es für jedes Problem eine technische Lösung geben wird — vielleicht nicht für die gesamte derzeitige Menschheit, aber für deren „hoch entwickelten“ Teil. Im Übrigen interessiert sich das profitorientierte Denken seinem ganzen Wesen nach ohnehin nicht weiter für die Zukunft, als eine Generationsspanne reicht. Dass die fossilen Brennstoffe und das Uran bei Fortsetzung des derzeitigen Verbrauchs (diese Möglichkeit jetzt nur mal als Denkmodell unterstellt) in 100 bis 150 Jahren zu Ende gehen werden und dass dann die Sonne die einzige Energiequelle sein wird, darüber machen sich die heute lebenden Profiteure keine Gedanken.
Man muss davon ausgehen, dass die Ampel-Regierung sich diesen immer noch mächtigen Kräften angepasst hat. Das ist nicht weiter erstaunlich, denn schon immer waren es die Wirtschaftsmagnaten, die hinter den parlamentarischen Kulissen die Strippen gezogen haben. Diese Kräfte verbreiten die Behauptung, dass die Erneuerbaren niemals in der Lage sein werden, die gesamte Energiebereitstellung zu übernehmen. Klarzustellen, dass es sich hierbei um Wunschdenken einer Industrie handelt, die ihr Ende kommen sieht, aber versucht, es möglichst noch hinauszuschieben, wäre Aufgabe der Ampelregierung, wird von dieser aber nicht wahrgenommen.
Warum wollen die Entscheider des überkommenen Energie‑, Wirtschafts- und Politiksystems die Erneuerbaren Energien nicht? — Ganz einfach: weil dieses System und die Erneuerbaren Energien nicht kompatibel sind. Das bestehende System ist zustande gekommen durch Erfindungen und Technikentwicklungen, die ihren Leistungsgipfel in der Installation weniger großer zentralistischer Einheiten erreichen. Insbesondere die Photovoltaik bringt völlig entgegengesetzte Gegebenheiten mit sich: Kleinteiligkeit, Dezentralität, Millionen von Kleinerzeugenden statt weniger Groß-konzerne. Dieser Wechsel kann sich unmöglich in den Strukturen vollziehen, die entsprechend den Interessen der fossilen und atomaren Energiewirtschaft hervorgebracht wurden.
Wie die im 19. Jahrhundert entstandene Großindustrie nicht in die Strukturen des auf Agrarwirtschaft und Handwerk basierenden Feudalismus passte, sondern die gesamte Gesellschaft radikal umwälzte, bringt auch der Wechsel auf die Erneuerbaren Energien notwendig völlig neue Strukturen mit sich. Die Energiebereitstellung wird von großen Teilen der Bevölkerung eigenverantwortlich durchgeführt. Dies stärkt das Selbstvertrauen von Millionen von Individuen. Es kommt zu einer breiten Emanzipation.
In solchem Umfeld stirbt das Interesse an scheinbarer Selbstverwirklichung durch Anhäufung ungeheurer materieller Reichtümer und entsprechender Machtausübung. Die derzeitigen Magnaten wollen sich und ihren Daseinsstil aber nicht aufgeben. Deswegen tun sie alles, um die Erneuerbaren klein zu halten und ersinnen Geschäftsmodelle, um auch sie unter ihre Kontrolle zu bringen. Doch auch wenn dies teilweise gelingt, bleiben die EE für sie ein gefährlicher Faktor. Mit wachsender Emanzipation werden sich Individuen der Kontrolle entziehen. Die Photovoltaik ist — auch in unseren Breiten — bereits die billigste Art, Strom zu erzeugen. Die EE sind klima- und umweltfreundlich. Und was vielleicht wichtiger ist als alles andere: ihr „gesellschaftlicher Wert“, wodurch sie zum „Kulturgut“ werden. Scheer: „Mit der Möglichkeit der autonomen Verfügbarkeit erneuerbarer Energien wird Energie vom bloßen Wirtschafts- und Konsumgut zum Kulturgut. … Aus der >passiven Energiegesellschaft<, mit immer weniger und dabei immer größer werdenden Anbietern einerseits und gleichgeschalteten und verplanten Energiekonsumenten andererseits, wird die >aktive Energiegesellschaft<, in der die Energieversorgung in wachsendem Maße autonom erfolgt, in zahlreichen neuen Trägerformaten.“ (S. 169) Dies wollen die Spitzenkräfte des bestehenden Systems unter allen Umständen verhindern.
6.) Einladung: Mach/t mit für 100% EE ganz praktisch
Während die vor der Wahl von den jetzigen Regierungsparteien erweckten Erwartungen und gegebenen Versprechen wie Sand durch die Finger rieseln, wird die Bevölkerung eigenständig aktiv. Die Dynamik ist höchst erfreulich und enorm! Wir erleben einen Run auf Photovoltaik-Anlagen, wie schon lange nicht mehr. Das ist die Dialektik der explodierenden Energiepreise: Endlich erkennt die Bevölkerung, dass die Sonne keine Rechnung schickt. Es reicht die Investition in PV-Anlagen. Bisher für den Bezug der Energie aus fossil-atomaren Großkraftwerken nötige Brennstoff-Kosten entfallen. Alleinschon deshalb rechnet sich die Investition in dezentral-erneuerbar, immer! Es geht um schnellstmöglichen Umstieg: https://energiewende-2030.de/themen/
Manche verkürzen die Wartezeit wegen überlasteter Betriebe, indem er oder sie selbst Hand anlegen. Für das eigene Balkonkraftwerk/Steckersolar-Modul und auch für Gemeinschaftlich finanzierte PV-Anlagen auf kommunalen Dächern. Selbsthilfe bei der Installation kann gerade auch in BürgerEnergie-Genossenschaften praktisch umgesetzt werden als „Mitmach-PV“ oder etwa durch Sammelbestellungen von Steckersolargeräten. Gemeinschaftlich erzeugten EE-Strom gemeinschaftlich zu vermarkten, Nahwärmenetze zu errichten, elektrische Nachbarschaftsautos einzuführen, sind weitere Möglichkeiten, die sich im Zuge der Energiewende eröffnen, und sowohl das Klima schützen als auch den Geldbeutel und den Zusammenhalt in Nachbarschaften stärken.
Der Solarenergie Förderverein (SFV) und „Metropol Solar“ unterstützen diese Bewegung vorbildlich, indem sie z.B. Nachbarschafts-Solarparties organisieren und Solarberater*innen ausbilden. Das sind Ansätze, aus denen sich viel entwickeln kann! Sie sollten sich flächig über das ganze Land ausbreiten. „Die zur Ablösung der konventionellen Energien führende technologische Revolutionierung der Energieversorgung kann sich nur über viele unabhängige Initiativen an vielen Plätzen entfalten, nicht über eine technokratisch durchgeführte Planifikation durch politische und wirtschaftliche Entscheidungseliten, die diesen Prozess zeitlich und räumlich gestaffelt organisieren.“ (S. 159) Und: „Die Menschen haben deren [der erneuerbaren Energien] elementares Potenzial erkannt, mehr als es den meisten Regierungen bewusst ist und als es die überkommene Energiewirtschaft wahrnehmen will.“ (Scheer, S. 259)
7.) Wichtig: Das Spiel durchschauen
Aktuell kommt es darauf an, dass die Energiewende-Akteur*innen sich Klarheit darüber verschaffen, wie das Wirtschafts- und Politiksystem mit psychologisch raffiniert ausgeklügelten Kommunikations- und Handlungsmethoden funktioniert. Unausgesprochen steht dahinter die Absicht “Wachse oder weiche”: — Wachsen der fossil-atomaren, Weichen der erneuerbaren Energien.
Die in den 1990er Jahren betriebene offene Ablehnung der Erneuerbaren wird heute von einer Befürwortung abgelöst, die sich allerdings „mehr in Worten als im Denken und in Taten“ abspielt. „Vollmundige Bekenntnisse von Regierungen und Energiekonzernen, in denen der Eindruck vollen Engagements für erneuerbare Energien geweckt wird, trüben den Blick für die praktischen Prioritäten.“ (Scheer, S. 10). Dies beschreibt die aktuelle Situation treffend.
Das Spiel besser zu durchschauen, kann als unsere derzeit wichtigste Aufgabe bezeichnet werden. Dieser Durchblick ist nötig, um ein Wirtschaften „weiter so“ mit seinen verheerenden Folgen zu vermeiden.
Aktuelle Praxis-Beispiele:
Der unsägliche Hinterzimmer-Deal der Regierung mit RWE zum Dorf Lützerath im Rheinischen Braunkohle-Revier wird nach außen als Erfolg für den Klimaschutz verkauft, weil RWE bereit ist, schon 2030 aus der Kohle auszusteigen. Dass RWE bis dahin aber die gleiche Kohlenmenge verbrennen darf, die bis 2038 vorgesehen war, zeigt den Betrug. Diese Lösung ist für das Klima sogar noch schlechter, weil die Treibhausgase schneller emittiert werden als bei einem Ausstieg 2038.
Dass auch das Dorf Lützerath für Braunkohle nicht abgebaggert werden musste, zeigen zahlreiche hier gesammelte wissenschaftliche Studien: https://www.alle-doerfer-bleiben.de/
Das Dorf Pödelwitz nahe Leipzig wurde durch langjährigen Widerstand und lösungsorientierte Gespräche gerettet. Doch warum mussten Tausende von Menschen ihre Freizeit und ihr Geld hierfür opfern, wo es doch Aufgabe der Regierung wäre, für das Wohl der Bürger*innen zu sorgen?
Das Bündnis „Alle Dörfer Bleiben Halle/Leipziger Land“, ehemals „Pödelwitz Bleibt!“, hat die Geschichte des Widerstandes rund um Pödelwitz festgehalten und illustriert. Pödelwitz Plakat (alle-doerfer-bleiben.de)
Carbon Capture and Storage (CCS) ist die Behauptung, CO2 aus Prozessen abzusondern oder im Nachgang aus der Atmosphäre wieder einzufangen, um es dann zu „verpressen“. Dies ist mit hohen Kosten sowie auch enormem Technik‑, Rohstoff- und Energieaufwand verbunden und zudem ungeklärt, ob und wie dauerhaft und vollständig das eingelagerte CO2 im sogenannten „Geologischen Speicher“ verbleibt.
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